AHK World Business Outlook: Corona-Sonderumfrage

AHK World Business Outlook: Corona-Sonderumfrage
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Die deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) und die zu ihnen gehörenden Delegiertenbüros und Repräsentanzen haben im Sommer 2020 ihre Mitgliedsunternehmen in einer Sonderbefragung zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie befragt.

Die Sonderumfrage zu den COVID-19 Auswirkungen des „AHK World Business Outlook“ gibt die Rückmeldungen von weltweit rund 3.300 deutschen Unternehmen, Niederlassungen und Tochtergesellschaften zusammengefasst wieder.

Kernaussagen

Die weltweiten Auswirkungen des Coronavirus sind eine enorme Belastung für die Geschäfte der deutschen Unternehmen im Ausland. Reiseeinschränkungen, eine geringere Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen sowie weltweit weniger Investitionen führen zu erheblichen Umsatzverlusten. Als Folge streichen die Unternehmen ihre Beschäftigungs- und Investitionspläne zusammen und suchen wegen fehlender Waren nach neuen Lieferanten. Aufgrund zahlreicher wirtschaftlicher und staatlicher Herausforderungen zur Bewältigung der Krise in vielen Ländern gehen die deutschen Unternehmen nicht von einer raschen Erholung aus.

Das Ausmaß der Krise ist gewaltig:

  • 63 Prozent der deutschen Unternehmen im Ausland sind von Reiseeinschränkungen betroffen und 59 Prozent sehen eine geringere Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen.
  • 83 Prozent der Unternehmen erwarten Umsatzeinbrüche, 15 Prozent sogar mindestens eine Halbierung ihres Umsatzes.

Die Krise verändert die Geschäfte:

  • 56 Prozent wollen weniger investieren, 43 Prozent bauen Personal ab.
  • 38 Prozent der Unternehmen suchen nach neuen Lieferanten, vor allem im eigenen Land.

Die Krise dauert lang:

  • 93 Prozent gehen von einer konjunkturellen Erholung erst im Jahr 2021 oder sogar darüber hinaus aus.
  • 47 Prozent beklagen fehlende Unterstützungsmaßnahmen und 52 Prozent sehen steigende Staatsschulden als Herausforderung zur Bewältigung der Krise an.

48 Prozent der Unternehmen stammen aus dem Bereich Industrie und Baugewerbe, 34 Prozent aus dem Dienstleistungs- und Gesundheitssektor und weitere 18 Prozent sind Handels- und Logistikunternehmen. Drei Prozent sind in der Gesundheitswirtschaft tätig. Kleinere Unternehmen mit weltweit weniger als 100 Mitarbeitern machen 49 Prozent der Antworten aus. 24 Prozent der Unternehmen beschäftigen 100 bis 1.000 Mitarbeiter. Große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern haben einen Anteil von 26 Prozent der Befragten.