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IHK veröffentlicht Standortanalyse Mönchengladbach

IHK veröffentlicht Standortanalyse Mönchengladbach
© IHK Mittlerer Niederrhein

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Mönchengladbach hat sich in vielen Bereichen positiv entwickelt. So ist zum Beispiel die Beschäftigtenzahl überdurchschnittlich gewachsen. Gleichzeitig schneidet die Stadt bei den Standortfaktoren „kommunale Kosten“, „Breitbandinfrastruktur“ und „innerstädtische Verkehrsverhältnisse“ weniger gut ab. Das sind wesentliche Ergebnisse einer Standortanalyse für Mönchengladbach, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein vorgestellt wurde. Die Analyse basiert auf einer Studie des Regionalökonomen Prof. Dr. Rüdiger Hamm von der Hochschule Niederrhein sowie einer Umfrage der IHK unter 200 Mönchengladbacher Betrieben mit insgesamt rund 6.000 Beschäftigten. Die befragten Unternehmen bewerteten mehr als 50 Standortfaktoren hinsichtlich ihrer Qualität vor Ort und ihrer Bedeutung. Insgesamt geben die Unternehmen ihrer Stadt die Note ,Drei plus‘. Sie sehen also durchaus noch Verbesserungspotenzial.

Handel und Logistik überdurchschnittlich stark

In der Vergangenheit war Mönchengladbach vor allem von der Textilindustrie geprägt, heute spielt der Dienstleistungssektor die größte wirtschaftliche Rolle in der Stadt. Insbesondere in den distributiven Diensten wie Handel und Logistik ist die Stadt im Vergleich zu anderen Standorten in Nordrhein-Westfalen überdurchschnittlich stark. Dem Handel und der Logistik sei es auch im Wesentlichen zu verdanken, dass die Beschäftigtenzahl in Mönchengladbach im Vergleich zum Landesschnitt seit dem Jahr 2008 überdurchschnittlich stark gewachsen ist. Die produzierenden Branchen haben dagegen einen überdurchschnittlichen Beschäftigungsrückgang erleben müssen. Allerdings ist die Beschäftigung in der Industrie seit dem Jahr 2011 konstant geblieben. Dies ist eine positive Nachricht.

"Drei plus" für Standortqualität

Im Schnitt geben die Unternehmer der Standortqualität insgesamt die Schulnote „Drei plus“. 57 Prozent der Betriebe bewerten den Standort mit der Note „Eins“ oder „Zwei“. Eine „Drei“ oder „Vier“ vergeben 42 Prozent der Unternehmen. Nur für gut ein Prozent der Gewerbetreibenden sind die Bedingungen in der Region mangelhaft oder ungenügend. Die Ergebnisse für die Gesamtregion Mittlerer Niederrhein sind nur minimal besser.

Gute Erreichbarkeit Mönchengladbachs

Dass die Unternehmen insgesamt zufrieden mit dem Standort sind, liegt vor allem an der guten Erreichbarkeit Mönchengladbachs. Allerdings werden die innerstädtischen Verkehrsverhältnisse – inklusive des Straßenzustands – von den Mönchengladbacher Betrieben stärker kritisiert als von den Unternehmen in der Gesamtregion Mittlerer Niederrhein im Schnitt.

 Deutlich schlechtere Standortkosten

Auch die Standortkosten werden deutlich schlechter bewertet als im Jahr 2012 – das ist ein Hinweis, dass Handlungsbedarf besteht. Der Gewerbe- und der Grundsteuerhebesatz wurden im Zuge des Stärkungspaktprozesses stark angehoben. Dies habe der Standortqualität geschadet. Sollte bis zum Auslaufen des Stärkungspakts noch einmal der Haushaltssanierungsplan nachjustiert werden müssen, dürfe die Stadt nicht wieder an der Steuerschraube drehen, mahnte der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Unternehmen wünschen sich bessere Breitbandversorgung

Kritisch betrachten die Mönchengladbacher Unternehmer auch die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur. Für 44 Prozent der Betriebe in der Stadt ist die Qualität dieses Standortfaktors „weniger befriedigend“ oder „schlecht“. Zudem stellt die IHK fest, dass sich die Bewertung seit der vergangenen Befragung im Jahr 2012 deutlich verschlechtert hat. Für die meisten Unternehmen ist eine gute Breitbandversorgung für die reibungslose Abwicklung ihrer Geschäfte von grundlegender Bedeutung. Die Stadt sollte sich mit allen Mitteln dafür einsetzen, dass flächendeckend eine leistungsfähige Internetanbindung angeboten wird.