Brexit: Chemikalienregistrierung muss überprüft werden

Brexit: Chemikalienregistrierung muss überprüft werden
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Die REACH-Verordnung regelt EU-weit die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von chemischen Stoffen. Nach dem bevorstehenden Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union würde die REACH-Verordnung nach aktuellem Stand nicht mehr für Großbritannien gelten. Hersteller, Verwender oder Importeure von Chemikalien sollten Ihre Chemikalienregistrierung daher überprüfen und mögliche Änderungen einplanen.

Abhängig von Ihrer Rolle können Unternehmen vom Brexit unterschiedlich betroffen sein. Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) stellt dafür auf ihrer Website umfassende Informationen bereit, was Unternehmen, die im Rahmen der Europäischen Chemikalienverordnung REACH agieren, im Zuge des Brexit beachten sollten. Diese finden Sie hier.

Die Hilfestellungen der ECHA umfassen beispielsweise ein erweitertes „Q&A“ sowie konkrete Handlungsanleitungen für Unternehmen. Unternehmen, die in der EU Chemikalien herstellen oder verwenden, müssen die Stoffe bei der europäischen Chemikalienagentur (ECHA) registrieren. Die Registrierung muss dabei vom Hersteller beziehungsweise Importeur erfolgen. Beim Registrierungsprozess wird ein sogenannter Hauptregistrant benannt. Sitzt der Hauptregistrant einer Chemikalie in Großbritannien, kann die Registrierung ungültig werden. Denn mit dem Brexit wird Großbritannien zum EU-Ausland.

Das kann verhindert werden, indem der Hauptregistrant mit Sitz in Großbritannien ein anderes Unternehmen als Alleinvertreter in der EU benennt. Benennt der Hauptregistrant keinen Alleinvertreter in der EU, so müssen die betroffenen EU-Unternehmen den Stoff selbst registrieren. Wird der Stoff nur in Großbritannien hergestellt, muss der EU-Importeur die Chemikalie über REACH registrieren. Gleiches gilt auch für Stoffe, die aus Nicht-EU-Staaten eingeführt werden und bisher über Unternehmen in Großbritannien registriert wurden.

Betroffen sind auch Unternehmen, die die Stoffe lediglich verwenden und nicht selber produzieren – die sogenannten nachgeschalteten Anwender. Auch diese müssen sicherstellen, dass es ein Unternehmen innerhalb der EU-27 gibt, das eine gültige REACH-Registrierung besitzt.

Zusätzlich sollte bereits jetzt bedacht werden, dass nach dem Brexit bei In- und Exporten in das EU-Ausland, also auch nach Großbritannien, die PIC-Verordnung beachtet werden muss. Diese PIC-Verordnung (eng: Prior Informed Consent) regelt die Ein- und Ausfuhr gefährlicher Chemikalien.