„Der Klimawandel ist da, auch die Unternehmen spüren ihn“

„Der Klimawandel ist da, auch die Unternehmen  spüren ihn“
© IHK Mittlerer Niederrhein

Stand: 28.06.2019

Welche Folgen hat der Klimawandel für die Wirtschaft im Land? Wie können die Herausforderungen gemeistert werden? Wie gelingt ein besseres Miteinander von Umweltbehörden und Betrieben? Diese Fragen standen beim Sommerfest der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein im Mittelpunkt. Denn Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, war Gastredner des Abends. „Mit Regelungen aus Ihrem Hause sind zahlreiche Betriebe früher oder später konfrontiert“, sagte IHK-Präsident Elmar te Neues zur Begrüßung. „Wer Lebensmittel produziert und mit ihnen handelt, unterliegt der Lebensmittelüberwachung. Wer ein Industrieunternehmen betreibt, muss Immissionsanforderungen beachten. Und wer expandieren möchte, braucht in der Regel Flächen – und deren Verfügbarkeit ist auch von Umweltaspekten abhängig.“ Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, erinnerte daran, dass sich auch die IHK intensiv mit Umweltschutz befasst: „Wir informieren und beraten beispielsweise zu Abfallentsorgung, Chemikalienrecht, Gewässerschutz und Immissionsschutz.“ Der IHK-Präsident prognostizierte, dass die Unternehmen in Zukunft noch mehr Berührungspunkte mit dem Umweltministerium haben werden. „Umwelt-, Klima-, und Naturschutz spielen für immer mehr Menschen eine Rolle.“  

Dr. Bottermann griff den Ball auf: „Der Klimawandel ist da, wir spüren ihn, und auch die Unternehmen spüren ihn.“ Beispielsweise sei in einigen Regionen Nordrhein-Westfalens die Wasserknappheit in den Sommermonaten ein zunehmendes Problem. Gleichzeitig plädierte der Staatssekretär für eine Versachlichung der Debatte: „Wir sollten uns faktenbasiert und ohne Hysterie dem Thema stellen.“ Zweifellos sei der Klimawandel eine große Herausforderung, der sich alle stellen müssten. Mit dem Klimaabkommen von Paris seien die Weichen in die richtige Richtung gestellt worden. „Nordrhein-Westfalen hat bereits einen großen Beitrag geleistet“, betonte Bottermann. „Das Ende der Steinkohleförderung und der geplante Ausstieg aus der Braunkohle – das sind Leistungen für den Klimaschutz, die ihresgleichen suchen.“

Doch es müsse noch mehr getan werden, so der Staatssekretär. Dafür seien neue Produkte und innovative Prozesse notwendig. „Um neue Technologien zu entwickeln, müssen wir auch das erforderliche Risikokapital zur Verfügung stellen“, erklärte Bottermann. „Wir werden uns den Herausforderungen stellen, und wir werden sie auch meistern – die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie wandlungsfähig ist.“

Zum Miteinander von Verwaltung und Wirtschaft sagte Bottermann: „Wir wollen die Genehmigungspraxis so verändern, dass sie dazu beiträgt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Land zu verbessern.“ Es gehe um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Behörden und Unternehmen. „Das ist ein Prozess, mit dem wir noch nicht am Ende sind, aber wir haben uns auf den Weg gemacht.“

Bildtext 1: Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, war Gastredner des Abends.        Foto: IHK

Bildtext 2: IHK-Präsident Elmar te Neues (l.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (r.) begrüßten Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, den Gastredner des Abends.        Foto: IHK