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Jeannine Grütter-Kacar über den Lehrgang "Praxismanager/-in"

Jeannine Grütter-Kacar über den Lehrgang "Praxismanager/-in"
© Bischof

Jeannine Grütter-Kacar hat sich zur Praxismanagerin weitergebildet

Verdutzte Patienten hat Jeannine Grütter-Kacar erlebt. Denn die Zahnarzthelferin hat sogleich umgesetzt, was sie während des Zertifikatslehrgangs „Praxismanager/in (IHK)“ überzeugt hat. Und damit ihre Patienten begeistert. „Ein Modul behandelte das Thema Kommunikation mit dem Patienten“, berichtet sie. „Dabei wurde uns geraten, am Empfang aufzustehen und uns per Handschlag den Patienten vorzustellen. Das habe ich sofort gemacht und ein tolles Feedback bekommen, weil sie das so noch in keiner Praxis erlebt hatten.“
Seit vier Jahren bietet die IHK den Zertifikatslehrgang an, der sich an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Arztpraxen, Krankenhäusern und Institutionen der integrierten Versorgung richtet. Er umfasst 48 Stunden und ist in fünf Module aufgeteilt: Arbeitsorganisation, Qualitätsmanagement, Praxismarketing, Kommunikation mit dem Patienten und Teamorientierung.

"Wir waren eine richtig tolle Truppe"

Jeannine Grütter-Kacar verdankt die Teilnahme ihrer Chefin. „Sie meinte, eine Weiterbildung könne auch die Praxis bereichern.“ Das mulmige Gefühl, das die 44-Jährige anfangs hatte, war schnell verflogen. „Ich war ja schon so lange aus der Schule raus und dann auch noch die Älteste in dem Kurs“, erinnert sich die Krefelderin. „Aber durch die sehr gute Atmosphäre hat das wahnsinnigen Spaß gemacht. Wir waren eine richtig tolle Truppe, was sich dann auch bei den vielen Kommunikationsrunden gezeigt hat.“ Sogar eine WhatsApp-Gruppe haben die Teilnehmerinnen gegründet, um sich in ihrer Freizeit mittels Kurznachrichten auszutauschen.

Die Patientenfeedbacks wurden gemeinsam reflektiert

Aber der Kurs sorgte nicht nur für verdutzte Patienten, sondern auch für überraschte Kolleginnen. Die Teilnehmer des Lehrgangs hatten Fragebögen an die Hand bekommen, die sie von den Patienten und den Kollegen ausfüllen lassen konnten. Im Kurs wurden sie ausgewertet und entsprechende Folgerungen gezogen. „Das war super, überhaupt mal ein Feedback zu bekommen“, sagt Grütter-Kacar. „Aber wir haben uns sehr gewundert, dass wir uns selbst sehr viel kritischer sehen, als es unsere Patienten tun.“

Der Arbeitsaufwand war überschaubar

Den Arbeitsaufwand hatte sich die Zahnarzthelferin größer vorgestellt. Sie habe sich immer am Wochenende hingesetzt und den Stoff aufbereitet. „Dadurch, dass der Kurs nur einmal in der Woche stattgefunden hat, war das überschaubar.“ Für sich persönlich habe sie eine Menge mitnehmen können. Vor allem wisse sie jetzt, dass sie vor einer Gruppe präsentieren kann. „Präsentationen gab es bei uns in der Schule noch nicht, für den Abschluss des Lehrgangs musste es aber sein.“ Jetzt sei sie froh, diese Erfahrung gemacht zu haben.
„Was man nach dem Lehrgang in der Praxis umsetzen kann, hängt natürlich vom jeweiligen Betrieb ab“, erklärt sie. Ihre Kolleginnen habe sie jedenfalls immer mit dem Gelernten auf dem Laufenden gehalten. Und am Ende hätte sie sich sogar noch ein paar Stündchen mehr gewünscht. „Die Themen Vertragswesen und Werbung konnten nur angerissen werden. Da hätte ich gerne noch mehr erfahren“, sagt sie und betont: „Das wird aber auch bestimmt nicht meine letzte Weiterbildung gewesen sein.“