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Änderungen in Metall- und Elektroberufen und der Mechatronik

Änderungen in Metall- und Elektroberufen und der Mechatronik
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Thomas Anft
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Das Thema Digitalisierung schlägt sich auch in den Ausbildungsberufen nieder. Entsprechend einer Empfehlung der Sozialpartner wurde eine Teilnovellierung der Ausbildungsinhalte der industriellen Metall- und Elektroberufe und des Mechatronikers hinsichtlich Industrie 4.0 vorgenommen. In einem vergleichsweise kurzen agilen Sachverständigenverfahren wurden bis Ende des Jahres 2017 punktuelle Anpassungen der drei Ausbildungsgruppen erörtert und ergänzend Zusatzqualifikationen ausgearbeitet.

Für zentrale Tätigkeitsfelder im Bereich Industrie 4.0 sollen Zusatzqualifikationen ermöglicht werden.

Zum 1. August 2018 ändern sich somit die Ausbildungsverordnungen folgender Ausbildungsberufe:

  • Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik (EAT)
  • Elektroniker/-in für Betriebstechnik (EBT)
  • Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme (EGI)
  • Elektroniker/-in für Geräte und Systeme (EGS)
  • Elektroniker/-in für Informations- und Systemtechnik (EIS)
  • Anlagenmechaniker/-in (AM)
  • Industriemechaniker/-in (IM)
  • Konstruktionsmechaniker/-in (KM)
  • Werkzeugmechaniker/-in (WM)
  • Zerspanungsmechaniker/-in (ZM)
  • Mechatroniker/-in

Die Änderungsverordnungen treten am 1. August 2018 in Kraft.

Inhalte der Teilnovellierung

Es wurden Änderungen vorgenommen, die sich auf die Themen Digitalisierung und Vernetzung beziehen. Dies sind im Einzelnen:

Qualifizierungsinhalte, die im Umgang mit digitaler Arbeit in Berufsbildern grundsätzlich notwendig sind, wurden als neue integrative Berufsbildposition „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit“ in die gemeinsamen Kernqualifikationen der genannten Ausbildungsordnungen aufgenommen.

Weiterhin sind die jeweiligen Berufsbildpositionen „Betriebliche und technische Kommunikation“ sowie „Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten der Arbeitsergebnisse“ im Hinblick auf die Industrie-4.0-relevanten Qualifikationsanforderungen aktualisiert worden.

Für bundesweit nachgefragte, berufsübergreifende und interdisziplinär begründete Qualifikationsanforderungen in zentralen Tätigkeitsfeldern von Industrie 4.0 wurden folgende optionale, kodifizierte Zusatzqualifikationen in die Ausbildungsordnungen der folgenden Berufe aufgenommen:

Industrielle Metallberufe

Anlagenmechaniker/-in, Industriemechaniker/-in, Konstruktionsmechaniker/-in, Werkzeugmechaniker/-in, Zerspanungsmechaniker/-in

  • Systemintegration
  • Prozessintegration
  • Additive Fertigungsverfahren
  • IT-gestützte Anlagenänderung

Industrielle Elektroberufe

Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik, Elektroniker/-in für Betriebstechnik, Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme, Elektroniker/-in für Geräte und Systeme, Elektroniker/-in für Informations- und Systemtechnik

  • Digitale Vernetzung
  • Programmierung
  • IT-Sicherheit

Mechatroniker/-in

  • Digitale Vernetzung
  • Programmierung
  • IT-Sicherheit
  • Additive Fertigungsverfahren

Die Prüfung der jeweiligen Zusatzqualifikation erfolgt als fallbezogenes Fachgespräch auf Basis einer im Ausbildungsbetrieb durchgeführten Praxisaufgabe. Das Fachgespräch findet auf Antrag im Rahmen der Abschlussprüfung Teil 2 als gesonderte und freiwillige Prüfung statt. Eine Anmeldung hierzu erfolgt im Einklang mit der Anmeldung zur Teil-2-Abschlussprüfung.

Besonderheiten

Die Berufsbezeichnungen ändern sich nicht.

Die Prüfung der Zusatzqualifikationen ist auch für bereits bestehende Berufsausbildungsverhältnisse nach alter Ausbildungsverordnung möglich.

Berufsausbildungsverhältnisse, die bei Inkrafttreten der Änderungsverordnung am 1. August 2018 bereits bestehen, können nach Inkrafttreten auf Antrag der Vertragsparteien unter Anrechnung der absolvierten Ausbildungszeit auch nach den Inhalten der Änderungsverordnung fortgesetzt werden, wenn der Auszubildende die Abschlussprüfung Teil 1 noch nicht absolviert hat.

Die Anrechenbarkeit der Abschlussprüfungsergebnisse des Maschinen- und Anlagenführers Schwerpunkt Metalltechnik als Teil 1 der Abschlussprüfung in den Berufen Industriemechaniker/-in, Werkzeugmechaniker/-in und Zerspanungsmechaniker/-in entfällt mit den Änderungsverordnungen.

Relevanz für den Berufsschulunterricht

Die KMK (Kultusminister Konferenz) hat Anpassungen der berufsschulischen Rahmenlehrpläne vorgenommen. Die jeweiligen Zusatzqualifikationen werden kein Bestandteil des Berufsschulunterrichts sein.

Downloads und Informationen

Weitere Informationen wie der IHK-Leitfaden zu den Änderungen in der Prüfungsorganisation und die Änderungsverordnungen stehen Ihnen im Download-Bereich und unter den weiterführenden Links zur Verfügung.

Auf der Internetseite www.bibb.de steht voraussichtlich ab August 2018 ein kostenfreier Leitfaden für die Ausbildungsberufe zur Verfügung, die von der Änderungsverordnung betroffen sind.