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Informationspflichten für Dienstleister

Informationspflichten für Dienstleister
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Ansprechpartner

Sebastian Greif
Sebastian Greif

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Für Dienstleister gelten Informationspflichten nach der Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung (kurz DL-InfoV), die der Dienstleister stets zu erfüllen hat.

Verhältnis zu anderen Vorschriften

Die Informationspflichten aufgrund von anderen Rechtsvorschriften, zum Beispiel des Telemediengesetzes (TMG), der BGB-Informationspflichten-Verordnung (BGB-InfoV), der Preisangaben-Verordnung (PangV), des Handelsgesetzbuchs (HGB), des GmbH-Gesetzes (GmbHG) und des Aktiengesetzes (AktG), bleiben unberührt. In der Regel sind dies Parallelinformationspflichten, die aber nur auf einen bestimmten Adressatenkreis Anwendung finden.  

Wer ist betroffen?

Betroffen sind grundsätzlich alle Dienstleister im Inland, aber auch solche, die im Inland ihre Niederlassung haben und in einem anderen Mitgliedstaat der EU tätig werden. Einbezogen sind beispielsweise Gewerbetreibende in den Bereichen Handel, Gastronomie, Handwerk, IT-Dienstleistungen sowie Freiberufler wie Rechtsanwälte, Architekten und Steuerberater.

Ausnahmen

Nicht von der DL-InfoV betroffen sind:

  • Finanzdienstleister, insbesondere Pfandleiher, Darlehensvermittler, Kapitalanlagenvermittler und Versicherungsvermittler
  • private Sicherheitsdienste, d. h. insbesondere Tätigkeiten im Bereich der gewerbsmäßigen Bewachung mit Erlaubnispflicht nach § 34a GewO
  • Glücksspielanbieter, z. B. Lotterien, Glücksspiele in Spielkasinos, Wetten
  • Gesundheitsdienstleister
  • soziale Dienstleister gemeinnützig anerkannter Einrichtungen
  • Dienstleistungen von Leiharbeitsagenturen
  • Notare und Gerichtsvollzieher
  • Verkehrsdienstleister

Informationen, die stets bereitgehalten werden müssen

Nach der DL-InfoV müssen zwölf Informationen stets bereitgehalten werden:

  1. Name, Firma und Rechtsform
    Der Dienstleister muss seinen Familien- und Vornamen, seine Firma bei Personengesellschaften OHG oder KG, bei Kapitalgesellschaften GmbH, AG oder Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oder bei Gesellschaften des bürgerlichen Rechts (GbR), die nicht unter einer Firma im Sinne des Handelsgesetzbuchs auftreten können, die Familien- und Vornamen aller geschäftsbefugten Gesellschafter und die Rechtsform angeben. Beim eingetragenen Kaufmann / bei der eingetragenen Kauffrau (e. K. / e. Kfr.) wird auch die Angabe der Firma empfohlen.
  2. Erforderliche Preisangaben
    Sofern der Dienstleister den Preis für eine Dienstleistung im Vorhinein festgelegt hat, muss er den Preis zum maßgeblichen Zeitpunkt (s. u.) mitteilen. Sofern er den Preis nicht im Vorhinein festgelegt hat, muss er auf Anfrage den Preis der Dienstleistung mitteilen oder, wenn kein genauer Preis angegeben werden kann, entweder die näheren Einzelheiten der Berechnung, anhand derer der Dienstleistungsempfänger die Höhe des Preises leicht errechnen kann, oder einen Kostenvoranschlag zur Verfügung stellen. Für Preisangaben gegenüber Verbrauchern enthält die Preisangabenverordnung bereits abschließende über die hier normierten Regelungen hinausgehende Pflichten.
  1. Angaben zur Kontaktaufnahme
    Der Dienstleister muss die Anschrift seiner Niederlassung benennen. Falls sie nicht existiert (wie in vielen Fällen des Reisegewerbes), muss eine ladungsfähige Anschrift veröffentlicht werden. Ferner muss er die schnelle und unmittelbare Kontaktaufnahme ermöglichen, insbesondere müssen eine Telefonnummer und E-Mail-Adresse oder Faxnummer angegeben werden. 
  2. Angabe von Registereintragungen
    Ist der Dienstleister in einem öffentlichen Register eingetragen, so muss das jeweilige Register (Handels-, Vereins-, Partnerschafts- oder Genossenschaftsregister) unter Angabe des Registergerichts und der Registernummer mitgeteilt werden.
  3. Angaben zur zuständigen Aufsichtsbehörde
    Werden Dienstleistungen erbracht, die einer behördlichen Zulassungspflicht (z. B. Immobilienmakler, Bauträger, Versteigerer) unterliegen, so muss die zuständige Aufsichtsbehörde oder der einheitliche Ansprechpartner, einschließlich Name und Anschrift, benannt werden.

