Neustarthilfe 2022

Neustarthilfe 2022
© barbol / Adobe Stock

Aktuelles:

Die Neustarthilfe 2022 wird bis Ende Juni 2022 verlängert. Mit der „Neustarthilfe 2022 Zweites Quartal“ können Soloselbständige bis Ende Juni 2022 weiterhin pro Monat bis zu 1.500 Euro an direkten Zuschüssen erhalten, insgesamt für den verlängerten Förderzeitraum April bis Juni 2022 also bis zu 4.500 Euro.

Die FAQ zur Neustarthilfe 2022 werden zeitnah überarbeitet. Nach Anpassung des Programms kann die Antragstellung über die bekannte Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de erfolgen.

Allgemeines zur Neustarthilfe 2022 - Was ändert sich im Vergleich zur Neustarthilfe Plus?

Änderungen auf einen Blick:

  • Förderzeitraum 1. Januar bis 31. März 2022
  • Antragsberechtigt sind Selbstständige, die vor dem 1. Oktober 2021 (vorher: 1. November 2020) selbstständig waren.

Wer kann die Förderung beantragen?

Folgende Gruppen können die Neustarthilfe 2022 beantragen:

  1. Soloselbstständige mit oder ohne Personengesellschaften,
  2. Kapitalgesellschaften mit einer Gesellschafterin oder einem Gesellschafter (Ein-Personen-Kapitalgesellschaften),
  3. Kapitalgesellschaften mit mehreren Gesellschafterinnen oder Gesellschaftern (Mehr-Personen-Kapitalgesellschaften),
  4. Genossenschaften sowie
  5. Sonderfall: kurz befristete Beschäftigte in den Darstellenden Künsten und unständig Beschäftigte.

Damit Sie die Neustarthilfe 2022 beantragen können, müssen Sie, sofern Sie nicht zur Gruppe der kurz befristeten Beschäftigten in den Darstellenden Künsten gehören (siehe dazu unten):

  • selbstständig tätig sein, also freiberuflich arbeiten oder ein Gewerbe betreiben (gegebenenfalls inklusive ihrer anteiligen selbständigen Einkünfte aus einer Personengesellschaft),
  • ihre Selbständigkeit im Haupterwerb ausüben, das heißt hieraus mindestens 51 Prozent ihrer Einkünfte beziehen,
  • höchstens eine Teilzeitkraft beschäftigen,
  • bei einem deutschen Finanzamt gemeldet sein,
  • die Überbrückungshilfe IV nicht in Anspruch genommen haben und
  • schon vor dem 1. Oktober 2021 selbständig tätig gewesen sein.

Für Kapitalgesellschaften und Genossenschaften gibt es darüber hinaus weitere spezifische Bedingungen.

Spezifische Bedingungen für Kapitalgesellschaften mit einer Gesellschafterin oder einem Gesellschafter (Ein-Personen-Kapitalgesellschaften)

Für eine Ein-Personen-Kapitalgesellschaft gilt, dass die Kapitalgesellschaft zusätzlich zu den oben beschriebenen Bedingungen für eine Antragsberechtigung, wenn sie:

    • den überwiegenden Teil ihrer Umsätze (mindestens 51 Prozent) aus Tätigkeiten erzielt, die bei einer natürlichen Person als freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit gelten würde,
    • zu 100 Prozent von ihrer Gesellschafterin oder ihrem Gesellschafter gehalten wird und
    • die Gesellschafterin oder der Gesellschafter mindestens 20 Stunden pro Woche für die Gesellschaft arbeitet.

Spezifische Bedingungen für Kapitalgesellschaften mit mehreren Gesellschaftern (Mehr-Personen-Kapitalgesellschaft)

Eine Mehr-Personen-Kapitalgesellschaft ist antragsberechtigt, wenn sie (zusätzlich zu den oben beschriebenen Bedingungen):

    • den überwiegenden Teil ihrer Umsätze (mindestens 51 Prozent) aus Tätigkeiten erzielt, die bei einer natürlichen Person als freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit gelten würde und
    • von einer ihrer Gesellschafterinnen/einem ihrer Gesellschafter zu mindestens 25 Prozent gehalten wird und diese Gesellschafterin/dieser Gesellschafter mindestens 20 Stunden pro Woche für die Gesellschaft arbeitet.

