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„Wozu brauchen wir schon Digitalisierung?“

„Wozu brauchen wir schon Digitalisierung?“
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Lutz Mäurer
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Stand: 06.12.2016

„Fegt Hightech unsere Branche weg?“ Diese Frage hatte Prof. Bernd Thomsen seinem Vortrag vorangestellt. Der Digitalisierungsexperte und Gründer des weltweit agierenden Strategieberatungsunternehmens Thomsen Group referierte bei den Mönchengladbacher Wirtschaftsgesprächen. Dazu hatten die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH (WFMG), die Rheinische Post und die Stadtsparkasse Mönchengladbach in den Hugo Junkers Hangar eingeladen.

„Wozu brauchen wir schon Digitalisierung?“ lautete der Titel seines Vortrags. „Wir erleben einen Paradigmenwechsel, wie er etwa alle 100 Jahre passiert“, erklärte Thomsen. „Dieser Wandel vollzieht sich rasant.“ Als Beispiel schilderte er den Niedergang der Mobilfunksparte des Unternehmens Nokia: „2006 war Nokia Weltmarktführer, heute beherrschen andere Anbieter mit Smartphones den Mobilfunkmarkt.“ Das finnische Unternehmen sei davor zurückgeschreckt, durch die neue Smartphone-Technologie seine bisherigen Produkte und Geschäftsmodelle in Frage zu stellen.

„Die Digitalisierung wird den Alltag und die Arbeitswelt massiv verändern“, prognostizierte Thomsen. „Und Deutschland könnte besser dafür aufgestellt sein. Wieso sind die Mobilfunkkosten bei uns im europäischen Vergleich so hoch? Wieso gibt es bei uns viel weniger W-Lan-Hotspots als in anderen Ländern?“

In vielen Branchen sei der Digitalisierungsdruck längst spürbar, so Thomsen. „Beispielsweise sagen 83 Prozent der Immobilienhändler, in ihrer Branche gebe es Nachholbedarf.“ Bei allen technologischen Veränderungen bleibt eine Devise nach wie vor gültig: „Kennen Sie Ihre Produkte, Kunden und Märkte!“ Die Digitalisierung werde keineswegs Branchen und Unternehmen vernichten. Aber die Unternehmer sollten die neuen Entwicklungen ernst nehmen und die sich bietenden Möglichkeiten nutzen. Die Devise „Haben wir schon immer so gemacht“ sei im Zeitalter der Digitalisierung tödlich.

Dem stimmten IHK-Präsident Heinz Schmidt und Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners zu. Beide stellten sich den Fragen des Moderators Ralf Jüngermann. Schmidt betonte die große Bedeutung des Breitbandausbaus in der Region, damit Unternehmen auch in die Lage versetzt werden, die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. „Es ist durch neue Anbieter Bewegung in den Markt gekommen, wir sind auf einem guten Weg“, entgegnete Reiners. Der IHK-Präsident erinnerte daran, dass es vor allem darauf ankomme, den Nachwuchs auf die Herausforderungen der digitalen Arbeitswelt vorzubereiten: „Ein entsprechender Lehrstuhl an der Hochschule Niederrhein ist zu empfehlen.“

Bildtext: Prof. Bernd Thomsen, Digitalisierungsexperte und Gründer des weltweit agierenden Strategieberatungsunternehmens Thomsen Group, sprach bei den Mönchengladbacher Wirtschaftsgesprächen im Hugo Junkers Hangar.                         Foto: IHK