Eine temporäre Maßnahme zur Stärkung des Handels

Eine temporäre Maßnahme zur Stärkung des Handels
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Stand: 07.08.2020

In einem Brief an Bürgermeisterin Dr. Ulrike Nienhaus und die Fraktionsvorsitzenden spricht sich Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, dafür aus, aufgrund der Corona-Pandemie verkaufsoffene Sonntage im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten und ohne eine direkte Verknüpfung mit einer größeren Veranstaltung zuzulassen. „Wir würden es begrüßen, wenn die Politik in Kaarst den Einzelhandel im gesamten Stadtgebiet in Zeiten von Corona mit entsprechenden Rahmenbedingungen unterstützt“, sagt Steinmetz. Schließlich sei die Lage des Einzelhandels dramatisch.

Bei einer kürzlich veröffentlichten IHK-Konjunkturumfrage haben 50 Prozent der Einzelhändler ihre Geschäftslage als „schlecht“ bewertet, nur 18 Prozent bewerten sie „gut“. „So ungünstig war dieses Verhältnis seit mehr als zehn Jahren nicht mehr“, betont der Hauptgeschäftsführer. 39 Prozent der Einzelhändler rechnen damit, dass sich erst im Jahr 2021 oder später ein Normalniveau ihrer Geschäfte einstellt.

Auf die desolate Situation des Einzelhandels hat das Land NRW unter anderem mit einem Erlass reagiert. Er ermöglicht es den Kommunen, bis zu vier verkaufsoffene Sonntage ohne besonderen Anlass zu erlauben. „Wichtig ist uns, dass diese Regelung keine dauerhafte Lösung, sondern nur eine temporäre sein soll“, so Steinmetz. Aber in der derzeitigen Situation seien verkaufsoffene Sonntage eine gute Möglichkeit, um einer durch die Corona-Krise verursachten Gefährdung des Einzelhandels entgegenzutreten. Darüber hinaus könnten Bürger durch verkaufsoffene Sonntage wieder stärker auf den stationären Einzelhandel aufmerksam gemacht werden. Dies wirke zugleich einer drohenden Verödung zahlreicher Innenstädte und Ortskerne entgegen. „Deshalb appellieren wir auch an die Kirchen und Gewerkschaften, diesen Weg zu unterstützen“, betont Steinmetz.