Konjunktur Aktuell

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IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2021: Konjunkturelle Erholung gestoppt

Weiterhin bestimmen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie die konjunkturelle Lage in der Region Düsseldorf/Mittlerer Niederrhein. Die neuerlichen Beschränkungen sorgen dafür, dass der konjunkturelle Erholungsprozess, der im vergangenen Sommer begann, vorerst gestoppt ist. Die Geschäftslage verharrt auf einem niedrigen Niveau. Die Unternehmen nehmen ihre Erwartungen für 2021 zurück und sind pessimistischer als im Spätsommer. Mit der Möglichkeit weiterer Einschränkungen haben große Teile der Wirtschaft damals schon gerechnet, aber nicht mit derart drastischen Maßnahmen. Auffällig ist: Es gibt keine klare gesamtwirtschaftliche konjunkturelle Entwicklung. Innerhalb der Branchen entwickeln sich einzelne Sparten zum Teil sehr unterschiedlich. Die Geschäftslage hängt stark davon ab, ob das jeweilige Unternehmen direkt oder durch Lieferanten und Abnehmer durch die Pandemie-bedingten Beschränkungen betroffen ist. Dies ist das Ergebnis des gemeinsamen Konjunkturberichts der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein zu Jahresbeginn 2021, an der sich knapp 900 Unternehmen mit 80.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Keine Verbesserung der Industriekonjunktur

Konkret melden 25 Prozent der Unternehmen eine gute Geschäftslage, knapp ein Drittel der Betriebe bewertet die Lage als schlecht. Das ist etwas besser als bei der Konjunkturumfrage im September, aber schlechter als bei der IHK-Blitzumfrage im November, die zur Zeit des sogenannten „Lockdown light“ durchgeführt wurde. Damals meldeten dank der sich erholenden Industriekonjunktur insbesondere die verarbeitenden Betriebe eine bessere Geschäftslage. Gerade die Industriekonjunktur hat sich seit November jedoch nicht weiter verbessert, da auch die Industrie eng mit der restlichen Wirtschaft verwoben ist und ebenfalls von einem starken Infektionsgeschehen beeinträchtigt wird. Besonders beeinträchtigt sind der Einzelhandel und alle kontaktintensiven Dienstleister.

Investitionsgüterproduzenten glauben nicht an ein Vorkrisenniveau in 2021

Die Investitionsneigung ist angesichts der Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Pandemie nicht weiter gestiegen. So erwarten auch die Investitionsgüterproduzenten keinen weiteren Schwung. Als Konsequenz glauben rund 40 Prozent der Betriebe nicht, in diesem Jahr noch zurück auf Vorkrisenniveau zu gelangen.

Wirtschaftliche Dynamik auf den asiatischen Märkten wieder erhöht

Neben der Pandemie und deren Auswirkungen sorgt die Umsetzung des Brexits und des damit verbundenen Handelsabkommens für Unsicherheit bei der Exportwirtschaft. Auch die Entwicklung in den USA bereitet Sorge. Die Zerrissenheit der amerikanischen Gesellschaft kann sich auch nachhaltig auf die Handelsbeziehungen mit Europa auswirken. Die Erwartungen hierzulande in die neue amerikanische Präsidentschaft sind zwar hoch, angesichts der von Präsident Joe Biden propagierten Kampagne „Buy American“ sind die wirtschaftlichen Erwartungen der Exporteure jedoch verhalten. Positiv ist, dass sich die wirtschaftliche Dynamik auf den asiatischen Märkten, insbesondere in China, wieder erhöht hat. Diese Entwicklung könnte der benötigte Antrieb für die gesamte Weltwirtschaft sein, wenn die Pandemie-bedingten Beschränkungen geringer werden.

IHK informiert weiterhin

Weitere aktuelle Informationen zu wirtschaftlichen Hilfen sind auf der IHK-Website zu finden: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/22414