Verkehrsversuch Sebastianusstraße

Verkehrsversuch Sebastianusstraße
© IHK

Stand: 07.03.2022

Bevor die politischen Gremien der Stadt Neuss in den kommenden Wochen die Fortführung des Verkehrsversuchs Sebastianusstraße diskutieren, haben sich die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein und der Handelsverband in einem gemeinsamen Schreiben an Bürgermeister Reiner Breuer und die Ratsfraktionen gewandt. „Die versuchsweise Verkehrsberuhigung der Sebastianusstraße und die damit verbundenen Sorgen der Händler, Gastronomen und anderer Gewerbetreibenden haben uns in den vergangenen Monaten immer wieder beschäftigt“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Nachdem wir unsere Bedenken zu dem Vorhaben mehrfach artikuliert haben, begrüßen wir nun die von der Verwaltung vorgeschlagenen Änderungen.“

Erfreulich sei vor allem der Vorschlag, die Sebastianusstraße nur temporär, also vor und nach den üblichen Geschäfts- und Anlieferungszeiten, für den motorisierten Verkehr zu sperren, heißt es in dem Brief. Auch die Vorhaben, den Taxistand wieder an die Sebastianusstraße zurückzuholen und „Kiss-and-Go-Zonen“ einzurichten, begrüßen IHK und Handelsverband. „Das wäre vor allem auch für mobilitätseingeschränkte Personen eine gute Nachricht“, erklärt Handelsverbands-Geschäftsführer Jan Kaiser.

Positiv bewerten IHK und Einzelhandelsverband auch die Idee, die Stadtmöblierung in Absprache mit den Geschäftsleuten und Anwohnern zu verändern. „Dieses auf Dialog angelegte Verfahren begrüßen wir ausdrücklich und bitten darum, auch die übrigen Maßnahmen in diesem Sinne weiterzuführen“, heißt es in dem Brief.

Gleichzeitig sprechen sich IHK und Handelsverband dafür aus, die Auswirkungen auf die Straßenzüge, die von der Verkehrsverlagerung und dem damit verbundenen vermehrten Radverkehr betroffen sind, regelmäßig zu monitoren. Dies gelte zum Beispiel auch für die Batteriestraße und den Wendersplatz. „Es muss sichergestellt werden, dass diese Straßen weiterhin ihren Zweck im Verkehrssystem der Innenstadt erfüllen können“, heißt es. Gleichzeitig sollten die ansässigen Geschäftsleute in die Abfrage einbezogen werden, um die mittel- und langfristigen wirtschaftlichen Folgen abschätzen und hierauf reagieren zu können.

„Für viele Geschäftsleute handelt es sich bei den Vorschlägen um eine Kompromisslösung, der sie kritisch gegenüberstehen“, betont Kaiser. „Eine weitere Einschränkung der Befahrbarkeit und Haltemöglichkeit für den motorisierten Verkehr, insbesondere innerhalb der üblichen Geschäftszeiten, könnten die Gewerbetreibenden nicht akzeptieren.“ IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz appelliert: „Deshalb hoffen wir, dass die politischen Vertreterinnen und Vertreter der von der Verwaltung vorgeschlagenen Kompromisslösung zustimmen.“