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10 Fakten zur Flächennutzung in NRW

10 Fakten zur Flächennutzung in NRW
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Silke Hauser
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Diskussion um die Fläche

Über die Nutzung von Flächen wird in der Öffentlichkeit leidenschaftlich diskutiert. Geprägt sind diese Debatten häufig von Missverständnissen und Fehlinterpretationen. In diesem Zusammenhang wird die Wirtschaft zum Beispiel gerne als „Flächenfresser“ bezeichnet. Deshalb haben die IHKs unter Federführung der IHK Mittlerer Niederrhein Zahlen und Fakten gesammelt, ausgewertet und übersichtlich in einer Broschüre zusammengestellt. Die zugrundeliegenden Flächenangaben beruhen auf amtlichen Zahlen von IT.NRW. Mit der Broschüre wollen die IHKs die Diskussion versachlichen.

Fläche kann nicht verbraucht werden

Die Diskussion um die Flächeninanspruchnahme wird vielfach unter der Überschrift "Flächenverbrauch" geführt.  Grundsätzlich gilt: Fläche geht nicht verloren, sie wird lediglich auf eine bestimmte Art und Weise genutzt. Und diese Art der Nutzung ist nicht statisch, sondern verändert sich mit den Anforderungen der Zeit. Das Leben ist vielfältig und komplex und das spiegelt sich eben auch darin wider, wie wir unseren Lebensraum gestalten.

Siedlungs- und Verkehrsfläche ist nicht gleich bebaute Fläche

Laut Statistischem Bundesamt sind in NRW nur 45,9 % der vorhandenen Siedlungs- und Verkehrsflächen tatsächlich bebaut. Dies entspricht 10,5 % der gesamten Landesfläche.

Das 5-Hektar-Flächensparziel der Landesregierung ist längst erreicht

Das politische Sparziel von 5 ha in NRW orientiert sich an den Flächeninanspruchnahmen in den vergangenen Jahren. Der Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsflächen betrug im Jahr 2015 9,4 ha pro Tag. In dieser Flächenangabe enthalten sind allerdings auch die Zuwächse der Erholungs- und Friedhofsflächen, die keine Bau- und Verkehrsflächen sind. Nur 3,7 ha wurden 2015 pro Tag für Bau- und Verkehrsflächen in Anspruch genommen.

Der Anteil "grüner" Flächen sinkt nicht, er steigt

In der Debatte um die Bodennutzung wird vor allem der Rückgang
landwirtschaftlicher Flächen beklagt. In der Broschüre wird aufgezeigt, dass der Rückgang der landwirtschaftlich nutzbaren Flächen in den letzten zehn Jahren zu 80 % nicht dem Siedlungsbau zuzuordnen ist. Vielmehr profitierten die sogenannten grünen Nutzungen (Erholungsflächen, Wald und Wasser). Nur 0,5 % der Fläche, die die Landwirtschaft in den letzten zehn Jahren aufgegeben hat, wurde in Gewerbe- und Industrieflächen umgewandelt.

Gewerbe und Industrie geben Flächen an andere Nutzungen ab

Gewerbe- und Industrieflächen nehmen in NRW nur 2,2 % der Landesfläche in Anspruch und geben in Summe Flächen an andere Nutzungen ab.  So nahmen im Jahr 2015 die Erholungsflächen täglich um 57.000 m² zu, gefolgt von den Verkehrsflächen (+27.000 m²) und den Wohnbauflächen (+26.400 m²). Gewerbe- und Industrieflächen hingegen gingen in diesem Jahr in der Größe von fast einem Hektar täglich (-9.800 m²) verloren.

Fazit

In der Summe zeigen die Zahlen, dass Unternehmen auf den effizienten Einsatz von Flächen setzen. Wichtig ist, dass für die Wirtschaft ein quantitativ und qualitativ ausreichendes Angebot an freien Gewerbeflächen zur Verfügung steht. Dazu gehört neben Neuausweisungen auch die Einhaltung des Trennungsgebotes zwischen Wohngebieten und Gewerbe- beziehungsweise Industriegebieten. Die Wohnraumknappheit darf nicht dazu führen, dass Gewerbe- und Industrieflächen durch heranrückende Wohnnutzungen zurückgedrängt werden.