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IHK legt Gründerreport 2017 vor

IHK legt Gründerreport 2017 vor
© IHK Mittlerer Niederrhein

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Carmen Granderath
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Wolfgang Koger
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Bismarckstraße 109
41061 Mönchengladbach

Stand: 09.10.2017

Jetzt oder nie – nach diesem Motto haben Mark Rappard, Uwe Breker, Ralf Battige und Thomas Mager 2015 in Mönchengladbach den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Gemeinsam bilden sie den Vorstand der Planprotect AG. Das Unternehmen bietet Einbruchschutz durch Echtzeitüberwachung an. Wird ein Alarm bei einem Kunden ausgelöst, stellen die Mitarbeiter in der Leitstelle mittels empfindlicher Mikrophone und Kameras fest, was in den Räumen oder auf dem Gelände vorgeht – und zwar in Echtzeit. „Wir sprechen dabei auch den Täter an“, erläutert Breker. „Das erfolgt durch eine lautstarke und gezielte Live-Ansprache, wodurch er sich gestellt fühlt und so schnell wie möglich das Objekt verlässt.“ 1.200 Gewerbekunden sind von dieser Dienstleistung inzwischen überzeugt. Der Jahresumsatz liegt bei sechs Millionen Euro. 60 Mitarbeiter an zehn Standorten beschäftigt das Unternehmen – Tendenz steigend.

„Erfolgreiche Gründungen sind wie eine Frischzellenkur für die Wirtschaft in der Region“, sagte Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. In Mönchengladbach haben im vergangenen Jahr 40 Menschen weniger als 2015 den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Insgesamt 2.280 Gründungen gab es, 2.318 Unternehmer haben ihre Firma aufgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es 2.320 Gründungen und 2.214 Aufgaben. Damit verzeichnet Mönchengladbach ein Minus von 1,75 Prozent bei den Gründungen und ein Plus von 4,70 Prozent bei den Aufgaben. Die Gründungsintensität – also die Anzahl der Gründungen in Relation zur Einwohnerzahl – liegt in Mönchengladbach mit 0,88 Prozent dennoch über dem durchschnittlichen Niveau im Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein (0,80). Das sind die wesentlichen Kennziffern des Gründerreports 2017, den die IHK auf der Basis von Daten des Landes NRW erarbeitet hat.

„Wir haben das aktuelle Gründungsgeschehen in der Region untersucht, damit die notwendige Debatte auf einer soliden Datenbasis stattfinden kann“, erklärt Steinmetz. Die Erarbeitung des Gründerreports sei wichtig, um Trends zu erkennen und daraus Handlungsempfehlungen und Forderungen an die Politik ableiten zu können. „Wir brauchen junge Unternehmen. Sie sorgen für Innovation und Wachstum, sie schaffen Arbeitsplätze und stärken die Wirtschaft insgesamt.“

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Neugründungen von 127.643 im Jahr 2015 auf 125.969 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Gleichzeitig ist auch die Zahl der Gewerbeabmeldungen rückläufig – von 120.057 auf 119.963. Ähnliche Entwicklungen lassen sich im Regierungsbezirk Düsseldorf beobachten. Von diesem Trend weicht der Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein allerdings ab: In Krefeld, Mönchengladbach, dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Viersen lagen die Unternehmensgründungen um 1,03 Prozent über dem Vorjahreswert. Dafür sind die Geschäftsaufgaben mit einem Plus von 2,78 Prozent deutlich gestiegen. Damit ergibt sich für die Region im Saldo ein Zuwachs von 160 Unternehmensgründungen.

„Das ist die Kehrseite der guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt“, sagt IHK-Existenzgründungsberater Wolfgang Koger. „In den vergangenen Jahren haben erheblich weniger Personen aus Mangel an Erwerbsalternativen eine Selbstständigkeit angestrebt. Viele ziehen den sicheren Weg einer Anstellung dem ‚Abenteuer Selbstständigkeit‘ vor. Das hören wir bei zahlreichen Beratungsgesprächen.“ Hinzu kämen Einschränkungen beim Gründungszuschuss für Arbeitslose.

Wie sich die Zahl der Gründungen im IHK-Bezirk in Zukunft entwickeln wird, ist schwer zu sagen. „Um aus dem Tal herauszukommen, braucht Deutschland ein gründerfreundliches Klima“, betont Steinmetz. Jungunternehmer benötigten Voraussetzungen, die es ihnen erlauben, sich voll und ganz auf Kunden und Produkte zu konzentrieren. „Das Verschwenden wertvoller Zeit und Energie für eine überbordende Bürokratie oder unverständliche rechtliche und steuerliche Fragestellungen muss ein Ende haben“, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Mit den Maßnahmen, die der Koalitionsvertrag für Nordrhein-Westfalen nennt, ist die Politik auf einem guten Weg.“ Geplant sind unter anderem ein bürokratiefreies Jahr für Gründer, digitale Anlaufstellen, die Einrichtung von sechs „Exzellenz-Start-up-Centern“, Start-up-Pitches bei Behörden und eine optimierte Start-up-Förderung durch die NRW-Bank. „Allerdings müssen diese Vorhaben möglichst schnell umgesetzt werden“, betont der Hauptgeschäftsführer. „Dabei steht die IHK als Partner für die Verbesserung des Gründerklimas zur Verfügung.“

Aber auch die Gründer müssen ihren Teil zum Erfolg beitragen. „Viele Jungunternehmer sind schlecht vorbereitet“, betont IHK-Experte Koger. Sie hätten zum Beispiel unzureichende Finanzierungsmodelle oder fehlende wirtschaftliche Grundkenntnisse. „Und das muss nicht sein. Schließlich bietet die IHK ein umfangreiches Beratungsangebot.“

Das bestätigt Mark Rappard aus eigener Erfahrung. Entscheidend sei die Persönlichkeit des Gründers: „Man muss sich im Klaren darüber sein, dass man selbst verantwortlich ist und selbst Entscheidungen treffen muss – man kann sich nicht mehr auf andere verlassen.“ Für ihn hat sich das Wagnis Selbstständigkeit gelohnt: „Es ist ein tolles Gefühl, wenn man morgens sein eigenes Unternehmen betritt.“

Angehenden Unternehmern stehen die Berater Bert Mangels (Tel. 02151 635-335, E-Mail: mangels@krefeld.ihk.de) und Wolfgang Koger (Tel. 02161 241-120, E-Mail: koger@moenchengladbach.ihk.de) zur Verfügung.
Der Gründerreport steht als PDF-Datei im Internet unter www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/5941 zum Download bereit.

Bildtext: Sie stellten den Gründerreport 2017 vor (v.l.): IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz, Mark Rappard, Ralf Battige, Uwe Breker und Thomas Mager von der Planprotect AG sowie IHK-Existenzgründungsberater Wolfgang Koger.