Steuersenkungen in Brüggen

Steuersenkungen in Brüggen
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Stand: 08.05.2020

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein begrüßt die Pläne der Gemeindeverwaltung Brüggen, die Realsteuerhebesätze zu senken. Konkret soll der Gewerbesteuerhebesatz von 418 auf 400 Punkte und der Hebesatz der Grundsteuer B von 443 auf 420 Punkte gesenkt werden. „Beide Standortfaktoren sind aus Sicht der Brüggener Unternehmen sehr bedeutend. Deswegen setzt die Gemeinde an der richtigen Stelle an“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz.

Die Unternehmen in der Region sind von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie stark betroffen. 79 Prozent der Betriebe rechnen aufgrund der Krise mit Umsatzeinbußen, die sich im Jahresverlauf nicht ausgleichen lassen. Ein Fünftel der Unternehmen sieht sich von Insolvenz bedroht. „Deswegen ist die steuerliche Entlastung ein guter Schritt“, erklärt Steinmetz. Insbesondere die Gewerbesteuer ist aus IHK-Sicht ein wichtiger Hebel, um Firmen zu entlasten. „Die Hinzurechnung ertragsunabhängiger Elemente zur Bemessungsgrundlage der Gewerbesteuer führt dazu, dass auch Firmen ohne betrieblichen Gewinn zur Zahlung herangezogen werden“, erläutert Steinmetz.

Der IHK-Hauptgeschäftsführer erinnert daran, dass nach der Wirtschaftskrise 2009/10 viele Kommunen in der Region ihre Gewerbesteuerhebesätze erhöht und damit die Krise von einigen Betrieben noch verschärft hätten. „Brüggen möchte jetzt den umgekehrten Weg gehen und Unternehmen entlasten“, so Steinmetz. „Das wird es den Betrieben auch leichter machen, notwendige Investitionen zu tätigen.“

Auch die angestrebte Senkung der Grundsteuer B wird von der IHK unterstützt. „Schließlich ist auch die Grundsteuer eine Substanzsteuer, die unabhängig von Gewinnen zu entrichten ist“, so Steinmetz. „Insbesondere großflächigen Betrieben kommt die Senkung zugute.“