IHK-Studie zur Energiesicherheit im Rheinischen Revier

IHK-Studie zur Energiesicherheit im Rheinischen Revier
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Hintergrund

Gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern (IHK) Aachen und Köln hat die IHK Mittlerer Niederrhein im Dezember 2021 die SME Management GmbH mit der Erstellung einer Studie zur Energieversorgungssicherheit im Kern- und Wirkungsraum des Rheinisches Reviers beauftragt.

Ziel der Studie war das Aufzeigen des Handlungsbedarfs zum Erhalt der Versorgungssicherheit und -qualität in unserer Region. Mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung wird ein bedeutender Anteil der gesicherten Leistung bereits aktuell und bis zum Jahr 2038 sukzessive abgeschaltet. Seit Inkrafttreten des Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes (KVBG) wurden bis zum 1. April 2022 bereits 1,5 Gigawatt (GW) gesicherte und steuerbare Kraftwerksleistung abgeschaltet. Bis Ende 2022 sollen insgesamt gut 2,8 GW, bis Ende 2030 5,8 GW und bis Ende 2038 8,8 GW abgeschaltet werden. Ein auf 2030 vorgezogener Ausstieg aus der Kohleverstromung würde das Tempo verdoppeln. Hierdurch würden bereits in den nächsten acht Jahren 7,3 GW gesicherte Leistung abgeschaltet werden.

Die Studie hat in den Blick genommen, welche Versorgungslücken sich aus den Abschaltungen im Rheinischen Revier ergeben und wie diese geschlossen werden können. Zudem wurden von der SME Management GmbH zur Darstellung der unternehmerischen Sicht 50 Interviews mit Unternehmerinnen und Unternehmern von energieintensiven und -sensitiven Betrieben geführt, die aufzeigen, wie verunsichert die Wirtschaft in Bezug auf eine sichere Energieversorgung mittlerweile ist.

Durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat sich die Situation noch einmal deutlich verschärft, da die Versorgung mit Erdgas als Brückentechnologie für die Energiewende zumindest kurz- bis mittelfristig nicht mehr gesichert erscheint. Dieser Umstand wurde kurzfristig mit in die Erarbeitung der Studie aufgenommen.

Kernaussagen der Studie

Nachfolgend sind die Kernaussagen aufgeführt, zu denen Sie in der Studie gezielte Maßnahmenvorschläge finden:

  • Das Rheinische Revier stellt heute gesicherte Leistung über die Region hinweg bereit. Der Wegfall dieser Leistung hat somit auch überregionalen Einfluss.
  • Am gesetzlich fixierten Ausstiegspfad aus der Kohleverstromung im Rheinischen Revier bis zum Jahr 2038 sollte festgehalten werden. Ein Vorziehen des Ausstiegs auf das Jahr 2030 erscheint unrealistisch.
  • Es muss geprüft werden, welche Braunkohlekraftwerke durch Verlagerung in die Sicherheitsbereitschaft oder durch Anpassung des Stilllegungspfades aus dem Kohleverstromungsbeendigungsgesetz einen Beitrag zur Gewährleistung einer sicheren Stromversorgung leisten.
  • Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss endlich forciert werden, um die regionale und auch nationale Energiesouveränität wiederzuerlangen.
  • Neben dem schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien müssen auch der Ausbau der Netze sowie regelbarer Erzeugungskapazitäten vorangetrieben werden.
  • Die Beurteilung der Versorgungssicherheit nur über den SAIDI-Wert, der lediglich Versorgungsunterbrechungen über drei Minuten berücksichtigt, ist nicht zielführend. Daher sollte ein regionales technisches Versorgungssicherheits- und Versorgungsqualitäts-Monitoringsystem aufgebaut werden.
  • Um den Unternehmen Investitionen in die Elektrifizierung und Effizienzsteigerung von Prozessen zu ermöglichen, sollten neben einer Investitionsförderung auch Anpassungen in der Abschreibungssystematik auf den Weg gebracht werden.
  • Durch Engpässe beim Erdgas entsteht die Notwendigkeit eines nochmal beschleunigten Aufbaus von wasserstoffbasierten Kraftwerkskapazitäten.
  • Energieintensive Unternehmen müssen schnell finanziell entlastet werden.

Drei Fragen an IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz

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