09.05.2012 - Industriehafen als Neusser Markenzeichen:
Dokumentennummer: p1052
Planungen dürfen Unternehmen nicht beeinträchtigen
Der IHK-Regionalarbeitskreis Neuss hat die vom städtischen Baudezernenten Christoph Hölters vorgestellte Wohnungsbaupolitik und die Neugestaltung des 30 Jahre alten Flächennutzungsplanes für den Hafenbereich sowie die damit verbundenen Projekte diskutiert. Die Ausschussmitglieder gaben zu bedenken, dass die geplante hafennahe Bebauung, so zum Beispiel des Werhahngeländes an der Westseite des Hafenbeckens 1, die Belange der Hafenindustrie nicht beeinträchtigen dürfe.

Wilhelm Thywissen, Vorsitzender des Regionalarbeitskreises, sicherte der Stadt die kritische Unterstützung der Industrie zu, den Innenstadtbereich mit dem angrenzenden Hafen durch weitere Projekte in Einklang zu bringen. Gleichzeitig mahnte er jedoch, dass ein urbanes Leben in Hafennähe zwar attraktiv zu vermarkten sei, das Aufeinandertreffen von Wohnbedürfnissen und Hafenindustrie-Interessen jedoch sicherlich zu Konflikten führen könne. Hierbei müsse stets beachtet werden, dass Bau- und Umweltrecht hohe Standards fordern. In dem Moment, in dem in unmittelbarer Hafennähe Wohnungen entstünden, würden Tatsachen geschaffen, die für die Hafenindustrieunternehmen in höhere wohngerechte Auflagen münden, die die weitere Existenz der Industriebetriebe in Frage stellen.

Damit die Neusser auch künftig auf ihren wirtschaftlich starken Industriehafen samt Arbeitsplätzen stolz sein können, müssten die Hafeninteressen bei Wohnungsbebauungsvorhaben ernsthafte Berücksichtigung finden, so die Forderung der Industrie. Diese Forderung will die Stadt aufnehmen und mit dem neuen Bebauungsplanentwurf, der in Kürze ausliegt, eine Lösung aufzeigen.

Baudezernent Hölters betonte, dass die neue Planung einen guten Ausgleich zwischen den Belangen des Hafens und der innerstädtischen Entwicklung schaffen werde. Er erwähnte ebenfalls die historische Besonderheit der Stadt Neuss durch die räumliche Nähe des Industriehafens zur Innenstadt. Dieses „Markenzeichen“ der Stadt werde auch in Zukunft positive Assoziationen bei Bürgern und Unternehmern hervorrufen, wenn die Interessen aller Beteiligten ausreichend berücksichtigt würden und der Hafen weiter in die Stadt eingebunden werde. Das Ziel der Stadtentwicklung im Hafenbereich sei daher die Revitalisierung der bereits im Jahr 2007 festgelegten Hafensanierungsgebiete und die Einbeziehung des Hafens in die Innenstadt durch einen Brückenschlag.

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