Landrat Coenen zu Gast im Regionalausschuss

Landrat Coenen zu Gast im Regionalausschuss
© IHK Mittlerer Niederrhein

Stand: 26.04.2021

„Wenn Sie mögen, rede ich mit Ihnen ausschließlich über Corona. Mir wären aber andere Themen lieber.“ Mit diesen Worten begrüßte Landrat Dr. Andreas Coenen die Mitglieder des Regionalausschusses Viersen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein, in deren jüngster Sitzung er zu Gast war. So sprach Coenen zunächst über Themen, die in seinen Augen für die positive Entwicklung des Wirtschaftsstandorts relevant sind – und hatte eine erfreuliche Nachricht: „Eine gute Verwaltung, die auf die Bedürfnisse der Unternehmen eingeht, ist für mich ein ungemein wichtiger Standortfaktor“, betonte der Landrat. „Deshalb wollen wir uns als mittelstandsfreundliche Verwaltung zertifizieren lassen.“ Viele Voraussetzungen bringe die Kreisverwaltung schon jetzt mit. Allerdings sei die Zertifizierung ein weiterer Anreiz, noch besser zu werden.

„Es ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, damit zu starten, weil wir Kräfte aus allen Verwaltungsbereichen zur Pandemiebekämpfung zusammengezogen haben.“ Sobald es die Situation aber zulasse, werde man das Thema vorantreiben. Darüber hinaus bezeichnete Coenen die Arbeit der Kreiswirtschaftsförderung, die Niederlassung der Hochschule Fontys Venlo im Technologie- und Gründerzentrum Niederrhein in Kempen, die Situation auf dem Wohnungsmarkt und die Tatsache, dass man die Nachfrage nach der Kinderbetreuung zu 100 Prozent abdecken könne, als weitere wichtige Standortfaktoren des Kreises Viersen.

„Die geplante Zertifizierung ist eine sehr gute Nachricht“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz, der immer wieder dafür wirbt, dass sich die Verwaltungen in der Region zertifizieren lassen. Steinmetz animierte den Landrat, auch die kreisangehörigen Kommunen für diesen Schritt zu begeistern. „Mein Traum ist ein wirtschaftsfreundlicher Niederrhein“, sagte er. Erfreulich sei auch das Thema Gewerbeflächenentwicklung im Kreis Viersen. „Die Verfügbarkeit von Gewerbeflächen spielt in unseren Standortumfragen immer eine Rolle.“ Die Entwicklung des Gewerbe- und Industriegebiets Elmpt sei für das Flächenangebot im Kreis Viersen eine gute Perspektive. „Das ist eine Riesenchance für die Region, vor allem auch wegen der Kombination aus Gewerbe- und Industrieflächen“, betonte Coenen, der gleichzeitig darauf hinwies, dass 20 Prozent des Flächenangebots für das örtliche Gewerbe vorgesehen seien.

Ganz ohne das Thema Corona verlief das Gespräch dann am Ende doch nicht. Coenen kündigte an, dass der Kreis als Kommunalaufsicht, sollte eine Kommune im Kreis ihre Gewerbesteuerhebesätze senken wollen,
dies konstruktiv begleiten würde, um nach Corona Wachstumsimpulse für die Wirtschaft zu geben.

Schließlich warb der Ausschussvorsitzende Andreas Böhm dafür, die Corona-Pandemie als Chance für Weiterentwicklungen und Verbesserungen zu sehen und appellierte: „Wir sehen die Bedarfe in vielen Bereichen wie Digitalisierung und Bildung. Deshalb erwarten wir von den jeweils politischen Verantwortlichen ein Signal, dass diese Defizite angepackt werden.“