Gas- und Strompreisbremse

Gas- und Strompreisbremse
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Der Bundesrat hat am 16. Dezember 2022 die sogenannten Energiepreisbremsen zur Abfederung der Auswirkungen der Energiekrise beschlossen. Im folgenden fassen wir die wichtigsten Punkte der beiden Entlastungspakete zusammen.

Start der Preisbremsen ist der erste Januar 2023, wobei die Entlastung ab dem 01. März 2023 rückwirkend gelten soll. Die Preisbremsen sollen zunächst bis zum 30 April 2024 gelten.

Weiter unten auf der Seite finden Sie Hinweise, was Unternehmen nun vor dem Hintergrund der Preisbremsen tun sollten sowie weitere Informationen, FAQs und ein aufgezeichnetes Webinar mit weiteren Hintergründen.

Strompreisbremse

Des Gesetzgeber unterscheidet zwischen zwei Verbrauchsgruppen bei der Strompreisbremse, für die unterschiedliche Regeln und Entlastungssätze gelten. 

 

Gruppe 1: Jahresverbrauch < 30.000 kWh

Zur Gruppe 1 gehören Haushalte, Gewerbe und Industrie mit einem Stromverbrauch unter 30.000 Kilowattstunden im Jahr.

Grundlagen der Strombreisbremse für Gruppe 1

Sofern der Verbraucher über ein Standard-Lastprofil (SLP) bilanziert wird, gilt als Bezugsgröße für den Jahresverbrauch die jeweils aktuelle dem Elektrizitätsversorgungsunternehmen vorliegende Jahresverbrauchsprognose des Netzbetreibers. Wenn nicht über ein Standard-Lastprofil bilanziert wird, zählt als Bezugsgröße die Strommenge, die der zuständige Messstellenbetreiber für den Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 31. Dezember 2021 gemessen oder anderweitig festgestellt hat

In Gruppe 1 wird für 80 Prozent des historischen Verbrauchs ein Preis von 40 Cent pro Kilowattstunde brutto gelten, sofern der vertraglich festgelegte Preis über dieser Deckelung liegt. Die Differenz des Preises wird vom Staat übernommen. Für die restlichen 20 Prozent des Verbrauchs gilt der vertraglich festgelegte Preis.

Die Entlastung erfolgt automatisch über den Stromversorger durch eine Anpassung der Rechnung. Die Kunden müssen also selbst nicht aktiv werden.

  

 

Gruppe 2: Jahresverbrauch > 30.000 kWh

Zur Gruppe 2 gehören vor allem Gewerbe- und Industriekunden mit einem Stromverbrauch größer als 30.000 Kilowattstunden im Jahr.

Grundlagen der Strombreisbremse für Gruppe 2

Sofern der Verbraucher über ein Standard-Lastprofil (SLP) bilanziert wird, gilt als Bezugsgröße für den Jahresverbrauch die jeweils aktuelle dem Elektrizitätsversorgungsunternehmen vorliegende Jahresverbrauchsprognose des Netzbetreibers. Wenn nicht über ein Standard-Lastprofil bilanziert wird, zählt als Bezugsgröße die Strommenge, die der zuständige Messstellenbetreiber für den Zeitraum zwischen dem 1. Januar 2021 und dem 31. Dezember 2021 gemessen oder anderweitig festgestellt hat

In Gruppe 2 wird für 70 Prozent des historischen Verbrauchs ein Preis von 13 Cent pro Kilowattstunde zzgl. Steuern, Abgaben und Umlagen gelten, sofern der vertraglich festgelegte Preis über dieser Deckelung liegt. Die Differenz des Preises wird vom Staat übernommen. Für die restlichen 30 Prozent des Verbrauchs gilt der vertraglich festgelegte Preis.

Die Entlastung erfolgt automatisch über den Stromversorger durch eine Anpassung der Rechnung. Die Kunden müssen also selbst nicht aktiv werden. Für besonders stromintensive Unternehmen, die Entlastungsbeträge von über 150.000 € pro Monat in Anspruch nehmen, gelten besondere Regelungen und Mitteilungspflichten.

 

Gas- und Wärmepreisbremse 

Des Gesetzgeber unterscheidet zwischen zwei Verbrauchsgruppen bei der Gas- und Wärmepreisbremse, für die unterschiedliche Regeln und Entlastungssätze gelten. 

