IHK-Landesbestenehrung 2020

IHK-Landesbestenehrung 2020
© IHK Mittlerer Niederrhein

Es sollte ihr Tag werden – monatelang haben sie dafür gearbeitet, gelernt und sicher die eine oder andere Entbehrung in Kauf genommen. Doch die alljährliche große Feier der nordrheinwestfälischen Industrie- und Handelskammern (IHK) zu Ehren der besten Auszubildenden musste aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie abgesagt werden. Gastgeber der diesjährigen Landesbestenehrung Nordrhein-Westfalen wäre die IHK Mittlerer Niederrhein gewesen. „Dieses Event abzusagen, ist uns sehr schwergefallen – aber der Schutz der Gesundheit geht natürlich vor“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

217 junge Frauen und Männer aus 16 IHK-Bezirken und aus mehr als 200 Ausbildungsbetrieben und Berufskollegs aus ganz NRW haben ihre Abschlussprüfungen mit „sehr gut“ abgeschlossen – sie alle erreichten mindestens 92 von 100 Punkten.

Grußworte der Bundesbildungsministerin

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die bei der ursprünglich geplanten großen Feier im Stadion des Champions League-Teilnehmers Borussia Mönchengladbach die Ehrungen mit vornehmen sollte, richtet sich mit einem persönlichen Grußwort an die Besten des Jahres 2020.

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Regionale Bestenehrung 2020

Auch die alljährliche regionale Bestenehrung der Ausbildungsbetriebe, Berufskollegs und Fortbildungsabsolventen am Mittleren Niederrhein musste Corona bedingt ausfallen. 240 Auszubildende haben in diesem Jahr ihre Prüfungen vor der IHK Mittlerer Niederrhein (Krefeld, Mönchengladbach, Rhein-Kreis Neuss und Kreis Viersen) mit der Note „sehr gut“ bestanden. Auch 166 Ausbildungsbetriebe sowie 271 Absolventen der Fortbildungsprüfungen sind unter den Geehrten. „Das ist eine tolle Leistung und zeigt: Die Mühe lohnt sich“, so Steinmetz. Wichtig sei es dabei, alle Potenziale der jungen Menschen zu nutzen und nicht nur auf Schulnoten zu achten.

Die Stimmen der Auszubildenden

Laura Kimmel

Laura Kimmel
© IHK Mittlerer Niederrhein

Die 21-jährige Schwalmtalerin hat bei der SMS group GmbH in Mönchengladbach eine Ausbildung zur Industriekauffrau absolviert – mit allerbesten Noten. Angesprochen auf ihr „Erfolgsrezept“, antwortet sie: „Ich habe gemerkt, dass die Ausbildung zur Industriekauffrau genau die richtige Berufsentscheidung für mich war. Aus diesem Grund haben mir die Themen und Inhalte sehr zugesagt, und mein Ehrgeiz ist geweckt worden. Außerdem hat auch mein Ausbildungsbetrieb, die SMS group, mich sehr stark gefördert und unterstützt.“ Danken möchte die junge Frau aber nicht nur ihrem Ausbildungsbetrieb, ihrer Ausbilderin und ihrem Werksunterrichtslehrer, sondern auch ihren Eltern, die ihr insbesondere bei der Berufswahl sehr geholfen haben. Ihre letzte Ausbildungsstation hat Laura Kimmel im Bereich Controlling absolviert. „Meinem dortigen Ausbildungsbeauftragten gebührt auch Dank, denn er war maßgeblich an meinem beruflichen Werdegang beteiligt.“ Denn immerhin arbeitet die 21-Jährige inzwischen bei der SMS group GmbH in der Controlling-Abteilung – und studiert noch nebenberuflich. Da ihre mündliche Abschlussprüfung bereits im Januar stattgefunden hat, hat die Corona-Pandemie zumindest nicht ihre Prüfungen beeinflusst. Gleichwohl sei sie sehr enttäuscht, dass die Bestenehrung abgesagt werden musste. „Ich habe mich schon sehr auf die Feier gefreut.“

