IHK zur Testangebotspflicht in Unternehmen

IHK zur Testangebotspflicht in Unternehmen
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Stand: 13.04.2021

„Obwohl die Freiwilligkeit aus unserer Sicht zielführender gewesen wäre, erkennen wir an, dass die Bundesregierung den Bürokratieaufwand geringhalten möchte.“ Mit diesen Wochen kommentiert Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, den Beschluss des Bundeskabinetts zu Corona-Testungen in Unternehmen. Demnach muss jeder Betrieb seinen Mitarbeitern mindestens einen Selbsttest pro Woche anbieten. Unter bestimmten Umständen, wie zum Beispiel bei Kundenkontakten, muss auch ein zweiter Test pro Woche zur Verfügung gestellt werden. „Grundsätzlich ist das Testen – neben der Impfkampagne – ein wichtiges Instrument, um die Pandemie zu überwinden“, betont Steinmetz. „Ich würde mir daher wünschen, dass wir es verstärkt, aber eben zielgenau für verantwortungsvolle Öffnungsschritte einsetzen.“

In der vergangenen Woche hatte sich die IHK in einem Schreiben an die örtlichen Bundestags- und Landtagsabgeordneten gegen eine allgemeine Testpflicht der Unternehmen ausgesprochen. „Allerdings sind die bürokratischen Hürden jetzt nicht so hoch wie zunächst zu befürchten war“, sagt Steinmetz. Die Betriebe müssen nachweisen, dass sie die entsprechenden Tests beschafft haben. Zudem seien Selbsttests für die Mitarbeiter ohne Aufsicht ausreichend.

Obwohl die meisten Betriebe bereits sehr aktiv bei der Testung ihrer Beschäftigten sind, geht die IHK davon aus, dass durch die Testangebotspflicht der Bedarf nach Schnell- und Selbsttests noch einmal steigen wird. „Wir hoffen, dass sich dies nicht negativ auf die Möglichkeit auswirkt, Schulen und Kitas in NRW zu öffnen beziehungsweise offen zu halten. Die Beschaffung ist nämlich nach Informationen unserer Betriebe ein Problem.“

Deswegen bieten die Industrie- und Handelskammern in NRW mit der Internet-Plattform www.protectx.online Unternehmen die Möglichkeit, Anbieter von Tests zu finden. „Wir erwarten zudem, dass kleinen Unternehmen finanziell geholfen wird“, sagt Steinmetz. Durch die erhöhte Nachfrage sei eine Preissteigerung zu befürchten. „Das könnte insbesondere für kleine Unternehmen, die nur kleine Mengen abnehmen, ein Problem werden, vor allem dann, wenn die Pflicht über längere Dauer bestehen bleibt.“

Die IHK informiert Betriebe rund um das Thema „Corona-Tests im Unternehmen“. Unter anderem werden Webinare angeboten. Alle Angebote sind zu finden unter: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/25791