Leichtes Plus bei Neugründungen und Geschäftsaufgaben

Leichtes Plus bei Neugründungen und Geschäftsaufgaben
© IHK Mittlerer Niederrhein

Stand: 23.12.2019

Mit unverpackten Lebensmitteln sowie nachhaltigen Haushaltswaren und Hygieneprodukte einen Beitrag für Umwelt und Klimaschutz leisten – das ist die Geschäftsidee von Fil Mea. Judith Grünewald und Gizem Bulut haben ihren „Laden für nachhaltigen und bewussten Konsum“ Anfang Dezember in Mönchengladbach eröffnet. „Und wir haben es nicht bereut“, sagt Grünewald. Die beiden gebürtigen Mönchengladbacherinnen und Wahl-Kölnerinnen hatten bei Besuchen in ihrer Heimatstadt eine Marktlücke entdeckt. „Der Wunsch, den Menschen müllfreie Produkte zugänglicher zu machen und einen Job mit Sinn zu haben, hat uns animiert, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen“, erzählt Bulut. Unterstützt wurden die beiden Freundinnen durch Bert Mangels, Gründungsexperte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, der ihnen unter anderem beim Erstellen des Businessplans und der Beantragung von Fördermitteln half.

Wie Grünewald und Bulut in diesem Jahr haben sich im vergangenen Jahr 2.152 Menschen in Mönchengladbach selbstständig gemacht. Im gleichen Zeitraum haben auch 2.438 Unternehmer ihre Firma aufgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 waren es 2.129 Gründungen und 2.243 Aufgaben. Damit verzeichnet Mönchengladbach ein Plus von 1,08 Prozent bei den Gründungen und einen Zuwachs von 8,69 Prozent bei den Aufgaben. Die Gründungsintensität – also die Anzahl der Gründungen in Relation zur Einwohnerzahl – lag 2018 in Mönchengladbach mit 0,82 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres und auf dem durchschnittlichen Niveau im Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein (0,81). Das sind die wesentlichen Kennziffern des Gründerreports 2019, den die IHK auf der Datenbasis des Landes NRW erarbeitet hat.

„Die Gesellschaft braucht Gründer. Menschen, die den Sprung in die unternehmerische Selbstständigkeit wagen, sind wertvoll für die Wirtschaft“, sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. „Sie bereichern den Markt mit neuen Produkten, Prozessen, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen, und sie sorgen für Wertschöpfung sowie für Arbeits- und Ausbildungsplätze.“

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Neugründungen um 3,6 Prozent von 124.409 im Jahr 2017 auf 119.931 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Gleichzeitig ist auch die Zahl der Gewerbeabmeldungen rückläufig – von 116.495 auf 115.262. Somit konnten insgesamt 4.669 zusätzliche Unternehmen in NRW im Jahr 2018 gezählt werden. Dies aber nur, weil der Rückgang bei den Gewerbeabmeldungen höher ausgefallen ist als der Rückgang bei den Gewerbeanmeldungen.

Bisher konnte sich der Bezirk der IHK Mittlerer Niederrhein vom negativen Landestrend absetzen. Im vergangenen Jahr gelang dies nicht mehr. Die Unternehmensgründungen lagen 2018 um 6,82 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig sind die Geschäftsaufgaben 2018 nur um 0,71 Prozent gesunken. Im Saldo ist die Zahl der Unternehmen somit um 563 kleiner. „Die gute konjunkturelle Lage der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass die Anzahl der Gründungen aus beruflichen Notlagen heraus abnimmt, aber gleichzeitig der Anteil der qualitativ hochwertigen und vielversprechenden Gründungen zunimmt“, erläutert IHK-Existenzgründungsberater Bert Mangels.

„Wichtig ist, dass eine Gründerkultur gefördert wird, die Unternehmertum und Kreativität ermöglicht“, betont Steinmetz. Jungunternehmer benötigten Voraussetzungen, die es ihnen erlauben, sich voll und ganz auf Kunden und Produkte zu konzentrieren. „Sie sollten weder Zeit noch Energie damit verschwenden müssen, bürokratische Hürden zu überwinden“, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Aber auch die Gründer selbst müssen ihren Teil zum Erfolg beitragen. „Sie müssen gut auf diesen Schritt vorbereitet sein. Dabei unterstützen wir sie gerne“, sagt IHK-Experte Mangels und appelliert an alle Gründer, das umfangreiche Beratungsangebot der IHK zu nutzen.

Angehenden Unternehmern stehen die Berater Bert Mangels (Tel. 02151 635-335, E-Mail: mangels@krefeld.ihk.de) und Pascal Görigk (Tel. 02161 241-120, E-Mail: goerigk@mittlerer-niederrhein.ihk.de) zur Verfügung.
Der Gründerreport steht als PDF-Datei im Internet unter www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/5941 zum Download bereit.

Bildunterschrift: IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz stellte im Unternehmen Fil Mea der beiden Gründerinnen Judith Grünewald (l.) und Gizem Bulut den Gründerreport 2019 vor.         Foto: IHK

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