Erweiterte Regelung für Nanomaterialien unter REACH

Erweiterte Regelung für Nanomaterialien unter REACH
© Production Perig / Adobe Stock

Bisher gibt es für den Umgang mit Nanomaterialien keine spezifischen Vorgaben im Kontext der REACH-Verordnung. Zu beachten ist, dass nanoskalige Substanzen im Vergleich zu nicht-nanoskaligen Substanzen veränderte physikalische und chemische Eigenschaften aufweisen. Dadurch kann sich auch die Wirkung und das Verhalten dieser Stoffe verändern. Für die Bewertung von potenziellen Risiken von Nanomaterialien in der Umwelt werden somit zusätzliche Informationen benötigt. Allerdings waren die bisherigen Informationsanforderungen im Rahmen der Gesetzgebung zur Chemikalienregulierung nicht auf die Bewertung der Nanomaterialien ausgerichtet. Dies wurde nun geändert.

Ab dem 1. Januar 2020 werden daher von Herstellern, Importeuren und nachgeschalteten Anwendern detaillierte Daten zu Nanomaterialien und deren Nanoformen im Zuge der Registrierung bei der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) gefordert. Dies gilt dabei nicht nur für neue, sondern auch für bereits bestehende Registrierungen. Mit dieser systematischen Datenerfassung kann eine Risikobewertung der unter REACH registrierten nanoskaligen Substanzen erfolgen.

Der Registrant muss nun eine Risikobewertung für Mensch und Umwelt für die jeweiligen registrierten Formen der Nanomaterialien durchführen. Alle Akteure innerhalb der Lieferkette, sowohl die Registranten als auch die nachgeschalteten Anwender, die der REACH-Verordnung unterliegen, müssen nun für die nanoskaligen Substanzen spezifische Daten erfassen und weiterleiten.

Die ECHA bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich in einem Webinar (auf Englisch) am 12. November 2019 zu den neuen Anforderungen für Nanomaterialien zu informieren und mit Experten der ECHA in Austausch zu treten.