english

KWK-Gesetz

KWK-Gesetz
© thingamajiggs - Fotolia.com

Ansprechpartner

Jürgen Zander
Jürgen Zander

Telefon: +49 2151 635-360
Telefax: +49 2151 635-44360
E-Mail:
V-Card: Kontaktdaten speichern

Nordwall 39
47798 Krefeld

Zweck des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes ist es, im Interesse der Energieeinsparung, des Umweltschutzes und der Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung, einen Beitrag zur Erhöhung der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung in der Bundesrepublik Deutschland zu leisten. Auf 25 Prozent bis zum Jahr 2020 soll der Anteil steigen. Erreicht werden soll dies durch die Förderung der Modernisierung und des Neubaus von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen), Wärme- und Kältenetzen und Wärme- und Kältespeichern, in die Wärme oder Kälte aus KWK-Anlagen eingespeist wird sowie die Unterstützung der Markteinführung der Brennstoffzelle.

Zum 1. Januar 2017 ist das novellierte Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) in Kraft getreten. Ähnlich wie beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) werden einerseits über eine Umlage (KWK-Umlage) Gelder eingesammelt, die dann an KWK-Nutzer als Vergütung ausgezahlt werden. Im Gegensatz zur festen Förderdauer von 20 Jahren beim EEG setzt man beim KWKG auf maximale Laufzeiten der KWK-Anlagen. Bei kleinen Anlagen (bis 50 kW elektrischer  Leistung) sind es 60.000 Stunden, bei großen Anlagen sind es 30.000 Stunden. Die Anlagen können danach weiter betrieben werden, erhalten aber keine Förderung mehr. Auch modernisierte und nachgerüstete KWK-Anlagen können eine Förderung von 10.000 bis 30.000 Vollbenutzungsstunden erhalten.

Weiterhin enthält das KWKG Regelungen zu Netzanschluss und Stromvermarktung. So müssen ab einer Anlagenleistung von 100 kW elektrischer Leistung sich die Betreiber um die Vermarktung des erzeugten Stroms kümmern.

Neu ist die Reglung bei negativen Preisen an der Strombörse (§ 7 Absatz 7). Für Stunden, in denen der Preis an der Strombörse (Epex Spot) negativ oder null beträgt, erhält eine Anlage keine Förderung. Allerdings wird die trotzdem erzeugte Strommenge nicht auf die Dauer der Zuschlagszahlungen angerechnet.

KWK-Umlage

Es gibt grundsätzlich nur noch zwei Kategorien von Letztverbrauchern: Nichtprivilegierte und privilegierte Letztverbraucher.

  • Nichtprivilegierte Letztverbraucher bezahlen grundsätzlich 0,438 Cent/kWh.
  • Priviligierten Letztverbraucher zahlen für die ersten 1.000.000 kWh die volle Umlage.  Die Mindest-KWK-Umlage liegt bei 0,03 Cent/kWh.  Die selbst verbrauchten und an Dritte weitergeleiteten Strommengen des letzten Kalenderjahres müssen zudem bis zum 31. März des Folgejahres an den Netzbetreiber gemeldet werden, um die reduzierten Sätze zu erhalten.
  • Eine Übergangsregelung besteht für alle Unternehmen, die 2016 der Letztverbrauchergruppe B1 angehört haben. Für sie wird die KWK-Umlage für 2017 für Strommengen über 1.000.000 kWh auf 0,08 Cent/kWh und 2018 auf 0,16 Cent/kWh begrenzt. Für Unternehmen der bisherigen Letztverbrauchergruppe C2 ist die Staffelung wie folgt: 2017 0,06 Cent/kWh; 2018: 0,12 Cent/kWh. Ab 2019 sind für beide Letztverbrauchergruppen die volle Umlage (vgl. § 36 Absatz 3) fällig.

KWK-Fördersätze

Im Detail gibt es zahlreiche Sonderreglungen, die zu beachten sind. Hier ein Auszug aus einem DIHK-Merkblatt (Download weiter unten):

  • Grundsätzlich kann eine Anlage sowohl ins öffentliche Netz einspeisen als auch zur Eigenerzeugung genutzt werden.
  • Anlagen zwischen 1 und 50 MW erhalten nur noch dann eine Förderung, wenn sie sich erfolgreich an Ausschreibungen beteiligt haben und ins öffentliche Netz einspeisen. Nur nachgerüstete Anlagen müssen nicht in die Ausschreibung
  • Die Vergütung für ins öffentliche Netz eingespeiste Strommengen erhöht sich zusätzlich um 0,6 Cent/kWh für neue Anlagen, die eine bestehende Stein- oder Braunkohle-KWK ersetzen. Dies muss nicht am selben Standort geschehen.
  • Neue Kohle-KWK-Anlagen erhalten nach dem neuen KWKG keine Förderung mehr. Nur Anlagen auf Basis von Abfall, Abwärme, Biomasse, gasförmigen oder flüssigen Brennstoffen können gefördert werden. Ausnahmen gibt es für Anlagen, die sich vor dem 31.12.2015 in Bau befanden (§ 35 Absatz 5).
  • Für Anlagen, die dem Emissionshandel unterliegen, erhöht sich die Vergütung um 0,3Cent/kWh.