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IHK legt Bildungsbericht vor

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Stand: 23.08.2018

668 Unternehmen bilden in Krefeld aus, 1.091 Ausbildungsverträge wurden im vergangenen Jahr in Krefeld geschlossen, und 2.192 Ausbildungsberatungen haben die IHK-Experten 2017 insgesamt im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein gezählt – unter anderem diese Zahlen listet der Bildungsbericht auf, den die IHK jetzt vorgelegt hat. „Bildung ist im Bund, in Nordrhein-Westfalen und bei uns am Mittleren Niederrhein ein wichtiges Thema, mit dem man sich jetzt und in Zukunft intensiv befassen muss“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Deshalb haben wir relevante Zahlen, Daten und Fakten zur Aus- und Weiterbildung zusammengetragen.“ Daraus ergäben sich viele gute, aber – vor allem mit Blick auf den Fachkräftemangel – auch bedenkliche Nachrichten. „Immerhin fehlen in diesem Jahr am Mittleren Niederrhein bereits 16.000 Fachkräfte. Bis 2021 könnten es 39.000 sein.“

Erfreulich ist die Tatsache, dass trotz sinkender Schulabgänger- und Bewerberzahlen die Anzahl der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse nahezu konstant geblieben ist. 74 Prozent davon entfallen auf die zehn beliebtesten Berufe im kaufmännischen und gewerblichen Bereich, wie zum Beispiel Kaufmann für Büromanagement, Kaufmann im Einzelhandel, Verkäufer, Industriekaufmann, Chemikant, Industriemechaniker, Mechatroniker und Maschinen- und Anlagenführer. „Bewerber sollten sich also möglichst breit aufstellen und sich unter den rund 230 Ausbildungsberufen in unserer Region auch mit selteneren Berufen befassen“, rät der Hauptgeschäftsführer.

Einen Hinweis darauf, dass die Unternehmen den Fachkräftemangel spüren und verstärkt Auszubildende suchen, gibt die Zahl der Ausbildungsberatungen. Sie ist 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent gestiegen. „Wir beobachten zudem, dass die Betriebe auch Kompromisse eingehen“, sagt Steinmetz. Rund 44 Prozent der Unternehmen, die an einer IHK-Ausbildungsumfrage teilgenommen haben, beobachten Ausbildungshemmnisse bei den Jugendlichen. Dazu gehören mangelnde Reife und unklare Berufsvorstellungen. 53 Prozent der befragten Unternehmen bieten eine Nachhilfe im eigenen Unternehmen an. „Deshalb muss noch intensiver daran gearbeitet werden, dass die jungen Menschen ausbildungsreif und beruflich orientiert sind, wenn sie die Schule verlassen.“ IHK-Angebote wie die Schulkooperationen, Azubi-Speed-Datings, „Bosse in Schulen“ und die CHECK IN Berufswelt seien unverzichtbar.

Darüber hinaus fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer, dass Politiker und alle im Bildungswesen Verantwortlichen die guten Chancen, die eine Duale Ausbildung bietet, wieder stärker in den Vordergrund rücken. „Es muss wieder normal und gut sein, nach der Schule in eine Ausbildung zu gehen“, betont Steinmetz. „Die Arbeitswelt benötigt auch sehr gute Schulabgänger mit der allgemeinen Hochschulreife, die sich bewusst für einen beruflichen Bildungsweg entscheiden, mit allen Karriereoptionen durch die höhere Berufsbildung zum Fachwirt, Meister oder Betriebswirt.“ Sicherlich trage auch ein Azubiticket, für das sich die IHK einsetzt, zur Attraktivität einer Ausbildung und zur größeren Mobilität der Jugendlichen bei.

Wer für dieses Jahr noch einen Ausbildungsplatz sucht, kann Glück haben: „Für unseren IHK-Bezirk weist die Lehrstellenbörse noch zirka 184 unbesetzte Stellen aus. Für das kommende Jahr sind bereits 416 Stellen aufgelistet“, sagt Petra Pigerl-Radtke, Geschäftsführerin des IHK-Bereichs Aus- und Weiterbildung. In Krefeld würden unter anderem Fachkräfte für Metalltechnik, Fachlageristen, Berufskraftfahrer, Fachinformatiker Anwendungsentwicklung, Fachinformatiker Systemintegration, Süßwarentechnologen, Fachkräfte für Lagerlogistik sowie Kaufleute für Büromanagement und Kaufleute im Einzelhandel gesucht.

Zum Thema Ausbildungssituation gehört zudem auch das Prüfungswesen – auch dazu liefert der Bildungsbericht interessante Zahlen: „Jährlich nehmen die etwa 2.400 ehrenamtlichen Prüfer rund 10.000 Prüfungen ab“, erklärt Pigerl-Radtke. „Und wir freuen uns jederzeit über Menschen, die sich ehrenamtlich bei uns engagieren wollen.“