english

Weiterentwicklung des Stockholmer POP-Abkommens

Weiterentwicklung des Stockholmer POP-Abkommens
© imageteam - Fotolia.com

Ansprechpartner

Jürgen Zander
Jürgen Zander

Telefon: +49 2131 9268-570
Telefax: +49 2151 635-44570
E-Mail:
V-Card: Kontaktdaten speichern

Friedrichstraße 40
41460 Neuss

Um den Einsatz von langlebigen organischen Schadstoffen einzuschränken oder zu verbieten, wurde 2004 das Stockholmer POP-Abkommen unterzeichnet. Was aber, wenn neue Stoffe aufgenommen werden sollen? Eine neue Strategie bei der Verfahrensweise soll Klarheit schaffen.

Was regelt das Stockholmer POP-Abkommen?

Das Stockholmer Übereinkommen zu persistenten organischen Schadstoffen (POP) regelt Umgang mit Chemikalien, die

  • sehr langlebig (persistent) sind,
  • sich in Organismen stark anreichern (bioakkumulieren),
  • sehr giftig (toxisch) sind
  • und ein großes Ferntransportpotenzial

haben. Sie werden deshalb weitab ihrer Herstellungs- und Einsatzorte, z. B. in polaren Regionen, gefunden. Derzeit sind 22 Chemikalien(gruppen) als POP im Stockholmer Übereinkommen gelistet, die 23. wird nach Beschluss der 6. Vertragsstaatenkonferenz von Mai 2013 gerade ergänzt.

Wie können neue Chemikalien gelistet werden?

Angesichts der Tatsache, dass sich weltweit Zehntausende von Chemikalien auf dem Markt befinden, spielt die Frage, mit wie vielen zusätzlichen POP zu rechnen ist, eine zentrale Rolle für die zukünftige Arbeit der Unterzeichner des Übereinkommens. Das Übereinkommen ermöglicht jeder Vertragspartei, neue Chemikalien zur Aufnahme in die Stoffliste des Übereinkommens vorzuschlagen, enthält jedoch keine besondere Verpflichtung zur Ergänzung um weitere Chemikalien.

Vor diesem Hintergrund beauftragte das deutsche Umweltbundesamt (UBA) das Öko-Institut und die ETH Zürich (ICB) mit der Entwicklung einer Strategie zur Identifizierung potenzieller POP-Kandidaten sowie der Evaluierung von Daten, Methoden und Verfahren, die zur Identifizierung der vorhandenen 22 POP verwendet wurden.

Neue Strategie zur Identifizierung potenzieller POP-Kandidaten

In diesem Zusammenhang wurden etablierte Konzepte zur Ermittlung der relevanten POP-Eigenschaften, Informationen über Chemie-Datenbanken und Stofflisten sowie Umweltmonitoringprogramme zur Erfassung von POP geprüft und ausgewertet. Die meisten Screening-Untersuchungen, die im Rahmen der Literaturrecherche zu hochpersistenten und bioakkumulierbaren Chemikalien gefunden wurden, enthielten jedoch keine Informationen über das Potenzial zum weiträumigen Transport der Chemikalie in der Umwelt, welches im Stockholmer Übereinkommen ein wichtiges Kriterium darstellt. Die gewählte Strategie basiert auf den Ergebnissen der Auswertung des gegenwärtigen Zustands. Sie enthält einen stufenweisen Ansatz zur Analyse der aktuell verwendeten Chemikalien sowie zur Identifizierung von Stoffen mit POP-Merkmalen im Hinblick auf die Unterbreitung erster Vorschläge im Rahmen des Aufnahmeverfahrens des Stockholmer Übereinkommens. Die Strategie umfasst zwei Hauptschritte:

  1. zum einen eine Überprüfung der Chemikalien im Hinblick auf die in Anhang D des Stockholmer Übereinkommens aufgeführten Informationsanforderungen und Screening-Kriterien und
  2. zum anderen die Auswertung weiterer Informationen über Einsatz, negative Auswirkungen und rechtliche Bedeutung der potenziellen POP-Kandidaten.

(Quelle: BMUB)