Engagement für die Kreislaufwirtschaft

Engagement für die Kreislaufwirtschaft
© IHK Mittlerer Niederrhein

Stand: 22.09.2020

Neues Aluminium aus alten Autofelgen oder aus Getränkedosen gewinnen und gleichzeitig 95 Prozent des Energiebedarfs einsparen – Recycling kann einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz in der Industrie leisten. Deshalb hat sich die Hydro Aluminium Rolled Products GmbH in Neuss vorgenommen, ihr Werk und auch die nachgelagerte Wertschöpfungskette durch verstärkte Recycling-Aktivitäten zukunftsfähig aufzustellen. Einen entsprechenden Förderantrag für Mittel zur Bewältigung des Strukturwandels im Rheinischen Revier hat das Unternehmen bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) gestellt. Der Aufsichtsrat der ZRR hatte dem Projekt den zweiten von insgesamt drei Sternen verliehen und somit als „tragfähiges Vorhaben“ eingestuft. Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises Neuss, Ralph Sterck, Geschäftsführer der ZRR, und Volker Backs, Deutschland-Geschäftsführer von Hydro, haben sich nun darüber ausgetauscht, wie das Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann.
 
„Der ZRR-Aufsichtsrat hat dem Antrag vor dem Hintergrund der enormen Energie- und Materialeinsparungen bescheinigt, eine gute und umsetzungsfähige Idee für den Strukturwandel zu sein“, sagte Steinmetz. „Jetzt geht es darum, einen passenden Förderzugang zu finden.“ Petrauschke kritisierte in diesem Zusammenhang die strengen Regeln des EU-Beihilferechts. „Sie erschweren die Förderung von Unternehmen enorm“, so der Landrat, „Wenn wir zur Erreichung der Klimaschutzziele die Anforderungen an die Wirtschaft immer höherschrauben, muss es auch erlaubt sein, die dafür notwendigen Anpassungen der Unternehmen zu fördern.“
 
Bei dem wegweisenden Projekt geht es darum, die Verarbeitungsanlagen und Öfen im Neusser Werk für Recycling-Material umzurüsten. Durch Kreislaufwirtschaft und innovative Verarbeitung von Urban-Mining-Rohstoffen sollen neue klimaschonende Rohstoffe bei gleichzeitiger Unabhängigkeit von globalen Lieferbeziehungen erzeugt werden. Auf diesem Weg kann es gelingen, einer der energieintensivsten Branchen in Deutschland den Weg in die klimaschonende Zukunft zu ebnen. Damit entspricht das Projekt genau den politischen Zielsetzungen der EU. „Ein Sofortprogramm muss auf vorhandene und erprobte Technologien aufsetzen, weiterentwickelt durch innovative Elemente“, betonte Backs.
 
„Hydro befördert eines von mehr als 100 Projekten zum Strukturwandel und konnte bereits den zweiten von drei Sternen für sich erreichen“, erklärte ZRR-Geschäftsführer Sterck abschließend. „Ich bin froh und stolz darauf, wie weit wir im Rheinischen Revier fünf Wochen nach Inkrafttreten des Strukturstärkungsgesetzes schon sind.“
 
Bildtext: Sie tauschten sich über den Strukturwandel im Rheinischen Revier aus (v.l.): Jürgen Steinmetz (Hauptgeschäftsführer IHK Mittlerer Niederrhein), Thomas Mock (Director Public Affairs bei Norsk Hydro), Hans-Jürgen Petrauschke (Landrat des Rhein-Kreises Neuss), Volker Backs (Deutschland-Geschäftsführer bei Norsk Hydro) und Ralph Sterck (Geschäftsführer der Zukunftsagentur Rheinisches Revier). Foto: IHK