Industrieumsätze weiter unter dem Vorjahresniveau

Industrieumsätze weiter unter dem Vorjahresniveau
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Stand: 22.04.2021

Die Umsätze der Industriebetriebe in Krefeld, Mönchengladbach, im Rhein-Kreis Neuss und im Kreis Viersen liegen weiterhin deutlich unter dem Vorjahresniveau. Das zeigt eine Auswertung von IT.NRW-Daten durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Die Rückgänge beim Gesamtumsatz der Industrie in der Region betrugen im Januar und Februar 9,3 Prozent im Vergleich zu den gleichen Vorjahresmonaten. Die Industrie am Mittleren Niederrhein ist damit inzwischen sogar stärker von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen als die Industrie in Nordrhein-Westfalen. Dort lag der Rückgang bei 5,6 Prozent. „Das passt zu den Beobachtungen, die wir schon in unserer Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn gemacht haben“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz die Analyse. „Die Lagebewertungen waren damals sehr zurückhaltend.“

Während die Inlandsumsätze im Januar und Februar 2021 8,1 Prozent unter den Vorjahreswerten lagen, waren es bei den Auslandsumsätzen 10,3 Prozent. „Wir sehen an den Zahlen, dass die allgemeine Auslandsnachfrage und die internationale Investitionsbereitschaft das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht haben,“ erklärt Steinmetz. „Für exportstärkere Standorte wie den Mittleren Niederrhein wiegt das natürlich schwer.“

Zum Jahresbeginn am stärksten getroffen sind die Hersteller von Bekleidung. Sie verzeichnen einen Rückgang von 57,1 Prozent. „Dies passt auch zu den Umsatzeinbrüchen im Textileinzelhandel“, erläutert der IHK-Hauptgeschäftsführer. Auch die Produzenten von elektrischer Ausrüstung (31,7 Prozent) und die Hersteller von Glas, Glaswaren und Keramik (29,3 Prozent) mussten massive Einbußen hinnehmen. In der für die Region wichtigen Chemieindustrie lag der Gesamtrückgang der Umsätze im Januar und Februar bei 9,7 Prozent.

Nur wenige Branchen konnten zum Jahresbeginn etwas bessere Umsatzzahlen vorlegen als in den gleichen Vorjahresmonaten. Die Produzenten von Gummi- und Kunststoffwaren konnten ein Plus von 4,1 Prozent erzielen. Auch die Hersteller von Datenverarbeitungsgeräten sowie von elektronischen und optischen Erzeugnissen hatten ein Umsatzplus von 6,4 Prozent. Die Produzenten von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel) konnten eine Steigerung von 2 Prozent verzeichnen.

„Die Lage ist nach wie vor sehr angespannt“, so Steinmetz. „Wir hoffen dennoch, dass sich die positiveren Erwartungen, die von den Betrieben in der vergangenen Konjunkturumfrage gemeldet wurden, sich zum Sommer hin auch in den Umsatzzahlen niederschlagen.