Vorstellung des „Aktionsplans Wirtschaft für Krefeld“

Vorstellung des „Aktionsplans Wirtschaft für Krefeld“
© IHK Mittlerer Niederrhein

Stand: 05.03.2020

„Ich will heute über die K-Frage sprechen – nämlich über Krefeld“, sagte Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Laschet war Keynote-Redner und Ehrengast der Veranstaltung „Krefeld 2030 – Zukunft. Gemeinsam. Gestalten“, zu der die Initiative „Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld“ ins Audi Zentrum Krefeld eingeladen hatte. Und der Ministerpräsident hielt, was er zu Beginn seiner Rede versprach: Bei seinem Blick auf die deutsche und weltweite Wirtschaft fand er immer auch den Bezug zum Wirtschaftsstandort Krefeld.

Zuvor hatten Elmar te Neues, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz und Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer gemeinsam mit Moderatorin Sabine Heinrich die rund 400 Gäste auf das Thema des Abends eingestimmt. Seit 2018 haben sich mehr als 150 Akteure aus der Krefelder Wirtschaft, der Stadtverwaltung und aus Krefelder Institutionen intensiv mit der Frage beschäftigt, wie der Wirtschaftsstandort gestaltet werden kann. „Für uns ist das heute ein Tag des Zwischenfazits und des Aufbruchs“, sagte Steinmetz. Krefeld habe eine gute Ausgangssituation, stehe aber auch vor vielen Herausforderungen. „Wichtig war uns, dass unterschiedliche Gruppen, die für die Krefelder Wirtschaft Verantwortung tragen, zu Wort kommen“, sagte Meyer. „Und so haben wir spannende Projekte erarbeitet.“ IHK-Präsident Elmar te Neues fügte hinzu: „Ein guter Kontakt zur Verwaltung ist für uns Unternehmen sehr wichtig. Durch den Aktionsplan konnte die Zusammenarbeit noch einmal verbessert werden.“

Einen Eindruck von einzelnen Projekten vermittelten neben Filmen auch Vertreter der vier Arbeitsgruppen stellvertretend für alle Akteure: Christoph Borgmann (Lebensqualität, Urbanität), Mario Bernards (Innovation, Digitalisierung, Gründung), Detlev G. Moritz (Infrastruktur, Flächen, Mobilität) und Dr. Bettina Rademacher-Bensing (Bildung, Fachkräfte, Arbeitsmarkt). So wurden unter anderem die vier sogenannten Goldprojekte „Die vier Wälle – das Krefelder Wahrzeichen“, „Schließung von Lücken in Wertschöpfungskette durch aktive Ansiedlungspolitik“, Innovations- & Technologiecampus ITC Krefeld“ und „Steigerung der Erwerbstätigkeit von Frauen“ thematisiert.

Der Ministerpräsident lobte das Engagement der Akteure. „Es ist beeindruckend, was Sie in rund zwei Jahren erreicht haben“, sagte Laschet. Eine Stadt könne nur dann vorankommen, wenn es bei Projekten und Ideen einen Konsens in der Gesellschaft gebe.

Gleichzeitig erinnerte er daran, dass sich Entwicklungen wie etwa der Brexit, das Corona-Virus und der Handelskonflikt zwischen China und den Vereinigten Staaten auf einen internationalen Industriestandort wie Krefeld auswirken könnten. Auch der Umbau der Energiewirtschaft sei gerade für Nordrhein-Westfalen mit seinen stromintensiven Industrien eine große Herausforderung. Man brauche mehr Tempo bei der Realisierung von Projekten und deshalb auch schnellere Genehmigungsverfahren.  Außerdem forderte der Ministerpräsident mehr Tempo bei der Energiewende und ging dabei auch auf das wichtige Thema Carbon Leakage ein: „Wir müssen das Klimathema so ernst nehmen, dass die Klimaziele 2030 erreicht werden. Aber niemandem ist damit gedient, wenn ein hiesiges Chemiewerk ins Ausland abwandert, unter schlechteren Klimabedingungen produziert und die Produkte zurück nach Deutschland liefert.“ Deshalb dürfen energieintensive Industrien nicht pauschal für Emissionen bestraft werden. Ausnahmeregelungen für bestimmte Industrieunternehmen seien notwendig.

„Was Krefeld sich für das Jahr 2030 vorgenommen hat, ist aus den bestehenden Möglichkeiten heraus gewachsen – verbunden mit einer Vision für die Zukunft, was man schaffen will“, sagte Laschet am Ende seiner Rede. „Ich wünsche mir, dass vieles von dem, was Sie sich vorgenommen haben, umgesetzt wird. Wenn es in Krefeld aufwärtsgeht, hilft das auch dem Land Nordrhein-Westfalen.“

Dass der Aktionsplan kein Papiertiger sein soll, bekundeten die Mitglieder des Lenkungsausschusses und der Ministerpräsident schließlich mit ihren Unterschriften unter der Vereinbarung:
„Krefeld 2030 – Zukunft. Gemeinsam. Gestalten“ – unter diesem Motto werden wir die Ideen und Projekte des Aktionsplans vorantreiben und umsetzen. Unser gemeinsames Ziel: Krefeld als Wirtschaftsstandort stärken!

Die einzelnen Projekte des Aktionsplans sind im Internet zu finden:
www.aktionsplan-wirtschaft.de


Bildunterschrift:
IHK-Präsident Elmar te Neues (l.), der Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer (2.v.r.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (r.) begrüßten Ministerpräsident Armin Laschet zur Vorstellung des „Aktionsplans Wirtschaft für Krefeld“.             Foto: IHK