Spezifische Bedingungen für Genossenschaften

  • Eine Genossenschaft ist antragsberechtigt, wenn sie (zusätzlich zu den oben beschriebenen Bedingungen):
    • den überwiegenden Teil ihrer Umsätze (mind. 51 Prozent) aus Tätigkeiten erzielt, die bei einer natürlichen Person als freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit gelten würde,
    • mindestens ein Mitglied mindestens 20 vertraglich vereinbarte Arbeitsstunden pro Woche für die Genossenschaft arbeitet und
    • sie höchstens eine Teilzeitkraft beschäftigt (Nicht-Mitglieder; beschäftigte Mitglieder zählen hierbei nicht), und insgesamt weniger als zehn Vollzeitangestellte (Nicht-Mitglieder und Mitglieder) hat.

Sonderfall: Kurz befristete Beschäftigungen in den Darstellenden Künsten sowie unständig Beschäftigte

Künstlerinnen und Künstler, die nur kurzfristige Engagements und kurz befristete Verträge haben, sind in einer ähnlichen Situation wie Soloselbständige. Denn mit dem Lockdown sind ihre potenziellen Arbeitgeber wie zum Beispiel Theater und Bühnen geschlossen. Deshalb können auch sie bei kurz befristeten Beschäftigungsverhältnissen (bis zu 14 Wochen) in den Darstellenden Künsten (das heißt Tätigkeiten entsprechend der Klassifikation der Berufe der Bundesagentur für Arbeit unter Nr. 94 - „Darstellende und unterhaltende Berufe“ - oder unter Nr. 8234 - „Berufe in der Maskenbildnerei“) Neustarthilfe 2022 beantragen (siehe FAQ).

Auch Personen mit unständigen Beschäftigungsverhältnissen (weniger als eine Woche) aller Branchen können Neustarthilfe 2022 beantragen.

Voraussetzung hierfür ist in beiden Fällen: Die Antragstellenden haben für Januar 2022 kein Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld bezogen.

Was und wie wird gefördert?

Der Förderzeitraum für die Neustarthilfe 2022 ist Januar bis März 2022. Die Neustarthilfe 2022 beträgt jeweils einmalig 50 Prozent des Referenzumsatzes (Sonderregelungen gelten bei geringen Umsätzen oder Einkünften in 2019 durch außergewöhnliche Umstände wie beispielsweise Unterbrechungen der Tätigkeit aufgrund Pflegezeit, Krankheit oder Elternzeit oder für Fälle, in denen die Geschäftstätigkeit zwar vor dem 1. Oktober 2021, aber erst nach dem 1. Januar 2019 aufgenommen wurde, siehe hierzu FAQ 3.3, 6.2 und 6.3). Als Neustarthilfe 2022 ausgezahlt werden jeweils maximal 4.500 Euro für Soloselbstständige und Ein-Personen-Kapitalgesellschaften und jeweils maximal 18.000 Euro für Mehr-Personen-Kapitalgesellschaften und Genossenschaften

Sind die Antragsvoraussetzungen erfüllt, wird die Neustarthilfe 2022 zunächst als Vorschuss ausgezahlt. Erst nach Ablauf des Förderzeitraums wird die Höhe der Neustarthilfe 2022 genau berechnet – und zwar auf Grundlage des endgültig realisierten Umsatzes der Monate Januar bis März 2022. Details zur Endabrechnung werden hier zur Verfügung gestellt.

Generell gilt: Sie können den Vorschuss für die Monate Januar bis März 2022 in voller Höhe behalten, wenn Sie Umsatzeinbußen von 60 Prozent und mehr hatten. Wenn der Umsatz in dem jeweiligen Förderzeitraum um weniger als 60 Prozent gesunken ist, muss ein Teil des entsprechenden Vorschusses zurückgezahlt werden, so dass Neustarthilfe 2022 und Umsatz im Förderzeitraum 90 Prozent des Referenzumsatzes nicht überschreiten. Erst wenn der Umsatzeinbruch in dem jeweiligen Förderzeitraum weniger als zehn Prozent beträgt (das heißt Umsatz im Förderzeitraum entspricht mehr als 90 Prozent des Referenzumsatzes), muss der gesamte Vorschuss zurückgezahlt werden.