Patrick Groborz

Patrick Groborz
© IHK Mittlerer Niederrhein

Der 22-Jährige hat bei der Currenta GmbH & Co. OHG in Krefeld eine Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie absolviert – und das mit allerbesten Noten. Angesprochen auf sein „Erfolgsrezept“ antwortet er: „Bei der theoretischen Prüfung war es neben einer guten Vorbereitung auch ein wenig Glück. Und bei der praktischen Prüfung bin ich sehr ruhig geblieben, wodurch ich Flüchtigkeitsfehler vermieden habe. Glücklicherweise fällt mir das Lernen nicht schwer, aber Vorbereitung und Interesse gehören natürlich dazu.“ Bedanken möchte sich Patrick Groborz bei seinem Ausbilder für die gute Vorbereitung – aber auch bei seiner Familie und bei seiner Freundin „für die Rücksichtnahme und Unterstützung“. Da die Prüfung zur Produktionsfachkraft nur ein Teil seiner Ausbildung war, ist er derzeit noch Azubi bei Currenta und lernt den Beruf des Chemikanten und des staatlich geprüften Kraftwerkers. Ob Prüfungen wegen der Corona-Pandemie wie geplant stattfinden und ob ausgefallener Unterricht und verpasste Betriebszeit negative Auswirkungen haben, diese Fragen verunsichern den 22-Jährigen also auch weiterhin. Auch wenn er angesichts der steigenden Infektionszahlen die Absage der großen Feier versteht, ein wenig enttäuscht war er schon. „Die größte Belohnung nach einer Prüfung ist es, von der IHK zu einer Feier eingeladen zu werden. Wenn die Fallzahlen es erlauben, werde ich im kleinen Kreis nachfeiern.“

Julia an de Meulen

Julia an de Meulen
© IHK Mittlerer Niederrhein

Die 21-jährige Kerkenerin hat bei der Dachser SE Air & Sea Logistics in Neuss eine Ausbildung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung absolviert – und das mit allerbesten Noten. Ihr „Erfolgsrezept“ für diese tolle Leistung: „Mein Interesse an der Logistik und Ehrgeiz in der Lernphase.“ In der Schulzeit bis zum Abitur sei sie eher „lernfaul“ gewesen, „doch mit Beginn der Ausbildung hat sich das grundlegend geändert – ich habe etwas gemacht, was mich wirklich interessiert – und so fiel mir auch das Lernen viel leichter.“ Bedanken möchte sich die junge Frau bei ihrer Ausbildungsleitung. „Sie hat mir die Ausbildung ermöglicht, und durch sie habe ich unheimlich viel über Logistik, aber auch über das Leben gelernt. Außerdem danke ich meiner Mutter, die immer an mich geglaubt und mich motiviert hat.“ Die 21-Jährige arbeitet auch nach der Ausbildung weiter im Unternehmen, nunmehr im Bereich Luftfracht-Export der Dachser SE in Düsseldorf. „Glücklicherweise habe ich meine Ausbildung abschließen können, bevor die Pandemie unser Leben auf den Kopf gestellt hat. Ich hätte mich sehr über die Feier zur Bestenehrung gefreut und hätte die Auszeichnung gerne persönlich entgegengenommen, aber ich kann die Absage auf Grund von Corona natürlich verstehen. Ich hoffe, dass es im nächsten Jahr für die Auszubildenden wieder anders aussieht“, sagt Julia an de Meulen.

Michel Bongartz

 

Michel Bongartz
© IHK Mittlerer Niederrhein

Der 22-jährige Schwalmtaler hat seine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer bei der SAB Bröckskes in Viersen absolviert – und das mit Super-Noten. Angesprochen auf sein „Erfolgsrezept“ antwortet er: „Ich bin immer mit offenen Augen durch den Betrieb gelaufen und habe versucht, alles, was ich nicht verstehe, zu hinterfragen – natürlich sollte man aber auch eine grundlegende Eigenmotivation und Einsatzbereitschaft mitbringen.“ Auf die Prüfungen vorbereitet hat er sich sehr gewissenhaft. „Ich habe schon viel Zeit investiert, mich meist auch nach der Arbeit noch hingesetzt und geübt – und das schon vier Monate vor dem Prüfungstermin. Natürlich liegen einem manche Themengebiete mehr als andere.“ Unterstützung fand Michel Bongartz immer bei seinen Ausbildern, denen er auch ausdrücklich danken möchte – sowie auch seinem Ausbildungsbetrieb. „Eine erfolgreiche Prüfung wäre aber auch ohne die ,gute Chemie‘ unter uns Azubis nicht möglich gewesen – also: Danke, Jungs.“ Die Verunsicherung sei bei ihnen allen groß gewesen, da niemand genau wusste, ob wegen der Corona-Pandemie alle Prüfungen stattfinden konnten. Außerdem wurde die Berufsschule zeitweise geschlossen – und auch im Betrieb habe es verschärfte Sicherheitsregeln gegeben. „Auch wenn wir am Ende gut durchgekommen sind, eine Vorbereitung ohne Pandemie wäre allen lieber gewesen“, so der Maschinen- und Anlagenführer, der weiter in seinem Ausbildungsbetrieb tätig ist. Im kommenden Jahr möchte er eine Weiterbildung zum Techniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik beginnen. Dass die große Feier zur Bestenehrung ausfallen musste, dafür hat er Verständnis. „Aber enttäuscht ist man trotzdem ein wenig – so etwas erlebt man wahrscheinlich nur ein Mal in seinem Leben.“