Überblick über aktuelle finanzielle Hilfen

Überblick über aktuelle finanzielle Hilfen
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Auf dieser Seite informieren wir Sie laufend über finanzielle Hilfen:

Unternehmensberatung in Zeiten von Corona

Am 3. April 2020 ist eine modifizierte Richtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows für von Corona betroffene Unternehmen in Kraft getreten. Ab sofort können Sie einen Antrag für Beratungen, die bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro für von Corona betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler ohne Eigenanteil gefördert werden, beim BAFA stellen kann. Hier ein Hinweis zur Antragstellung.

Soforthilfen

Die Bundesregierung hat Soforthilfen in Aussicht gestellt:
Finanzielle Soforthilfe (steuerbare Zuschüsse) für Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe bis zu zehn Beschäftigten.

Eckpunkte des Soforthilfe-Programms:

  • Finanzielle Soforthilfe (steuerbare Zuschüsse) für Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe mit bis zu zehn Beschäftigten.

    - 9.000 Euro Einmalzahlung für drei Monate bei bis zu fünf Beschäftigten (Vollzeitäquivalente)

    - 15.000 Euro Einmalzahlung für drei Monate bei bis zu zehn Beschäftigten (Vollzeitäquivalente)
  • Für Unternehmen bis 50 Beschäftigte: 25.000 € Einmalzahlung für drei Monate
  • Sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 Prozent reduziert, kann der ggf. nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden.
  • Ziel: Zuschuss zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der Antragsteller und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen, u.a. durch laufende Betriebskosten wie Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten u.ä (auch komplementär zu den Länderprogrammen)
  • Voraussetzung: wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona. Unternehmen darf vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein. Schadenseintritt nach dem 1. März 2020.
  • Die Landesregierung hat beschlossen, das Angebot des Bundes 1:1 an die Zielgruppen weiterzureichen und dabei zusätzlich den Kreis der angesprochenen Unternehmen noch um die Gruppe der Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten zu erweitern. Eine Übersicht über wichtige Fragestellungen sowie das Antragsformular erhalten Sie auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums NRW.

Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen

Um die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern, werden die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen, zur Senkung von Vorauszahlungen und im Bereich der Vollstreckung verbessert. Insgesamt wird den Unternehmen die Möglichkeit von Steuerstundungen in Milliardenhöhe gewährt. Die hierfür erforderliche Abstimmung mit den Ländern darüber hat das Bundesministerium der Finanzen eingeleitet. Im Einzelnen:

1. Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert. Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird. Die Finanzverwaltung NRW stellt hierfür ein Muster bereit.

2. Vorauszahlungen können leichter angepasst werden. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.

3. Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist. Bei den Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Energiesteuer und Luftverkehrssteuer), ist die Generalzolldirektion angewiesen worden, den Steuerpflichtigen in entsprechender Art und Weise entgegenzukommen. Gleiches gilt für das Bundeszentralamt für Steuern, das bei seiner Zuständigkeit für die Versicherungssteuer und die Umsatzsteuer entsprechend verfahren wird.

KfW-Schnellkredit 2020

Die KfW-Schnellkredite für den Mittelstand umfassen im Kern folgende Maßnahmen. Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, soll ein „Sofortkredit“ mit folgenden Eckpunkten gewährt werden:

  • Der Schnellkredit steht mittelständischen Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind.
  • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu 3 Monatsumsätzen des Jahres 2019, maximal 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern, maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 50.
  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
  • Zinssatz in Höhe von aktuell 3% mit Laufzeit 10 Jahre.
  • Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100% durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.
  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.

Der KfW-Schnellkredit kann nach Genehmigung durch die EU-Kommission starten. Die Förderkredit-Berater der IHK sind über die Corona-Hotline der IHK erreichbar: Tel. 02151 635-424 (E-Mail: corona@mnr.ihk.de).

KfW-Sonderprogramm 2020

Das KfW-Sonderprogramm 2020 wird über die Programme KfW-Unternehmerkredit (037/047) und ERP-Gründerkredit - Universell (073/074/075/076) umgesetzt, deren Förderbedingungen modifiziert und erheblich erweitert werden. Daneben ermöglicht das Sonderprogramm „Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung“ (855) große Konsortialfinanzierungen unter Risikobeteiligung der KfW.

Die Programme stehen Unternehmen zur Verfügung, die wegen der Corona-Krise vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Konkret heißt dies, dass alle Unternehmen, die zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten waren, einen Kredit beantragen können. Es können Investitionen und Betriebsmittel finanziert werden.