    Hinweis: Bei einer Sitzverlegung kann sich die zuständige Aufsichtsbehörde ändern. Sie muss daher nicht zwangsläufig mit der Behörde identisch sein, die die Erlaubnis erteilt hat.
  4. Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
    Falls der Dienstleister über eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verfügt, muss er diese angeben. Eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer muss beim Bundesamt für Finanzen für die Teilnahme am innergemeinschaftlichen Handel beantragt werden.
  5. Angaben bei reglementierten Berufen
    Zu den reglementierten Berufen zählen solche, deren Zugang gesetzlich geregelt ist (z. B. Rechtsanwälte, Ärzte), und solche, bei denen das Führen der betreffenden Berufsbezeichnung von bestimmten Voraussetzungen abhängt (z. B. bei Logopäden, Physiotherapeuten). Der Dienstleister muss in diesen Fällen die gesetzliche Berufsbezeichnung und den Staat, in dem sie verliehen wurde, benennen sowie – falls vorhanden – über die Mitgliedschaft in einer Kammer, einem Berufsverband oder einer ähnlichen Einrichtung unter Angabe von deren/dessen Namen informieren.
  6. Angaben zu allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)
    Verwendet der Dienstleister allgemeine Geschäftsbedingungen, muss er sie dem Dienstleistungsempfänger zur Verfügung stellen – unabhängig ob es sich um einen Verbraucher, Unternehmer oder eine juristische Person des öffentlichen Rechts handelt.
  7. Angaben zum anwendbaren Recht und Gerichtsstand
    Sofern der Dienstleister Vertragsklauseln über das auf den Vertrag anwendbare Recht oder über den Gerichtsstand verwendet, muss er dies dem Dienstleistungsempfänger mitteilen.
  8. Angaben zu angebotenen Garantien
    Bietet der Dienstleister Garantien an, die über die gesetzlichen Gewährleistungsrechte hinausgehen, muss er sie gegenüber dem Dienstleistungsempfänger offenbaren, selbst wenn dieser ein Unternehmer ist, auf den entsprechende Sonderbestimmungen des im BGB geregelten Verbrauchsgüterkaufs nicht anwendbar sind.
  9. Angaben zur Dienstleistung
    Der Dienstleister muss die wesentlichen Merkmale der Dienstleistung mitteilen, soweit sich diese nicht bereits aus dem Zusammenhang ergeben.
  10. Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung
    Falls eine Berufshaftpflichtversicherung besteht, muss der Dienstleister Angaben dazu machen, insbesondere Namen und Anschrift des Versicherers und den räumlichen Geltungsbereich der Versicherung nennen.

Wo geht die DL-InfoV über allgemeine Regelungen hinaus?

Über die bereits bestehenden Vorschriften des Handels-, Verbraucherschutz- oder Telemedienrechts regelt die Informations-Dienstleistungsverordnung nur Folgendes wirklich neu:

  • Allgemeine Geschäftsbedingungen müssen auch gegenüber Unternehmern bekannt gemacht werden.
    Nach dem Bürgerlichen Gesetz werden die AGBs gegenüber Unternehmern selbst dann zum Vertragsbestandteil, wenn nicht auf sie hingewiesen wurde und keine Möglichkeit der Kenntnisnahme bestand (vgl. §§ 310 Abs. 1, 305 Abs. 2 BGB).
  • Werden Garantien angeboten, die über die gesetzlichen Gewährleistungsrechte hinausgehen, muss der Dienstleister sie nicht nur gegenüber dem Verbraucher, sondern auch gegenüber einem Unternehmer offenbaren.
  • Preisangaben müssen auch Unternehmen mitgeteilt werden, sofern ein Preis für die Dienstleistung im Vorhinein festgelegt wurde.

Maßgeblicher Zeitpunkt

Informationen muss der Dienstleister vor Abschluss des Vertrags oder, sofern kein schriftlicher Vertrag geschlossen wird, vor Erbringung der Dienstleistung in klarer und verständlicher Form zur Verfügung stellen.

Informationswege

Die Dienstleister haben die Wahl, ihren Kunden die geforderten Informationen auf einem der folgenden Wege bereitzustellen:

  • als unaufgeforderte, direkte Mitteilung in jedem Einzelfall,
  • als leicht zugänglichen Aushang am Ort der Leistungserbringung oder des Vertragsschlusses,
  • via Internet (z. B. auf der Internetseite oder zum Download) oder auf anderem elektronischem Weg oder
  • durch Abdruck in allen ausführlichen Informationsunterlagen über die angebotene Dienstleistung.


Nur auf Anfrage bereitzustellende Informationen

Folgende Informationen muss der Dienstleister nur auf Anfrage zur Verfügung stellen:

  1. Angaben zu berufsrechtlichen Regelungen und wie sie zugänglich sind (z. B. bei Rechtsanwälten, Ärzten)
  2. Angaben zu ausgeübten multidisziplinären Tätigkeiten
  3. Angaben zu geltenden Verhaltenskodizes
  4. Angaben zu außergerichtlichen Schlichtungsverfahren

Wichtig: Stellt der Dienstleister ausführliche Informationsunterlagen, z. B. Broschüren, Kataloge etc., zur Verfügung, muss er sicherstellen, dass alle diese Informationsunterlagen die Angaben zu multidisziplinären Tätigkeiten, eventuell geltenden Verhaltenskodizes und eventuell möglichen außergerichtlichen Schlichtungsverfahren enthalten.

Verstoß gegen DL-InfoV

Verstöße gegen die DL-InfoV können mit einem Bußgeld bis zu 1.000 Euro geahndet werden. Zuständig für die Überwachung und Ahndung der Ordnungswidrigkeiten sind die Landräte und kreisfreien Städte.

Link zur DL-InfoV

Die DL-InfoV können Sie im Internet auf der Seite des Bundesministeriums der Justiz unter http://www.gesetze-im-internet.de/dlinfov/index.html abrufen.