„Kurzarbeitergeld ist ein wertvolles Instrument“

„Kurzarbeitergeld ist ein wertvolles Instrument“
© Superingo / Adobe Stock

Stand: 30.04.2020

„Dass die Corona-Krise sich auch auf den Arbeitsmarkt niederschlägt, war abzusehen. Ohne die Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld und die verschiedenen staatlichen Hilfen, wäre der Anstieg der Arbeitslosigkeit weitaus dramatischer ausgefallen.“ Mit diesen Worten hat Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, die aktuellen Arbeitsmarktzahlen kommentiert. Dass das Kurzarbeitergeld ein wertvolles Instrument ist, um Mitarbeiter in schwierigen Zeiten zu halten, zeige sich auch in der Corona-Krise.  „Dennoch sehen viele Unternehmer keine andere Möglichkeit als Stellenabbau“, berichtet Steinmetz und wirbt für Verständnis: „In einer ganzen Reihe von Branchen herrscht Verzweiflung, 21 Prozent der von uns befragten Unternehmen sind von der Insolvenz bedroht.“

Dazu kommt: Angesichts der unsicheren Lage und negativen Geschäftserwartungen verzichten viele Unternehmen momentan auf Neueinstellungen. „Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, nun länger suchen müssen, um eine neue Stelle zu finden“, sagt Steinmetz. Bereits Ende März hatte ein Drittel der Unternehmen im Rahmen einer Blitzumfrage eingeräumt, dass sie von einer Reduzierung der Mitarbeiterzahl ausgehen.

Insbesondere die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie und des staatlichen Krisenmanagements führt in vielen Betrieben dazu, dass nicht mehr eingestellt wird und Verträge nicht verlängert werden. „Deswegen werben wir als IHK dafür, dass die Bundes- und Landesregierungen kurzfristig für alle Branchen einen Öffnungsfahrplan festlegen“, so Steinmetz und wirbt aller Schwierigkeiten zum Trotz für Optimismus: „Beim Bewältigen der Krise sind die Betriebe auch auf gute Mitarbeiter angewiesen. Qualifizierte und motivierte Fachkräfte werden in Zukunft dringend gebraucht.“