Anträge können ab dem 23. März 2020 über die Hausbank gestellt werden. Auszahlungen erfolgen schnellstmöglich. Eine einfache und unbürokratische Antragsbearbeitung wird sichergestellt:

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

Weitere Informationen zur KfW-Corona-Hilfe erhalten Sie auch im Downloadbereich!

Bitte bereiten Sie folgende Unterlagen für das Bankgespräch und Antragsverfahren vor:

  • Jahresabschluss 2018
  • vorläufiger Jahresabschluss 2019, alternativ BWA 2019 inkl. Summen-/Saldenliste
  • kurze Situationsbeschreibung, Erläuterung eingeleiteter Maßnahmen
  • vorläufige Liquiditätsplanung 2020
  • Rentabilitätsplanungen für 2020 und 2021

Die Förderkredit-Berater der IHK sind über die Corona-Hotline der IHK erreichbar: Tel. 02151 635-424 (E-Mail: corona@mnr.ihk.de).

Wirtschaftsstabilisierungsfonds - Rettungsschirm für Unternehmen

Um Unternehmen zu helfen, die durch die Corona-Pandemie unverschuldet in Liquiditätsengpässe geraten, hat die Bundesregierung die Errichtung eines Wirtschaftsstabilisierungsfonds beschlossen.

Der Bund wird je nach Bedarf zusätzliche Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen, um ausreichend Liquidität für die Unternehmen sicherzustellen.

Ziel des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) ist es, Liquidität und Solvabilität von Unternehmen zu gewährleisten, die vor der Corona-Pandemie gesund und wettbewerbsfähig waren. Der WSF ergänzt die geplanten Sonderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Wesentliche Instrumente
Der Wirtschaftsstabilisierungsfond erhält folgende Instrumente:

  • einen Garantierahmen von 400 Milliarden Euro, der Unternehmen dabei helfen soll, sich am Kapitalmarkt zu refinanzieren (Überbrückung von Liquiditätsengpässen).
  • eine Kreditermächtigung über 100 Milliarden Euro zur Kapitalstärkung von Unternehmen (Rekapitalisierung).
  • eine weitere Kreditermächtigung über 100 Milliarden Euro zur Refinanzierung der KfW-Sonderprogramme.

Finanzierung und Kriterien

Zur Finanzierung dieser Maßnahmen wird der Bund je nach Bedarf zusätzliche Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen. Dafür nutzt er seinen etablierten Marktzugang über die Deutsche Finanzagentur.

Adressiert werden Wirtschaftsunternehmen, die mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllen:

  1. eine Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro
  2. Umsatzerläse von mehr als 50 Millionen sowie
  3. mehr als 249 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt

Im Einzelfall kann auch die Beteiligung kleinerer Unternehmen, die für die kritische Infrastruktur wichtig sind, geprüft werden.

Insolvenzordnung

Im Rahmen der Unterstützung der Unternehmen wird derzeit ein Entwurf zur Änderung der Insolvenzordnung seitens des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz erarbeitet. Hintergrund ist die verzögerte Bearbeitung von Anträgen auf öffentliche Hilfen bzw. die Dauer entsprechender Finanzierungsverhandlungen. Insofern soll von der dreiwöchigen Insolvenzantragspflicht abgesehen werden. Das Ministerium spricht derzeit davon, dass durch eine gesetzliche Regelung die Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 ausgesetzt werden soll. Voraussetzung für die Aussetzung soll sein, dass der Insolvenzgrund auf den Auswirkungen der Corona-Epidemie beruht und dass aufgrund einer Beantragung öffentlicher Hilfen bzw. ernsthafter Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen eines Antragspflichtigen begründete Aussichten auf Sanierung bestehen. Unklar ist dabei, welche konkreten Anforderungen an diese Voraussetzungen gesetzt werden. Weiter plant das BMJV eine Verordnungsermächtigung für eine Verlängerung der Maßnahme höchstens bis zum 31. März 2021. Ein detaillierter Gesetzentwurf steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Diesen werden wir übermitteln, sobald wir ihn erhalten.

Kurzarbeitergeld

Bitte beachten Sie auch die Hinweise zum Kurzarbeitergeld auf der eigens dafür angelegten Seite.

Unterstützung von Gründern

In diesen Wochen stehen Gründer vor der Schwierigkeit, finanzielle Engpässe zu überbrücken und mit noch nicht etablierten Geschäftsmodellen am Markt zu bestehen. Die Landesregierung hat deshalb die Unterstützung für den unternehmerischen Nachwuchs weiter verbessert.

