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Breitband und Berufsschulen

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Stand: 09.03.2018

Ein Thema brennt den Unternehmern im Kreis Viersen besonders auf den Nägeln: die berufliche Bildung. Das zeigte sich bei der jüngsten Sitzung des Regionalausschusses Viersen, zu dem die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Stefan Berger und Dr. Marcus Optendrenk eingeladen hatte.

„Die Wirtschaft liegt uns am Herzen, deshalb freuen wir uns auf den Austausch mit Ihnen“, sagte Berger zur Begrüßung und zählte dann auf, welche Schwerpunkte die neue Landesregierung setzen möchte. „Zuerst haben wir das abgestellt, was uns gestört hat: die Hygieneampel, die Restriktionen bei den verkaufsoffenen Sonntagen und den Stillstand in Sachen Digitalisierung und Breitbandversorgung zum Beispiel.“ Flankierend wolle man eine gute Bildungspolitik machen, die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft stärken und einige wichtige Infrastrukturprojekte wie den Ausbau der Regiobahn vorantreiben. „Außerdem verfolgen wir eine klare Philosophie beim Thema Haushalt und Finanzen“, ergänzte Optendrenk. „Wir schaffen Freiräume für Investitionen und halten dabei die Schuldenbremse ein.“

In der anschließenden Diskussion mit den Unternehmern kristallisierte sich schnell ein Schwerpunktthema heraus: die Zukunft des Dualen Ausbildungssystems, das durch verschiedene Faktoren zunehmend unter Druck gerät. „Wegen des demografischen Wandels und des Trends zur Akademisierung suchen Unternehmen mittlerweile händeringend nach Azubis“, sagte Ausschussvorsitzender Andreas Böhm, Geschäftsführer der BZ Bildungszentrum GmbH, in deren Räumen das Unternehmergremium zu Gast war. „Mit den Talentscouts, die Abiturienten beim Wechsel an die Hochschule unterstützen sollen, setzt die Landesregierung ein ganz falsches Signal, weil sie gleichzeitig die Mittel für drei Ausbildungsprojekte kürzt.“
 
Ein weiteres Problem sehen die Unternehmer in der personellen Situation an den Berufsschulen. „Unsere Auszubildenden lernen ausschließlich im Betrieb und bei kostenintensiven überbetrieblichen Fortbildungen, nicht mehr in der Berufsschule“, berichtete Jutta Schröer-Ulbricht, geschäftsführende Gesellschafterin der Heinrich Moerschen GmbH & Co. KG. „Wenn ein Lehrer parallel zwei Klassen betreuen muss, kann das auch nicht anders sein. Wir haben bereits förmlich Beschwerde eingelegt.“ Optendrenk verwies darauf, dass das Thema im Schulministerium ganz oben auf der Agenda stehe. Es sei geplant, auch Quereinsteigern den Weg in den Lehrerberuf zu ebnen. „Aber das ist nicht in drei Monaten getan“, so der CDU-Landtagsabgeordnete. „Strukturelle Probleme brauchen einen langen Atem, das ist bei Schulen wie bei Schulden so.“ In einem ersten Schritt solle der Unterrichtsausfall jetzt zunächst erfasst und analysiert werden, um dann mögliche Lösungsansätze zu definieren.

Ralf Schwartz von der Lackwerke Peters GmbH & Co. KG regte an, etwas kreativer bei der Suche nach Lehrern für die Berufskollegs zu werden: „Es gibt genügend erfahrene Leute, die frühzeitig in den Ruhestand gegangen sind, und bestimmt bereit wären, ihr Wissen an den Fachkräftenachwuchs weiterzugeben.“ Und Bernfried Ahle, Geschäftsführer der Rheinischen Recycling GmbH, forderte ein schnelleres Agieren in der Verwaltung, „damit Planstellen auch dort geschaffen werden, wo Bedarf besteht, und Lehrer sich nicht mit befristeten Verträgen herumschlagen müssen“.

Zum Abschluss gab Sebastian Cüsters, Breitbandkoordinator des Kreises Viersen, einen Überblick über den Ausbau des Breitbandnetzes im Kreis Viersen – und er hatte gute Nachrichten zu verkünden. „Seitdem die Deutsche Glasfaser bei uns aktiv ist, ist richtig Bewegung ins Marktgeschehen gekommen“, berichtete er. „72 Prozent aller Anschlüsse im Kreis Viersen verfügen über eine Internetanbindung mit mehr als 100 Megabit pro Sekunde, nur noch 4,4 Prozent sind unterversorgt. Und auch in den Gewerbegebieten schreitet der Ausbau voran.“ Das konnte Ausschussvorsitzender Böhm bestätigen: „Wir sind froh, dass das Gewerbegebiet Tempelshof, in dem wir unseren Sitz haben, nach jahrelangem Stillstand endlich ans Breitbandnetz angeschlossen wird“, sagte er. „Bei der Telekom standen wir überhaupt nicht auf der Agenda und jetzt soll Ende des Jahres bereits alles fertig sein.“

Bildunterschrift:
Diskutierten im Regionalausschuss Viersen über das Duale Ausbildungssystem und das Thema Breitband (v.l.): Dr. Marcus Optendrenk (CDU-Landtagsabgeordneter), Andreas Böhm (Ausschussvorsitzender), Dr. Stefan Berger (CDU-Landtagsabgeordneter), Sebastian Cüsters (Breitbandkoordinator im Kreis Viersen) und Gregor Werkle (Leiter des IHK-Bereichs Wirtschaftspolitik).
Foto: IHK