Entsendung: Keine Dienstreise ohne A1-Bescheinigung

Entsendung: Keine Dienstreise ohne A1-Bescheinigung
© underdogstudios-Fotolia.com

Mitarbeiterentsendung: Bisher hat sie kaum jemand ernst genommen, jetzt wird verschärft kontrolliert – vier Fragen und Antworten zur A1-Bescheinigung

Was ist die A1-Bescheinigung?

Die A1-Bescheinigung kommt zum Einsatz, wenn ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber in ein anderes EU-Land, EWR-Land (Island, Liechtenstein, Norwegen) oder die Schweiz entsendet wird, um dort für ihn eine Arbeit zu erledigen. Sie dient als Nachweis, dass der Arbeitnehmer weiterhin den Regelungen der Sozialversicherung im Herkunftslands unterliegt. Voraussetzung dafür ist, dass die Entsendung voraussichtlich nicht mehr als 24 Monate dauert und keine andere Person abgelöst wird. Diese Regelung gilt seit 2010.

Wer braucht die A1-Bescheinigung?

Ob Angestellter oder Selbstständiger – jeder, der aus beruflichen Gründen in ein anderes Land reist, gilt sozialversicherungsrechtlich als entsendet und braucht eine A1-Bescheinigung. Bereits für die Entsendung von nur einem Tag wird eine A1-Bescheinigung benötigt. Maximal kann sie für 24 Monate ausgestellt werden. Auch wer eine Weiterbildung, eine Konferenz oder eine Messe besucht oder als Berufskraftfahrer im Ausland unterwegs ist, muss eine A1-Bescheinigung mitführen. Auf der Webseite der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland, kurz DVKA, stehen Leitfäden zu diesem Thema für einzelne Länder zur Verfügung.

Wie wird die Bescheinigung beantragt?

Je nach Versicherung des Mitarbeiters müssen die Arbeitgeber die Bescheinigung bei der Krankenkasse oder beim Rentenversicherungsträger beantragen. Ab dem 1. Juli 2019 können die Bescheinigungen nur noch elektronisch beantragt werden. Krankenkassen und Rentenversicherungsträger haben drei Arbeitstage Zeit, die Bescheinigungen zu übermitteln. Bei sehr kurzfristigen Dienstreisen wird oftmals auch eine Kopie des Antrags anerkannt.

Werden Kontrollen durchgeführt?

Vor allem in Österreich und Frankreich wird verstärkt kontrolliert. Dort werden Bußgelder in Höhe von bis zu 10.000 Euro verhängt. Darüber hinaus können die Behörden den Zutritt zu Werks- oder Messegeländen verbieten. Auch in anderen Ländern ist mit verstärkten Kontrollen zu rechnen.