Die Maßnahmen betreffen im Einzelnen:

Das Gründerstipendum: Alle Stipendien, die zwischen dem 01. März 2020 und dem 30. Juni 2020 auslaufen, können nun unbürokratisch um drei Monate verlängert werden. Die zusätzlichen Mittel müssen nach Ablauf der regulären Förderdauer als Gesamtbetrag angefordert werden. Weitere Informationen und das Formular sind beim Projektträger Jülich abrufbar.

Start-up-Transfer: Um Ausgründungen aus Hochschulen stärker zu unterstützen, verlängern wir auch den Förderzeitraum für Projekte, die zwischen dem 01. März 2020 und dem 30. Juni 2020 auslaufen, um drei Monate. Für die Antragsrunde zum 30. April 2020 können die Unterlagen auch nachgereicht werden, damit trotz Schließung vieler Hochschulen und Universitäten der jeweilige Projektstart nicht verzögert wird.

Finanzierung über NRWBank: Die NRW. Bank rüstet zudem ihre wichtigsten Eigenkapitalprogramme für Start-Ups nach, um innovative Ideen mit Wachstumspotenzial auch während der Corona-Krise nicht auszubremsen: Seed.Cap (Minderheitsbeteiligung), Venture Fonds (Minderheitsbeteiligung oder Wandeldarlehen) und Start-Up akut (Wandeldarlehen). Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten der NRW.Bank.

Zusätzlich greifen für Gründerinnen und Gründer auch die Soforthilfen. Antragsteller müssen bislang Ihre Waren und Dienstleistungen zum Stichtag 31.12.2019 am Markt angeboten haben. In begründeten Fällen sollen jedoch auch Menschen unterstützt werden, die nach dem Stichtag ihr Unternehmen gestartet haben und nun unverschuldet in eine Notlage geraten sind. Details dazu sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Hilfe bei Tilgungsaussetzung und Vorfinanzierung der Zuschüsse

Die Stadtsparkasse Mönchengladbach bietet Ihren Kunden während der Corona-Krise einen besonderen Service.

Tilgungsaussetzung von bis zu zwölf Monaten für Firmen- und Privatkunden

Die Stadtsparkasse Mönchengladbach geht über die gesetzliche Regelung zur Tilgungsaussetzung für Verbraucherdarlehen hinaus, um von der Corona-Krise betroffene Kunden zu entlasten. Ebenso können Unternehmen, Selbstständige sowie Frei- und Heilberufler die Tilgung laufender gewerblicher Kredite für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten aussetzen. Damit trägt die Sparkasse dazu bei, diejenigen ihrer Firmenkunden zu entlasten, die unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bis hin zur Existenzgefährdung leiden.

Für Privatkunden, die durch die Corona-Krise von Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder vergleichbaren Ereignissen betroffen sind, bietet die Sparkasse eine gleichartige und ebenso schnelle und unbürokratische Lösung: Auch sie können – als Alternative zur gesetzlichen Regelung – ab sofort eine bis zu zwölfmonatige Tilgungsaussetzung beantragen. Die Sparkasse will auf diese Weise soziale Härten vermeiden und sicherstellen, dass ihre Kunden auch weiterhin ihre Miete und Lebensunterhalt bezahlen können.

Sowohl Firmenkunden als auch Privatkunden können in der Internet-Filiale der Sparkasse einen entsprechenden Antrag zur Tilgungsaussetzung stellen.

Vorfinanzierung der Zuschüsse aus dem Programm NRW-Soforthilfe 2020

Die NRW-Soforthilfe 2020 ist gestartet. Noch bis zum 31. Mai können Kleinunternehmer – je nach Mitarbeiterzahl – Zuschüsse von Bund und Land in Höhe von 9.000, 15.000 und 25.000 Euro beantragen, um finanzielle Engpässe infolge der Corona-Krise zu überbrücken. In dringenden Fällen und sofern es zu zeitlichen Verzögerungen kommt, bietet die Stadtsparkasse ihren Kunden – entsprechende Bonität vorausgesetzt – eine Vorfinanzierung der Zuschüsse an.

Unternehmen, Selbstständige oder Freiberufler, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten sind und einen Kredit benötigen, können bei der Stadtsparkasse Mönchengladbach ab sofort im Rahmen der KFW-Corona-Hilfe einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel beantragen, sofern sie bis zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten waren.

Die Antragstellung ist in einem Online-Prozess über die Internet-Filiale der Stadtsparkasse möglich, sofern der Kunde Online-Banking nutzt. Für Kunden ohne Online-Banking steht an gleicher Stelle ein Kontaktformular zur Verfügung.