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IHK präsentiert Standortanalyse Krefeld

IHK präsentiert Standortanalyse Krefeld
© IHK Mittlerer Niederrhein

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Dana Sülberg
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Die Beschäftigtenzahl in Krefeld wächst, und Standortfaktoren wie die überörtliche Verkehrsinfrastruktur und die Ausbildungsinfrastruktur werden von den Unternehmen in der Stadt sehr gut bewertet. Gleichzeitig schneidet die Stadt bei den Standortfaktoren „Qualität der Innenstadt“ und „Kommunale Kosten und Leistungen“ weniger gut ab. Das sind wesentliche Ergebnisse einer Standortanalyse für Krefeld, die von der IHK Mittlerer Niederrhein vorgestellt wurde. Die Analyse basiert auf einer Studie des Regionalökonomen Prof. Dr. Rüdiger Hamm von der Hochschule Niederrhein sowie einer Umfrage der IHK unter 200 Krefelder Betrieben mit insgesamt rund 10.000 Beschäftigten. Die befragten Unternehmen bewerteten mehr als 50 Standortfaktoren hinsichtlich ihrer Qualität vor Ort und ihrer Bedeutung. Insgesamt geben die Unternehmen ihrer Stadt die Note „Drei plus“. Sie sind zufrieden, sehen aber durchaus noch Verbesserungspotenzial. Deshalb ist der von der Stadt und IHK initiierte „Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld“ der richtige Weg, den Standort Krefeld weiterzuentwickeln und das Image der Stadt zu verbessern.

Chemische Industrie ist die beschäftigungsstärkste Industriebranche

Zum Auftakt stellte Hamm einige wesentliche Fakten zur Wirtschaftsstruktur und ökonomischen Entwicklung der Stadt in den vergangenen Jahren vor. In der Vergangenheit war Krefeld vor allem von der Textilindustrie geprägt, heute ist die Chemische Industrie die größte Industriesparte in der Stadt. Auch im Vergleich zum Land Nordrhein-Westfalen insgesamt ist die Chemische Industrie am Standort Krefeld überdurchschnittlich stark vertreten. Der Beschäftigungsanteil dieser Branche ist gut viermal so hoch wie in NRW. Seit dem Jahr 2008 sind in dieser Branche 1.000 neue Jobs entstanden. Den größten Beschäftigungsrückgang verzeichneten in den vergangenen Jahren zwei Krefelder Traditionsbranchen. Bei den Metallerzeugern und Maschinenbauern sind mehr als 2.500 Jobs verloren gegangen. Die beschäftigungsstärkste Branche in Krefeld ist der Bereich Gesundheit und Soziales. In ihm arbeiten rund 4.000 Beschäftigte mehr als im Jahr 2008.

Ergebnisse der Unternehmensumfrage

53 Prozent der Betriebe bewerten den Standort mit der Note „Eins“ oder „Zwei“. Eine „Drei“ oder „Vier“ vergeben 43 Prozent der Unternehmen. Für gut vier Prozent der Gewerbetreibenden sind die Bedingungen in der Region mangelhaft oder ungenügend. Die Ergebnisse für die Gesamtregion Mittlerer Niederrhein fallen geringfügig besser aus.

(Aus-)Bildungsstruktur: Unternehmen sind zufrieden

Dass die Unternehmen insgesamt zufrieden mit dem Standort sind, liegt vor allem an der guten Lage und der überörtlichen Verkehrsanbindung der Stadt. Gut bewertet wird zudem die (Aus-)Bildungsinfrastruktur. Die Unternehmen sind mit dem Angebot an allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen, der Weiterbildung und mit den (Fach-)Hochschulen in der Region durchweg zufrieden.

Internetverbindung: Unternehmen fühlen sich schlechter versorgt

Ambivalent ist die Bewertung der IuK-Infrastruktur. Die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur wird in Krefeld von den Unternehmen besser bewertet als in den anderen Teilregionen des IHK-Bezirks. Dennoch fällt die Qualitätsbewertung dieses Standortfaktors deutlich schlechter aus als noch im Jahr 2012. Das ist ein Zeichen dafür, dass man sich noch nicht zurücklehnen kann. Die Unternehmen fühlen sich aufgrund steigender Anforderungen an die Internetverbindung schlechter versorgt als vor sechs Jahren.

Standortkosten nicht zufriedenstellend

Dagegen werden mehrere innerstädtische Standortfaktoren – insbesondere die innerstädtischen Straßenverhältnisse, der Zustand der Straßen und das Stadtbild – von den Krefelder Betrieben deutlich stärker kritisiert als von den Unternehmen in der Gesamtregion Mittlerer Niederrhein. Auch die Bewertung der Standortkosten ist nicht zufriedenstellend. Sie ist sogar schlechter als im Jahr 2012. Hier besteht somit Handlungsbedarf.

„Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld“ als große Chance

Als große Chance für Krefeld wird der „Aktionsplan Wirtschaft für Krefeld“ gesehen. Dieses strategische Handlungskonzept wird in den kommenden Monaten von zahlreichen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung gemeinsam entwickelt. Das Ziel sind konkrete Projekte zur Stärkung des Standorts in den Bereichen „Infrastruktur, Mobilität und Flächen“, „Innovation, Gründung und Digitalisierung“, „Bildung, Fachkräfte und Arbeitsmarkt“ sowie „Lebensqualität und Urbanität“. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung am 9. Juli wird der Prozess vorgestellt und erläutert.