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TextilTech Innovation Night

TextilTech Innovation Night
© Amir Ouadahi (Paint The Town Studios)

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Benita Görtz
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Gewebe mit Grips, smarte Textilien, die digital vernetzt sind und somit kommunizieren und Daten sammeln können, standen im Mittelpunkt der ersten „TextilTech Innovation Night“. Dazu hatte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein gemeinsam mit dem DigiHub Düsseldorf/Rheinland und der Wirtschaftsförderung Krefeld in die ZSK Stickmaschinen GmbH in Krefeld eingeladen. Die Location passte zum Abend, denn Krefeld hat eine lebendige textile Tradition, und nach wie vor spielt die Textilindustrie in der Region eine wichtige Rolle. Neun Forscher und Unternehmer  stellten in fünfminütigen Innovation Pitches vor, welche neuen Funktionen smarte Textilien haben können und welche innovativen Produkte künftig möglich sind. Das Publikum wählte die drei besten Vorträge aus, die dann nach der ersten Pitch-Runde noch einmal vertieft wurden. Auswahlkriterium war die Lautstärke des Applauses, der mit Hilfe einer Dezibel-App gemessen wurde.

Die Projekte, Produktideen und Geschäftsmodelle waren vielfältig: Jan Jordan vom Institut für Textiltechnik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen stellte nicht nur ein sensorbasiertes Körper-Airbag-System vor, das Stürze von Menschen zum Beispiel von Leitern oder Baugerüsten abfedern kann, sondern erläuterte auch, wie Energiespeicher in Faserform funktionieren. Alexandra Glogowsky (Hochschule Niederrhein) zeigte, welche vielversprechenden Möglichkeiten künftig der 3-D-Druck in der Textilindustrie bieten wird. Vadim Tenner (RWTH Aachen) stellte ein textiles Eingabegerät vor, das zum Beispiel als Fernbedienung verwendet werden kann. Gerd Willschütz von der Color Digital GmbH erklärte, wie Farbsysteme und Produktfarbkarten führender Hersteller unverfälscht auf Bildschirm, Drucker und Produkt kommen. Und Volker Neumann, Geschäftsführer von Stünings Medien Krefeld, beschrieb eine Software-Entwicklung, die in der Lage ist, Arbeitsbekleidung individuell zu beschaffen und beispielsweise mit Stickereien zu versehen.

Den lautesten Applaus des Publikums erhielt Björn Lang. Gemeinsam mit Partnern hat er das Unternehmen Physiosense gegründet. Die ursprüngliche Geschäftsidee waren Entwicklung, Produktion und Vertrieb eines Bürostuhls, der sich dank smarter Textilien meldet, wenn der Benutzer eine rückenschädigende und ungesunde Haltung einnimmt. „Algorithmen und smarte Sensoren sind unsere Kernkompetenzen“, so Lang.

Auf den Plätzen zwei und drei landeten Frank Giessmann von ZSK Stickmaschinen und Malin Obermann von der Hochschule Niederrhein. Giessmann zeigte, dass die Stickmaschinen „made in Krefeld“ mehr können als nur Mode verzieren: „Wir können auch LEDs platzieren, Schaltkreise legen und Carbon versticken.“ Obermann gab einen Überblick über die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten smarter Textilien: „Sie können beispielsweise in der Medizin und im Wellnessbereich, etwa zur Messung von Körperfunktionen, oder in der Logistik zur Nachverfolgung von Waren genutzt werden.“