IHKs stellen Konjunkturbericht vor

IHKs stellen Konjunkturbericht vor
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Stand: 17.10.2018

Die regionale Wirtschaft befindet sich im Spätsommer 2018 weiter in einer sehr guten Lage. Die Betriebe schätzen ihre Geschäfte ähnlich wie zu Jahresbeginn ein. Nur im Frühjahr waren sie noch ein wenig zufriedener. Dies ist das Ergebnis der gemeinsamen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein, an der knapp 800 Unternehmen mit insgesamt 92.000 Beschäftigten teilgenommen haben. „Diese günstige Gesamtlage melden uns auch die Unternehmen aus Krefeld, Mönchengladbach, aus dem Rhein-Kreis Neuss und aus dem Kreis Viersen“, erklärt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.

Der Geschäftslageindikator – also die „Gut“- abzüglich der „Schlecht“-Meldungen – bewegt sich seit fast zwei Jahren um die 40 Punkt-Marke. Aktuell weist er für die Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein 38 Punkte auf. „Das ist zwar kein Rekordwert, jedoch eine deutlich überdurchschnittliche Lagebewertung. Eine Überhitzung droht damit trotz hoher Auslastung von Anlagen und Belegschaften genauso wenig wie ein Abschwung, auch wenn die Warnzeichen im Außenhandel zunehmen“, skizziert Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. „Insgesamt sind die Betriebe für das kommende Jahr verhalten optimistisch, dass die gute Konjunkturlage zumindest anhält.“

Die zurückhaltenden Einschätzungen haben vor allem zwei Ursachen: Zum einen ist die Nachfrage zuletzt weniger dynamisch gewachsen als noch zum Jahreswechsel 2017/18. So wird die Konjunktur derzeit eher von einer weiter steigenden Binnennachfrage als von der auf sehr hohem Niveau verharrenden Exportnachfrage gestützt. Zum anderen sind neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer schwerer zu finden, was bei dem ein oder anderen Betrieb bereits zu Resignation und Verzicht auf zusätzliche Geschäfte führt. „Auch deshalb dümpelt die Investitionsneigung weiter im nur leicht positiven Bereich vor sich hin, anstatt auf die seit Jahren herausragenden Konjunkturperspektiven zu reagieren“, analysiert Berghausen.

Dennoch stehen die Konjunkturchancen insgesamt gut. Die Binnennachfrage nimmt weiter zu, der Beschäftigungsstand erreicht immer neue Rekordhöhen und auch die Einkommen steigen weiter. Selbst wirtschaftspolitische Belastungen wie höhere Sozialversicherungssätze, die künftig teuren Rentenregelungen, eine schleppende Reform der Fachkräftezuwanderung oder drohende Dieselfahrverbote vermögen derzeit offenkundig nicht, die gute Binnenkonjunktur zu stoppen.
Aus dem Ausland allerdings drohen vermehrt Risiken, denen der Großteil der befragten Unternehmen jedoch noch keine konjunkturgefährdende Bedeutung beimisst. Dazu zählen der aufziehende Handelskrieg zwischen den USA und China, die Strafzölle der USA auf europäische Produkte, der möglicherweise ungeordnete Brexit, der wirtschaftliche Niedergang der Türkei aber auch die Sanktionen gegen Russland beziehungsweise den Iran sowie die neuen Euro-Sorgen hinsichtlich der italienischen Schuldenpolitik. „Es ist sicher zu früh, Alarm zu schlagen. Doch die Unsicherheit wächst, und das ist mit ein Grund für die mangelnde Investitionsdynamik“, so Berghausen weiter.

Blickt man auf die Branchen, so zeigt sich ein differenzierteres Bild. „Die Bauwirtschaft verzeichnet einen Superlativ nach dem anderen. Die Stimmung hat sich auf höchstem Niveau nochmals verbessert. Alle Sparten befinden sich im Boom“, erklärt Steinmetz. Die Industrie habe sich annähernd auf ihrem Zehn-Jahres-Hoch halten können. „Eine nachlassende Dynamik der Auftragseingänge könnte aber ein Zeichen dafür sein, dass die Branche ihren Konjunkturhöhepunkt in diesem Sommer überschritten hat“, gibt Steinmetz zu bedenken. Im Großhandel befindet sich die auf Produktionsbetriebe ausgerichtete Sparte aktuell in einer noch besseren Geschäftslage als die konsumorientierte Sparte. Diese gibt sich jedoch für das nächste Jahr aufgrund der guten binnenwirtschaftlichen Perspektive optimistischer. Nach einem kleinen Zwischentief sind auch die Einzelhändler deutlich zufriedener mit ihren Geschäften. Dies gilt allerdings nicht für alle Sparten: So spürt der Kfz-Handel deutlich die Zurückhaltung (verunsicherter) Käufer.