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IHK-Analyse zum Jahreswechsel

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Stand: 28.12.2017

Die Unternehmen in Krefeld gehen zuversichtlich ins Jahr 2018. Die Geschäftslage ist gut, und die positiven Erwartungen weisen darauf hin, dass die konjunkturelle Lage solide bleibt. Dies zeigt eine Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein nach Auswertungen eigener Daten und amtlicher Statistiken von IT.NRW. „Es war konjunkturell ein gutes Jahr für die Wirtschaft am Mittleren Niederrhein und auch für die Krefelder Unternehmen“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Wir erwarten im kommenden Jahr eine Fortsetzung der zurzeit guten Lage.“ Sorgen bereitet den Unternehmen allerdings vor allem der Fachkräftemangel, der immer mehr zu einem Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Betriebe wird.

Im Rahmen der jüngsten Konjunkturumfrage bezeichneten 38 Prozent der Unternehmen in Krefeld ihre Geschäftslage als „gut“, nur 13 Prozent als „schlecht“. Zu Jahresbeginn war die Einschätzung der Krefelder Betriebe noch etwas verhaltener: 32 Prozent nannten ihre Geschäftslage „gut“, 12 Prozent „schlecht“. Insbesondere die Krefelder Industrie machte im Jahr 2017 bessere Geschäfte als im Vorjahr. Die Industrie steigerte ihre Umsätze von Januar bis Oktober um satte 13,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Chemische Industrie – eine der wichtigsten Branchen Krefelds – hat im Rahmen der Umfrage „IHK-Konjunkturbarometer Rheinland“ die besten Konjunkturwerte aller Leitbranchen des Rheinlands gemeldet.

Die positive konjunkturelle Lage ist auch am Arbeitsmarkt spürbar. Die Anzahl der Arbeitslosen lag im November 2017 nach Angaben der Arbeitsagentur in Krefeld 1,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Unterbeschäftigung, bei der auch Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen erfasst werden, sank sogar um 2 Prozent. „Wir denken, dass sich dieser positive Trend im Jahr 2018 fortsetzt“, erklärt Steinmetz. So planten die Krefelder Unternehmen, auch im Jahr 2018 ihre Beschäftigtenzahl per Saldo zu erhöhen. 30 Prozent der Betriebe möchten weitere Mitarbeiter einstellen, 20 Prozent befürchten eine Kürzung der Beschäftigtenzahl. „Die Frage ist, ob die Unternehmen mit Personalbedarf auch geeignete Mitarbeiter finden“, erklärt Steinmetz. „Schließlich wird der Fachkräftemangel auch in Krefeld zu einer immer stärkeren Konjunkturbremse.“ Mittlerweile ist für 41 Prozent der Unternehmen der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern ein wesentliches Risiko für die weitere konjunkturelle Entwicklung. Noch im Herbst 2014 hatte der entsprechende Wert bei 22,5 Prozent gelegen.

Auch für das Jahr 2018 rechnet der IHK-Hauptgeschäftsführer damit, dass die Krefelder Unternehmen von der positiven Konjunktur profitieren: „30 Prozent der Betriebe gehen noch einmal von besseren Geschäften in den kommenden sechs Monaten aus, 18 Prozent befürchten eine Verschlechterung ihrer Situation.“

Die gute wirtschaftliche Lage 2017 hat auch dazu geführt, dass die Kommunen im Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein auf weitere Erhöhungen der Gewerbesteuer verzichtet haben. „Die konjunkturell bedingt höheren Steuereinnahmen verschaffen den Kämmerern Luft“, erläutert Steinmetz. „Diese gute Phase sollten die Städte und Gemeinden nutzen, um ihre Kommunalfinanzen krisenfester zu machen.“ Es sei derzeit nicht einzuschätzen, ob die Konjunktur über das Jahr 2018 hinaus weiterhin auf einem derart hohen Niveau bleibt. Der IHK-Hauptgeschäftsführer warnt vor weiteren Steuererhöhungen: „Die Steuererhöhungswelle zwischen 2010 und 2016 hat gezeigt, dass in Zeiten knapper Kassen zuerst an der Steuerschraube gedreht wird – das hat der Standortqualität geschadet.“