Weitere Hinweise zur Berechnungsmethode und zur Erstellung der Endrechnung finden Sie in FAQ 3.4 und 4.8.

Wie stellen Sie den Antrag?

Natürliche Personen (Soloselbstständige mit und ohne Personengesellschaften, kurz befristet Beschäftigte in den Darstellenden Künsten sowie unständig Beschäftigte) können den Antrag direkt unter direktantrag.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de (unter Nutzung des ELSTER Zertifikats) bis zum 30. April 2022 stellen.

Als natürliche Person werden Sie außerdem in Kürze das Wahlrecht erhalten, Ihren Antrag auf Neustarthilfe 2022 mithilfe einer oder eines prüfenden Dritten (ebenfalls bis zum 30. April 2022) zu stellen, zum Beispiel einer Rechtsanwältin oder eines Rechtsanwalts oder einer Steuerberaterin oder eines Steuerberaters.

Wenn Sie hingegen Ihre Tätigkeit über eine Kapitalgesellschaft oder Genossenschaft ausüben und hierfür Neustarthilfe 2022 beantragen wollen, sind Sie verpflichtet, den Antrag über eine prüfende Dritte oder einen prüfenden Dritten bis zum 31. März 2022 zu stellen. Der oder die prüfende Dritte prüft vor Antragstellung die Plausibilität Ihrer Angaben und berät Sie bei Fragen zu den Antragsvoraussetzungen und zum Antragsverfahren.

Informationen zur Antragstellung über prüfende Dritte werden hier eingestellt.

Was ist mit vorherigen Neustarthilfen, der November- und Dezemberhilfe sowie den Überbrückungshilfen?

Generell gilt: wenn Sie für andere Förderzeiträume eine der anderen Corona-Zuschusshilfen erhalten haben, dann können Sie trotzdem Neustarthilfe 2022 beantragen, das heißt eine vorherige Beantragung von

  • Neustarthilfe (Förderzeitraum Januar bis Juni 2021),
  • Neustarthilfe Plus Juli bis Dezember 2021,
  • November- oder Dezemberhilfe (Förderzeitraum November bzw. Dezember 2020),
  • Überbrückungshilfe I (Förderzeitraum April bis August 2020),
  • Überbrückungshilfe II (Förderzeitraum September bis Dezember 2020),
  • Überbrückungshilfe III (Förderzeitraum November 2020 bis Juni 2021) und
  • Überbrückungshilfe III Plus (Förderzeitraum Juli bis Dezember 2021)

ist unproblematisch.

Die Neustarthilfe 2022 kann nicht zusätzlich zur Überbrückungshilfe IV beantragt werden, weil deren Förderzeiträume identisch sind. Wenn Sie die Neustarthilfe 2022 beantragt haben, können Sie aber im Frühsommer 2022 nach Beantragung zur Überbrückungshilfe IV wechseln. Denn in manchen Fällen kann die Überbrückungshilfe IV auch für Soloselbstständige (und alle weiteren Antragsberechtigten der Neustarthilfe 2022) mit geringen oder keinen Fixkosten vorteilhafter sein. Umgekehrt soll Soloselbstständigen, die nach Beantragung der Überbrückungshilfe IV feststellen, dass sie bei geringen Fixkosten über die Überbrückungshilfe IV weniger Zuschuss als bei der Neustarthilfe 2022 erhalten, die Gelegenheit gegeben werden, zur Neustarthilfe 2022 zu wechseln. Informationen zu diesen Wechselmöglichkeiten erhalten Sie hier und in den FAQ, sobald die Wahlmöglichkeit zur Verfügung steht.

Der Neustarthilfe-Vorschuss kann grundsätzlich mit der Förderung aus dem Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen in Form der Ausfallabsicherung oder dem Sonderfonds des Bundes für Messe und Ausstellungen kombiniert werden. Dabei dürfen Sie dieselben Kosten aber nur bei einem der Förderanträge in Ansatz bringen.

Weitere Informationen zur Neustarthilfe 2022 finden Sie hier.