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"Luftreinhaltung" Thema im Verkehrsausschuss

"Luftreinhaltung" Thema im Verkehrsausschuss
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Carmen Granderath
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Stand: 05.04.2018

Mit imposanten Fotos von Lkw, die zum Beispiel unter Brücken feststecken, hat Volker Hassenpflug den Mitgliedern des Ausschusses für Verkehrswirtschaft der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein verdeutlicht, warum ein Lkw-Navigationssystem so wichtig ist. Hassenpflug ist bei „mobil-im-rheinland“ zuständig für das Projekt „Effiziente und stadtverträgliche Lkw-Navigation für das Rheinland und NRW“, das von der IHK unterstützt wird. Der Ausschuss beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit dem Thema Luftreinhaltung – mit dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, aber vor allem auch mit Projekten, die das Verkehrsaufkommen in den Innenstädten reduzieren sollen.

„Ich habe schon von Fahrern gehört, dass sie lieber eine Stunde mehr Fahrzeit in Kauf nehmen als einen Weg wählen, den sie nicht kennen. Das kann ja nicht richtig sein“, erklärte Hassenpflug. Das Navigationssystem zeigt den Fahrern sowohl für sie geeignete Strecken in den Städten an, die sogenannten Lkw-Vorrangrouten, als auch sämtliche Straßen, für die es Restriktionen gibt. So soll verhindert werden, dass sich die Fahrer festfahren oder durch die Städte irren, weil sie zum Beispiel von Durchfahrverboten überrascht werden. „Ich hoffe, dass wir die Informationen noch im ersten Halbjahr in den Systemen zur Verfügung stellen können.“

Ein ganz anderes Projekt, das den Lkw-Verkehr in Innenstädten reduzieren soll, stellte Rainer Kiehl, Referent für City-Logistik bei UPS, vor. Seit 2012 beschäftigt sich das Unternehmen mit dem Thema „Mikro-Hubs“. Das sind Mini-Depots in Form von Containern oder Ladenlokalen, in denen die Pakete in den Innenstädten zentral gelagert und von dort aus mit Fahrrädern zu den einzelnen Empfängern transportiert werden. „Wir nehmen damit die Lkw aus den Innenstädten und ersetzen sie durch Fahrräder“, berichtete Kiehl. „Unsere Autos mit Dieselmotor sind vergleichsweise zu vernachlässigen, wenn man bedenkt, welche Emissionen entstehen, wenn wir für die Auslieferung der einzelnen Pakete in der zweiten Reihe stehen müssen und sich hinter uns alles staut.“

Allerdings sei es schwierig, geeignete Mini-Depots zu finden. In der Hamburger Innenstadt stehen deshalb vier Seefrachtcontainer. „Wir arbeiten aber an neuen Lösungen.“ Für größere Pakete oder größere Entfernungen innerhalb der Stadt werden Elektro-Lkw eingesetzt. „Wenn sich die anderen Paketdienste anschließen, können wir mit diesem Konzept viel bewegen“, betonte Kiehl.

Die IHK Mittlerer Niederrhein unterstützt dieses Projekt. „Wir können uns solche Mikro-Hubs in der Mönchengladbacher, Krefelder und Neusser Innenstadt sehr gut vorstellen und sind mit Immobilienbesitzern im Gespräch“, erklärte Wolfgang Baumeister, Bereichsleiter Verkehr bei der IHK. „Im April werden wir uns diesbezüglich mit den vier Paketdiensten und den Planern der Kommunen treffen.“ In Kürze wird auch das IHK-Projekt „Wo(hin) die Arbeit ruft“ abgeschlossen sein, eine Studie, die sich mit den Pendlerströmen in der Region beschäftigt und entsprechende Empfehlungen zur Reduzierung der Verkehrsdichte gibt.

Wie wichtig solche Überlegungen sind, hatte Michael Stoffels von der Bezirksregierung Düsseldorf zu Beginn der Sitzung verdeutlicht. „Wir wollen keine Diesel-Fahrverbote“, betonte Stoffels. Aber natürlich müsse man schauen, ob die Werte durch andere Maßnahmen in einem angemessenen Zeitrahmen überhaupt verbessert werden können. Zunächst warte man das schriftliche Urteil des Bundesverfassungsgerichts ab.