english

Aktuell: Standortanalyse Meerbusch vorgestellt

Aktuell: Standortanalyse Meerbusch vorgestellt
© IHK

Ansprechpartner

Gregor Werkle
Gregor Werkle

Telefon: +49 2151 635-353
Telefax: +49 2151 635-44353
E-Mail:
V-Card: Kontaktdaten speichern

Nordwall 39
47798 Krefeld

Standortanalyse Meerbusch: Unternehmen sind zufrieden, sehen aber auch Verbesserungspotenzial

Der Standort Meerbusch hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Im Vergleich zu anderen Kommunen ähnlicher Größe in Nordrhein-Westfalen steht Meerbusch gut da. Die Unternehmen sind zufrieden mit dem Standort, allerdings sehen sie in verschiedenen Bereichen, etwa bei den kommunalen Kosten und Leistungen sowie der Informations- und Kommunikationsinfrastruktur, noch Verbesserungsmöglichkeiten. Dies ist das Ergebnis einer Standortanalyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein.

Meerbusch ist ein Handelsstandort.

40 Prozent der Meerbuscher Beschäftigten arbeiten in den Wirtschaftszweigen Handel, Verkehr und Gastgewerbe, den sogenannten distributiven Diensten. Im Rhein-Kreis Neuss liegt der Anteil bei 32, in Nordrhein-Westfalen sogar nur bei 22 Prozent. Mit 15 Prozent ist der Anteil der Industrie an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Meerbusch dagegen deutlich niedriger als in NRW und im Rhein-Kreis (je 28 Prozent).

Von der Schlafstadt zum Wirtschaftsstandort

Von 1999 bis 2014 ist die Beschäftigung in Meerbusch um gut 41 Prozent gestiegen. Der Beschäftigungsaufbau in NRW (8,5 Prozent) und im Rhein-Kreis (10 Prozent) war dagegen deutlich geringer. Früher galt Meerbusch als reine Schlafstadt – heute ist die Stadt ein relevanter Wirtschaftsstandort am Niederrhein. Dieser Wandel ist vor allem auf den Bau der A44-Brücke bei Ilverich zurückzuführen. Mit der Brücke ging eine verbesserte Anbindung von Meerbusch an den Flughafen Düsseldorf einher. Dies war für viele Großhandelsunternehmen und Vertriebseinheiten von internationalen Unternehmen ein Grund, sich in Meerbusch anzusiedeln. Heute arbeiten knapp 3.200 Beschäftigte im Großhandel. Allein in den vergangenen sechs Jahren wurden in diesem Wirtschaftszweig durch Ansiedlungen und Unternehmenserweiterungen mehr als 1.000 Stellen geschaffen.

Gute Werte im interkommunalen Vergleich

Meerbusch punktet im Vergleich zu anderen Städten außerdem mit großer Kauf- sowie Steuereinnahmekraft und niedriger Arbeitslosigkeit. Bei der Realsteuerkraft liegt Meerbusch jedoch nur leicht über dem NRW-Schnitt. Gerade bei den Gewerbesteuereinnahmen besteht also noch Luft nach oben. Eine gute Möglichkeit zur Erhöhung der Steuerkraft sieht die IHK in der Ansiedlung von neuem Gewerbe. Die Entwicklung des Gewerbegebiets Krefeld/Meerbusch wird nach Ansicht der IHK auch deswegen notwendig, da keine freien Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Derzeit liegt laut IHK-Analyse der Anteil der Industrie- und Gewerbefläche in Meerbusch an der Gesamtfläche bei 1,43 Prozent. Damit liegt Meerbusch weit unter dem Durchschnittswert in NRW (2,19 Prozent). Im Rhein-Kreis Neuss weisen zudem nur Korschenbroich (1,41 Prozent) und Rommerskirchen (0,28 Prozent) niedrigere Werte aus.

Vorteil: Verkehrsinfrastruktur

Die IHK-Unternehmensbefragung zeigte auch, wie zufrieden die Betriebe mit ihrem Wirtschaftsstandort sind. Auf einer 4er-Skala erzielte Meerbusch die Durchschnittsnote 2,17. Zum Vergleich: die Durchschnittsnote des IHK-Bezirks insgesamt lag bei 2,19. Ein großer Vorteil ist die Straßenverkehrsinfrastruktur, aber auch die gute Anbindung an den Flughafen. Die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur wird allerdings schlechter als in der Region bewertet. Dies ist der wichtigste Standortfaktor für die Meerbuscher Betriebe. Daher sollte nach Ansicht der IHK auch daran gearbeitet werden.

Empfehlung: Zertifizierung zur mittelstandsfreundlichen Verwaltung

Nur leicht besser als in der Region schneiden die kommunalen Kosten und Leistungen der Stadt ab. Wichtige Standortfaktoren wie die behördlichen Reaktionszeiten sowie die Steuerhebesätze werden von den Betrieben kritisch bewertet. Die IHK empfiehlt: Meerbusch sollte sich als mittelstandsfreundliche Verwaltung zertifizieren lassen. Im Antragsverfahren findet man immer Stellschrauben, wie man verwaltungsinterne Prozesse effizient und kundenfreundlich gestalten kann.