Green Deal – Jetzt wird es für Unternehmen konkret

Green Deal – Jetzt wird es für Unternehmen konkret
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Mit dem „Green Deal“ möchte die EU bis zum Jahr 2050 der erste klimaneutrale Staatenbund der Welt sein. Um dieses Ziel zu erreichen hat die Kommission Ende 2020 beschlossen, dass 2030-Klimaziel, das eine Reduzierung der Treibhausemissionen gegenüber 1990 von 40 Prozent vorsah, auf 55 Prozent anzuheben. Einzelheiten dazu finden Sie hier.

Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, wird die Kommission in 2021 konkrete Maßnahmen vorlegen, die auch Unternehmen direkt oder indirekt betreffen. Im Juni dieses Jahres sollen zahlreiche Gesetze angepasst werden.

Durch eine Reform des Europäischen Emissionshandels (ETS) sollen die darin gehandelten CO2-Zertifikate verknappt werden. Hierdruch werden sich für etwa 2.000 deutsche Anlagen, die am EU-ETS teilnehmen, in der Regel Kraftwerke oder Feuerungsanlagen in der Industrie, die CO2-Kosten erhöhen. Durch die wirtschaftliche Verflechtung dieser Branchen mit anderen Teilen der Wirtschaft, werden sich die Kosteneffekte auch auf die langen Wertschöpfungsketten auswirken.

Zusätzlich könnten höhere Ziele bei der sogenannten Lastenverteilung für die einzelnen Staaten festgelegt werden. In Deutschland hätte dies Auswirkungen auf den am 01.01.2021 gestarteten nationalen Emissionshandel (CO2-Bepreisung).

Um Branchen vor Wettebwerbsnachteilen gegenüber Mitbewerbern außerhalb der EU zu schützen, soll für vereinzelte Branchen, wie Stahl oder Zement, ein sogenannter CO2-Grenzausgleich etabliert werden.

Die CO2-Grenzwerte in der Automobilindustrie sollen erneut verschärft werden (Abgasnorm „Euro 7“), um den Markthochlauf der Elektromoiblität zu fördern.

Im Bereich der umweltpolitischen Vorhaben steht vor allem die Förderung der Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt. Im vierten Quartal 2021 soll demnach ein neuer Rechtsrahmen für nachhaltige Produkte und ein Vorschlag zur Überarbeitung der Ökodesign-Richtlinie vorgelegt werden. Dies wird Auswirkungen im Bereich Produktgestaltung sowie der Herstellung für die Unternehmen mit sich bringen. 

Zur Verringerung der Schadstoffemissionen in die Umwelt ist bereits im März 2021 eine Vorlage für einen Aktionsplan zur sogenannten Nullschadstoff-Ambition vorgesehen. Konkret stehen damit etwa Überlegungen zur Überarbeitung der Luftqualitätsrichtlinien oder der Industrieemissionsrichtlinie in Verbindung. Unternehmen müssen sich damit unter Umständen mittelfristig auf weitere Vorgaben zur Emissionsreduzierung und damit auf Anpassungen ihrer Produktionsprozesse einstellen.