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Wirtschaft in der Region erwartet moderates Wachstum

Wirtschaft in der Region erwartet moderates Wachstum
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Stand: 06.02.2017

Die regionale Wirtschaft ist zum Jahresbeginn mit ihrer Geschäftslage unverändert zufrieden. „Getragen wird die Konjunktur nach wie vor von der Binnennachfrage, während von den Exporten derzeit kaum Impulse ausgehen“, fasst Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein zusammen, an der sich über 800 Betriebe mit insgesamt mehr als 70.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Die Kapazitätsauslastung im produzierenden Gewerbe bleibt dabei mit einem Auslastungsgrad von 80,5 Prozent minimal unter ihrem langfristigen Durchschnittswert. Lediglich die Bauwirtschaft arbeitet seit nunmehr fast sechs Jahren an ihrer Kapazitätsgrenze und ist somit voll ausgelastet.

In der Summe haben die Industrieunternehmen vor diesem Hintergrund ihre Investitionsausgaben nur leicht angehoben, sodass von einer das Wachstum stärker treibenden Investitionsdynamik nach wie vor nicht gesprochen werden kann. Diese Zurückhaltung des produzierenden Gewerbes ist neben den nur durchschnittlich ausgelasteten Kapazitäten auch auf die Standortrahmenbedingungen wie zum Beispiel zu hohe Standortkosten oder den Fachkräftemangel zurückzuführen. „Die Bauwirtschaft verringert per Saldo sogar ihre Investitionsbudgets“, erklärt Steinmetz. „Investitionsfreudig zeigen sich dagegen zum Jahresbeginn die Dienstleister.“

Die starke Inlandsnachfrage wird insbesondere vom Konsum getragen. Der Einzelhandel konnte seine bereits gute wirtschaftliche Lage gegenüber der Herbstbefragung noch einmal verbessern. „Die Bauwirtschaft boomt unverändert und profitiert neben dem florierenden Wohnungsbau zunehmend auch vom Wirtschaftsbau“, erläutert Steinmetz, „und im Dienstleistungssektor gibt es so gut wie keine unzufriedenen Unternehmen.“ Über alle Branchen melden 38 Prozent der Betriebe somit eine gute Geschäftslage, weitere 52 Prozent bezeichnen diese als befriedigend.

Auch für das laufende Jahr erwarten die Betriebe eine weitere leichte Verbesserung ihrer Lage. Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf betont, dass insbesondere das verarbeitende Gewerbe optimistisch in das Jahr 2017 gestartet ist. „Dies gilt vor allem für die chemische Industrie, die sogar wieder auf eine Belebung ihrer Auslandsgeschäfte hofft.“

„Für Unsicherheit sorgen allerdings die Abschottungstendenzen der neuen US-Administration. Der starke US-Dollar hat zwar bisher deutsche Exporte begünstigt, doch bleibt abzuwarten, ob die Regierung ihre Ankündigung umsetzt, dieser Entwicklung entgegenzuwirken“, erklärt Berghausen. „Auch die Absicht, Einfuhren aus Mexiko mit einem Extrazoll oder einer Sondersteuer zu belasten, bereitet unseren Unternehmen Sorgen. Und das zu Recht: Denn betroffen sind nicht nur diejenigen, die bereits im Vertrauen auf das Freihandelsabkommen NAFTA in Mexiko investiert haben, sondern auch diejenigen, deren Planungen in dieser Hinsicht bereits sehr weit fortgeschritten sind.“

Der generelle Optimismus der Wirtschaft in der Region ist aufgrund der derzeit günstigen konjunkturellen Rahmenbedingungen nachvollziehbar. Die Kaufkraft der Bürger steigt, die Beschäftigungsquote erreicht Rekordwerte und die Finanzierungskosten bleiben günstig. Aufgrund der niedrigen Zinsen haben Land und Bund Einnahmeüberschüsse erzielt, die Spielräume für Steuersenkungen, Investitionen und den Abbau von Schulden ermöglichen.

Doch die Unternehmen sehen auch vielfältige Risiken: seien es internationale Abschottungstendenzen, die bundesdeutsche Energiepolitik, eine zunehmende Bürokratie oder neue Regulierungsabsichten. „Auch die wieder anziehenden Preise für Energie- und Rohstoffe, wenngleich sie bislang noch auf einem moderaten Niveau liegen, werden von den Unternehmen mit Skepsis beobachtet“, so die beiden IHK-Hauptgeschäftsführer.

Optimistischer sind dagegen die Beschäftigungspläne der Betriebe. „Erneut dominieren in allen Branchen die Unternehmen, die Beschäftigung aufbauen wollen, gegenüber denjenigen, die einen Arbeitsplatzabbau nicht ausschließen können“, berichtet Steinmetz. Er zeigt sich allerdings skeptisch, inwieweit die freien Stellen auch besetzt werden können. „Besonders prekär ist die Lage in der Bauwirtschaft. Hier können bereits heute mehr als 70 Prozent der Betriebe mit Personalbedarf ihre offenen Stellen zwei Monate oder länger nicht besetzen.“

Der IHK-Konjunkturbericht zum Jahresbeginn 2017 steht als Download-Datei im Internet zur Verfügung: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/6934

Bildtext: Sie stellten den Konjunkturbericht zum Jahresbeginn 2017 vor (v.l.): Gerd Helmut Diestler (Chef-Volkswirt der IHK Düsseldorf), Jürgen Steinmetz (Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein), Gregor Berghausen (Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf) und Rainer Növer (Geschäftsführer des Bereichs Wirtschaftspolitik der IHK Mittlerer Niederrhein).