 

 

Gruppe 1: Jahresverbrauch < 1.500.000 kWh

Zur Gruppe 1 gehören Haushalte, Gewerbe und Industrie mit einem Gas- oder Wärmeverbrauch an einer Entnahmestelle von unter 1.500.000 Kilowattstunden im Jahr.

Ausnahmen werden hier gebildet durch: Wohneinheiten, Wohnunternehmen, Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten, Bildungseinrichtungen, medizinische Einrichtungen.

Grundlagen der Gas- und Wärmepreisbremse für Gruppe 1

Als Deckelungsbetrag werden für Gruppe 1 beim Gas 12 Cent pro Kilowattstunde inklusive aller staatlich induzierten Preisbestandteile angesetzt. Bei Wärmekunden gilt ein Deckelungsbetrag von 9,5 Cent pro Kilowattstunde. Das Kontingent, für das diese Beträge gelten, beträgt 80 Prozent der Jahresverbrauchsprognose, die der Abschlagszahlung aus September 2022 zugrunde lag. Darüber hinausgehend gilt der vertraglich vereinbarte Arbeitspreis. Bei Kunden, die über eine registrierende Leistungsmessung (RLM) bilanziert werden, ist der Verbrauch der Entnahmestelle von November 2021 bis Oktober 2022 maßgebend.

Die Preisbremse wirkt für die Kunden automatisch. Lediglich RLM-Kunden mit einem geringeren Verbrauch als 1,5 Mio. Kilowattstunden müssen ihrem Erdgaslieferanten zur Klärung der Anspruchsberechtigung in Textform mitteilen, dass die Voraussetzungen hierfür vorliegen.

 

 

Gruppe 2: Jahresverbrauch > 1.500.000 kWh

Zur Gruppe 2 gehören vor allem Gewerbe- und Industriekunden mit einem Gas- oder Wärmeverbrauch größer als 1.500.000 Kilowattstunden im Jahr.

Grundlagen der Gas- und Wärmepreisbremse für Gruppe 2

Als Deckelungsbetrag werden für Gruppe 1 beim Gas 7 Cent pro Kilowattstunde zuzüglich aller staatlich induzierten Preisbestandteile angesetzt. Bei Wärmekunden gilt ein Deckelungsbetrag von 7,5 Cent pro Kilowattstunde. Das Kontingent, für das diese Beträge gelten, beträgt 70 Prozent der Verbrauchsmenge aus dem Jahr 2021. Darüber hinausgehend gilt der vertraglich vereinbarte Arbeitspreis. 

Die Preisbremse wirkt für die Kunden automatisch. Für besonders gas- oder wärmeintensive Unternehmen, die Entlastungsbeträge von über 150.000 € pro Monat in Anspruch nehmen, gelten besondere Regelungen und Mitteilungspflichten.

  

Härtefall-Regelungen durch die Länder

Hinzu kommen Härtefall-Regelungen durch die Länder. Kleine und mittelgroße Unternehmen sollen in Härtefällen zusätzliche Unterstützung bekommen, wenn steigende Energiepreise trotz Strom- und Gaspreisbremse ihre Existenz gefährden. 

Wie sollten Unternehmen nun aktiv werden?

Die Preisbremsen wirken für Unternehmen automatisch. Trotzdem können Unternehmen bereits jetzt aktiv werden, um eventuell auftretende Fragen im Hinblick auf die Energiepreisbremsen bereits im Vorfeld geklärt zu wissen:

  1. Ist das Unternehmen ein Einzelunternehmen oder Unternehmensverbund?
  2. Wie viele und welche Anschlusspunkte befinden sich auf dem Betriebsgelände?
  3. Wie hoch waren die jeweiligen Verbräuche pro Anschlusspunkt im Jahr 2021 und welchem Unternehmen sind sie zuzuordnen?
  4. Unterliegt der jeweilige Anschlusspunkt der Registrierenden Leistungsmessung (RLM) oder dem Standardlastprofil (SLP)?
  5. Vertragslage mit den Versorgungsunternehmen zusammenstellen
  6. Eintragen in unseren Newsletter, damit wir Sie über weitere Schritte informieren können.

Weiterführende Informationen

Das BMWK stellt auf seinen Internetseiten umfangreichen FAQs zu der Strompreisbremse und der Gas- und Wärmepreisbremse bereit.

Bei Rückfragen sind wir über die Hotline Energiekrise für Sie da.

DIHK Webinar

Am 21. Dezember wurde vom DIHK ein Webinar mit wesentlichen Informationen zur Gas- und Strompreisbremse durchgeführt. Die Aufzeichnung des Webinars finden Sie hier.

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