IHK-Gründerreport 2020 Kreis Viersen

IHK-Gründerreport 2020 Kreis Viersen
© IHK Mittlerer Niederrhein

Stand: 25.09.2020

Driton Bici hat sich getraut. Er hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und die Sampers Carwash OHG mit Standorten in Brüggen und Nettetal-Lobberich übernommen. Die Vorbesitzer hatten das Unternehmen aus Altersgründen verkauft. Vor der Übernahme hatte Bici die Autowaschanlagen gepachtet und konnte so mit Unterstützung der Vorbesitzer ausreichend Erfahrung in der Führung des Unternehmens sammeln.

So wie Bici haben sich im vergangenen Jahr 2.325 Menschen im Kreis Viersen selbstständig gemacht. Im gleichen Zeitraum haben auch 2.338 Unternehmer ihre Firma aufgegeben. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 waren es 2.240 Gründungen und 2.285 Aufgaben. Damit verzeichnet der Kreis Viersen ein Plus von 3,79 Prozent bei den Gründungen und ein Plus von 2,32 Prozent bei den Aufgaben. Das sind die wesentlichen Kennziffern des Gründerreports 2020, den die IHK auf der Datenbasis des Landes NRW erarbeitet hat.

„Die Gesellschaft braucht Gründer. Menschen, die den Sprung in die unternehmerische Selbstständigkeit wagen, sind wertvoll für die Wirtschaft“, sagt Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein. „Sie bereichern den Markt mit neuen Produkten, Prozessen, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen, und sie sorgen für Wertschöpfung sowie für Arbeits- und Ausbildungsplätze.“ Angesichts der Folgen der Corona-Krise sei dies wichtiger denn je.

Umso erfreulicher ist es aus Sicht der IHK, dass die Zahl der Neugründungen in Nordrhein-Westfalen 2019 erstmals seit 2013 wieder zugenommen hat. Dieser Wert stieg um 1,99 Prozent von 119.931 im Jahr 2018 auf 122.320 im vergangenen Jahr. Gleichzeitig ist die Zahl der Gewerbeabmeldungen rückläufig – von 115.262 auf 110.908. Somit konnten insgesamt 11.412 zusätzliche Unternehmen in NRW im Jahr 2019 gezählt werden.

Auch im IHK-Bezirk Mittlerer Niederrhein hat sich das Gründungsgeschehen positiv entwickelt: Die Unternehmensgründungen lagen 2019 um 0,78 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Geschäftsaufgaben 2019 sind um 5,50 Prozent gesunken. Im Saldo ist die Zahl der Unternehmen somit um 56 gestiegen. „Die gute konjunkturelle Lage der vergangenen Jahre hat dazu geführt, dass die Anzahl der Gründungen aus beruflichen Notlagen heraus abnimmt, aber gleichzeitig der Anteil der qualitativ hochwertigen und vielversprechenden Gründungen zunimmt“, erläutert IHK-Existenzgründungsberater Pascal Görigk. „Ob dieser positive Trend in Corona-Zeiten anhält, wird sich zeigen.“

Gerade jetzt sei es wichtig, dass eine Gründerkultur gefördert werde, die Unternehmertum und Kreativität ermögliche, betont Steinmetz. Jungunternehmer bräuchten Rahmenbedingungen, die es ihnen erlauben, sich voll und ganz auf Kunden und Produkte zu konzentrieren. „Sie sollten weder Zeit noch Energie damit verschwenden müssen, bürokratische Hürden zu überwinden“, fordert der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Aber auch die Gründer selbst müssen ihren Teil zum Erfolg beitragen. „Sie müssen gut auf diesen Schritt vorbereitet sein. Dabei unterstützen wir sie gerne“, sagt IHK-Experte Görigk und appelliert an alle Gründer, das umfangreiche Beratungsangebot der IHK zu nutzen.

Angehenden Unternehmern stehen die Berater Bert Mangels (Tel. 02151 635-335, E-Mail: bert.mangels@mittlerer-niederrhein.ihk.de) und Pascal Görigk (Tel. 02161 241-120, E-Mail: pascal.goerigk@mittlerer-niederrhein.ihk.de) zur Verfügung. Der Gründerreport steht als PDF-Datei im Internet unter www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/5941 zum Download bereit.

Bildtext: IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (M.) stellte gemeinsam mit IHK-Existenzgründungsberater Pascal Görigk (r.) im Unternehmen Sampers Carwash OHG in Nettetal im Beisein von Sampers-Mitarbeiter Bernd Bister den Gründerreport vor.     Foto: IHK