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Lebensmittelkennzeichnung

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Angabe des Zutatenverzeichnisses und der Allergene

Auf Lebensmitteln müssen die Zutaten und die Allergene angegeben werden. Das regelt die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) seit dem 13. Dezember 2014. Zu diesen Angaben sind neben Herstellern und stationären Händlern auch Online-Händler, Gastronomen und Anbieter von Verpflegungseinrichtungen wie Kantinen verpflichtet.

Dem Zutatenverzeichnis muss das Wort „Zutaten“ vorangestellt sein (Art. 18 Absatz 1 LMIV).

Zu den Vorgaben gehört die sogenannte Allergenkennzeichnung. So müssen Stoffe, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können, im Zutatenverzeichnis auf verpackten Lebensmitteln hervorgehoben werden. Ausführliche Informationen haben wir für Sie in unserem Merkblatt "Allergenkennzeichnung bei Lebensmitteln" zusammengestellt.

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln in deutscher Sprache ist verpflichtend. Dies regelt die deutsche Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV).

Das Mindesthaltbarkeitsdatum muss mit den Worten „mindestens haltbar bis …“ angegeben werden (Art. 24 LMIV iVm Anhang X).

Außerdem gibt es Regelungen für Lebensmittel-Imitate. Bei deren Verwendung muss der „Ersatz-Stoff“ in unmittelbarer Nähe des Produktnamens angegeben werden. „Klebefleisch“ muss künftig mit einem speziellen Hinweis („aus Fleischstücken zusammengefügt“) gekennzeichnet werden.

Verpflichtend ist die Herkunftskennzeichnung ab April 2015 für Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch. Bei eingefrorenem Fleisch, eingefrorenen Fleischzubereitungen und eingefrorenen unverarbeiteten Fischereierzeugnissen muss das Einfrierdatum angegeben werden. Diese und viele weitere verpflichtende Informationen müssen in einer bestimmten Schriftgröße gedruckt werden.

Pflicht zur Nährwertkennzeichnung – auf Produkten und im Onlinehandel

Seit dem 13. Dezember 2016 müssen Angaben zur Nährwert-Deklaration gemacht werden – auch im Online-Shop. Das schreibt Art. 9 der eu-weit geltenden Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) vor.

Auf vielen Produkten werden die Nährwerte bereits freiwillig - oft tabellarisch -dargestellt. Doch ab jetzt ist die Nährwertdeklaration neben der Angabe der Inhaltsstoffe und Allergene verpflichtend. Insbesondere beim Onlinehandel mit Lebensmitteln müssen die Nährwerte schon vor dem Bestellvorgang angegeben werden. Ansonsten können Abmahnungen drohen.

Die verpflichtende Nährwertdeklaration muss dabei folgende Angaben enthalten: Brennwert, Mengen an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz (sogenannte Big-Seven). Wie der Brennwert zu berechnen ist, ergibt sich aus einem Anhang XIV der Verordnung.

Freiwillige Ergänzungen sind Angaben zu Mengen oder Stoffen wie:

  • einfach ungesättigte Fettsäuren
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • mehrwertige Alkohole
  • Stärke
  • Ballaststoffe
  • Vitamine oder Mineralstoffe gemäß Anhang XIII der LMIV.

Kennzeichnung loser Ware ohne Selbstbedienung (Kantine, Marktstand, Verkauf über die Ladentheke)

Die Kennzeichnung für Lebensmittel, die

1. ohne Verpackung zum Verkauf angeboten werden oder

2. auf Wunsch des Endverbrauchers oder des Anbieters von Gemeinschaftsverpflegung am Verkaufsort verpackt werden oder

3. im Hinblick auf ihren unmittelbaren Verkauf vorverpackt und nicht zur Selbstbedienung angeboten werden,

hat der nationale deutsche Gesetzgeber in § 4 Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung - LMIDV geregelt.

Dem Grunde nach ist es danach weiterhin möglich, an einem Marktstand, in der Kantine oder an der Ladentheke ein Schild aufzustellen, das hinsichtlich der Zutaten und Allergene eine mündliche Aufklärung erfolgt. Das Personal muss dann aber auch Bescheid wissen. Des Weiteren muss auf Nachfrage eine schriftliche Aufzeichnung über die Informationen, nämlich die Zutaten und Allergene vorliegen.

Im Besonderen regelt § 4 Abs. 3 LMIDV bei nicht vorverpackten Lebensmitteln folgendes:

Die Angaben zu Zutaten und Allergenen sind bezogen auf das jeweilige Lebensmittel gut sichtbar, deutlich und gut lesbar bereitzustellen. Die Angaben können erfolgen

1. auf einem Schild auf dem Lebensmittel oder in der Nähe des Lebensmittels,

2. auf Speise- und Getränkekarten oder in Preisverzeichnissen,

3. durch einen Aushang in der Verkaufsstätte oder

4. durch sonstige schriftliche oder vom Lebensmittelunternehmer bereitgestellte elektronische Informationsangebote, sofern die Angaben für Endverbraucher und Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung unmittelbar und leicht zugänglich sind.

Die Angaben sind so bereitzustellen, dass der Endverbraucher oder der Anbieter von Gemeinschaftsverpflegung vor Kaufabschluss und vor Übergabe des Lebensmittels von ihnen Kenntnis nehmen kann. Auf Speise- und Getränkekarten oder in Preisverzeichnissen können die Angaben auch in leicht verständlichen Fußnoten oder Endnoten bereitgestellt werden, wenn auf diese bei der Bezeichnung des Lebensmittels in hervorgehobener Weise hingewiesen wird. In den übrigen Fällen muss bei dem Lebensmittel oder in einem Aushang in der Verkaufsstätte darauf hingewiesen werden, wie die erforderlichen Angaben bereitgestellt werden. Der Lebensmittelunternehmer oder das Personal, das über die Verwendung der betreffenden Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe hinreichend unterrichtet ist, kann über die erforderlichen Angaben auch mündlich informieren. Voraussetzung ist, dass

1. die erforderlichen Angaben den Endverbrauchern auf deren Nachfrage unverzüglich vor Kaufabschluss und vor Übergabe des Lebensmittels mitgeteilt werden,

2. eine schriftliche Aufzeichnung über die bei der Herstellung des jeweiligen Lebensmittels verwendeten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe vorliegt und

3. die schriftliche Aufzeichnung für die zuständige Behörde und auf Nachfrage auch für die Endverbraucher leicht zugänglich ist.

Kennzeichnung loser Ware mit Selbstbedienung

Die Kennzeichnung loser Ware, die im Hinblick auf ihren unmittelbaren Verkauf vorverpackt und Endverbrauchern zur Selbstbedienung angeboten wird, umfasst die Angaben wie Bezeichnung, Zutaten, Allergene, Nettofüllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Unternehmer und Ursprungsland.

Einzelheiten und weitere Vorschriften sind auf der Seite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zu finden.

Weitere Informationen haben wir für Sie in unserem Merkblatt "Kennzeichnung von Lebensmitteln im Gastgewerbe 2017" zusammengestellt.