Information zur Ausbildungsprämie der Bundesregierung

Information zur Ausbildungsprämie der Bundesregierung
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Die Bundesregierung hat am 24. Juni 2020, nach längerer Vorankündigung, die Ausbildungsprämie auf den Weg gebracht. Das Hilfsprogramm für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) umfasst insgesamt 500 Millionen Euro. Die Ausbildungsprämie soll dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern, die durch die Corona-Pandemie bedroht sind. Folgende Eckpunkte hat das Kabinett hierzu verabschiedet:

A.  Anspruchsberechtigte

Die angedachte Förderung gilt:

  • nur für KMU (max. 249 Mitarbeitende = Vollzeitäquivalente) 
  • die von der Corona-Krise betroffen sind (d.h. in erster Jahreshälfte mind. 1 Monat Kurzarbeit oder Umsatz April und Mai 2020 durchschnittlich mind. 60 Prozent gegenüber Vorjahresmonaten eingebrochen).

Antragsstellung und Auszahlung soll über die Arbeitsagenturen erfolgen.

B. Fördermöglichkeiten

Die genannten Unternehmen können (alternativ) wie folgt gefördert werden: 

1.     Ausbildungsprämie für gleichbleibendes Ausbildungsengagement

  • KMU, die 2020 genauso viele Ausbildungsverträge abschließen wie im Durchschnitt der drei Vorjahre sollen 2.000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag erhalten.
  • Die Auszahlung soll nach Ende der erfolgreichen Probezeit erfolgen.

 2.   Ausbildungsprämie für gesteigertes Ausbildungsengagement 

  • KMU, die 2020 mehr Ausbildungsverträge abschließen als im Durchschnitt der drei Vorjahre sollen 3.000 Euro für jeden zusätzlich für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag erhalten. 
  • Die Auszahlung soll nach Ende der erfolgreichen Probezeit erfolgen.

  3.  Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung

  • KMU, die trotz Arbeitsausfall von mind. 50 Prozent im gesamten Betrieb ihre Azubis und Ausbilder nicht in Kurzarbeit bringen sollen 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden entsprechenden Monat erhalten.

 4.   Auftrags- oder Verbundausbildung

  • KMU oder Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister sollen die Azubis aus KMU, die die Ausbildung pandemiebedingt übergangsweise nicht fortsetzen können, im Wege der Auftrags- oder Verbundausbildung übernehmen.
  • Förderhöhe steht noch nicht fest

  5.   Übernahme aus Insolvenz

  • KMU, die Azubis von Betrieben übernehmen, die corona-bedingt Insolvenz anmelden mussten, sollen eine Übernahmeprämie von 3.000 Euro pro aufgenommenen Auszubildenden erhalten.

C.  Wichtige Informationen zur Antragstellung

Eine Antragstellung bei der Arbeitsagentur ist erst möglich, wenn die Bundesregierung auch die dazugehörige Förderrichtlinie erlassen hat, die die konkreten Einzelheiten für Antragstellung und Auszahlung regelt. 

Wann diese vorliegen soll, ist von der Bundesregierung bislang noch nicht bekanntgegeben worden. Die IHK Mittlerer Niederrhein und der DIHK drängen darauf, dass dies jetzt möglichst umgehend erfolgt.

Wir werden alle Ausbildungsbetriebe unmittelbar schriftlich informieren, sobald die Förderrichtlinien vorliegen und eine Antragsstellung möglich ist.