Bildungskongress 2019: Lösungen gegen den Fachkräftemangel

Bildungskongress 2019: Lösungen gegen den Fachkräftemangel
© magele-picture / Adobe Stock

Stand: 21.10.2019

Der wachsende Fachkräftemangel ist das mit Abstand größte Geschäftsrisiko für die NRW-Wirtschaft. Um Wege aus diesem Negativtrend zu finden, folgten rund 300 Gäste der Einladung der Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen (IHK NRW) zum landesweiten Bildungskongress unter dem Motto Wissen.Weiter.Bildung. Im Vordergrund der Diskussionen stand die Frage, wie insbesondere jungen Schulabgängern mit Hochschulreife die Chancen der beruflichen Bildung nahegebracht werden können und wie auch Erwachsenen ohne Berufsabschluss noch der Weg zu einer beruflichen Qualifikation geebnet werden kann.

Für Petra Pigerl-Radtke, Geschäftsführerin des Bereichs Berufliche Bildung und Fachkräftesicherung der IHK Mittlerer Niederrhein und damit zuständig für die Städte Krefeld und Mönchengladbach sowie für den Rhein-Kreis Neuss und den Kreis Viersen, ist der duale Bildungsweg „ein guter Weg für alle“. „Wer den Einstieg ins Berufsleben nach der Schule aus welchen Gründen auch immer verpasst hat, kann es über die Teilqualifikation dennoch zum Ausbildungsabschluss schaffen“, so Pigerl-Radtke. „Und wer die Karriereleiter im Unternehmen höher klettern möchte, erreicht durch die höhere Berufsbildung das gefragte Know-how.“

IHK NRW-Präsident Thomas Meyer wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass es im Kampf gegen den Fachkräftemangel nicht mehr genüge, sich in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik auf einzelne Zielgruppen zu beschränken. Vielmehr sei ein ganzes Maßnahmenpaket notwendig, um verschiedene Personengruppen zu erreichen. „Es stellt sich nicht die Frage, ob wir mehr junge Menschen in Ausbildung bringen, die Erwerbsquoten von älteren Fachkräften erhöhen oder Menschen ohne Berufsabschluss nachqualifizieren sollen. Wir sollten all dies gleichzeitig tun“, so Meyer.

Mit einem 7-Punkte-Plan will IHK NRW den Kampf um Fachkräfte aktivieren. Dazu gehört unter anderem, die Erwerbsquoten von Fachkräften zu erhöhen, die Fachkräftezuwanderung zu erleichtern und die Mobilität von Auszubildenden zu fördern. Im Mittelpunkt des Kongresses standen die Höhere Berufsbildung als praxisorientierte Aufstiegsmöglichkeit sowie Teilqualifizierungen als zweite Chance für den Berufsabschluss.

IHK NRW ist der Zusammenschluss der 16 Industrie- und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen. IHK NRW vertritt die Gesamtheit der IHKs in NRW gegenüber der Landesregierung, dem Landtag sowie den für die Kammerarbeit wichtigen Behörden und Organisationen.