Aktuell: Standortanalyse Kempen vorgestellt

Aktuell: Standortanalyse Kempen vorgestellt
© IHK Mittlerer Niederrhein

IHK-Standortanalyse Kempen: Sehr gutes Ergebnis,
aber die Stadtverwaltung muss sich (wieder) steiger
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Der Standort Kempen ist ein erfolgreicher Wirtschaftsstandort. Dies ist das Ergebnis einer Analyse, die die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein vorgelegt hat. Die Beschäftigung wächst weiterhin überdurchschnittlich, und die Unternehmen sind mit der Standortqualität zufrieden. Die Analyse zeigt aber auch, dass es Verbesserungspotenzial gibt. Beispielsweise sollte in der Verwaltung Wirtschaftsfreundlichkeit wieder stärker gelebt werden.

Deutliches Beschäftigungswachstum im produzierenden Gewerbe

Der Blick auf die Wirtschaftsstrukturen Kempens zeigt: Die Stadt ist ein Industriestandort. 35,9 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten im produzierenden Gewerbe. Der Anteil ist deutlich höher als im Kreis Viersen (28,2 Prozent) und im Land (26,7 Prozent). In den vergangenen zehn Jahren ist er um knapp 15 Prozent angestiegen. Während die Druckindustrie Beschäftigung abgebaut hat, konnte die Chemische Industrie neue Arbeitsplätze schaffen. Im tertiären Sektor konnte Kempen die Beschäftigtenzahl in den vergangenen zehn Jahren um 27 Prozent erhöhen. Das ist etwas stärker als in Nordrhein-Westfalen und im Kreis. Insbesondere im Großhandel nahm die Beschäftigung zu, während bei den Finanzdienstleistern knapp jede vierte Stelle abgebaut wurde.

Zufriedenstellende Werte im interkommunalen Vergleich

Im interkommunalen Vergleich schneidet Kempen zufriedenstellend ab. Bei dem Vergleich mit Kommunen aus NRW, die eine ähnliche Größe und Struktur haben, fällt auf, dass die Arbeitslosigkeit stark gesunken ist. Auch die solide Haushaltsführung ist ein gutes Ergebnis. Potenziale zeigen sich bei der Gewerbesteueraufbringungskraft. Das ist ein Indiz dafür, dass die Kempener Unternehmen im Schnitt weniger steuerstark sind.

Gute Anbindung an das Straßen- und Autobahnnetz

Ein wichtiger Bestandteil der IHK-Analyse ist eine Befragung der Unternehmer. Dabei konnten sie knapp 60 Standortfaktoren auf einer Schulnotenskala von eins bis sechs bewerten. Insgesamt erhielt der Standort Kempen die Note 2,25. Das ist die beste Bewertung, die in den vergangenen Jahren gemessen wurde. Die Anbindung an das Straßen- und Autobahnnetz wird gut bewertet – genauso gut wie schon 2015 bei der vergangenen Analyse und besser als in der Gesamtregion im Schnitt.

Kempener Innenstadt ist eine gute Visitenkarte für den gesamten Wirtschaftsstandort

Wenig überraschend ist, dass die Innenstadtfaktoren, dazu gehören das Stadtbild, die Sicherheit und der Branchenmix, überdurchschnittlich gut bewertet werden.  Kempen hat eine attraktive Innenstadt. Das ist eine gute Visitenkarte für den gesamten Wirtschaftsstandort.

Verbesserungspotenziale bei der wirtschaftsfreundlichen Verwaltung

Verbesserungspotenziale gibt es laut Unternehmensumfrage beim Thema „Wirtschaftsfreundliche Verwaltung“. Dazu gehören sowohl die Bewertung von Grund- und Gewerbesteuerhebesatz als auch die Zufriedenheit mit der Qualität von kommunalen Leistungen. Das war bei der vergangenen Analyse 2015 eine absolute Standortstärke. Jetzt schneidet Kempen nur durchschnittlich ab. Insbesondere die behördlichen Reaktionszeiten und die reibungslose Kooperation öffentlicher Ämter wurde vor fünf Jahren wesentlich besser beurteilt.

Informations- und Kommunikationsinfrastruktur ist steigerungsfähig

Die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur erhält mit einer 3,47 eine Bewertung, die steigerungsfähig ist. Der Lockdown im März hat an einigen Orten im IHK-Bezirk gezeigt, wie es um die Digitalisierung wirklich bestellt ist. Die Unternehmen wurden sowohl vor als auch nach dem Lockdown befragt. Die IuK-Infrastruktur wurde nach dem Lockdown als noch wichtiger und noch kritischer beurteilt.