Regionalplanentwurf: IHK sieht noch Verbesserungspotenzial

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Stand: 23.06.2016

„Das Planwerk berücksichtigt an vielen Stellen die Bedürfnisse der Unternehmen, wir haben viel erreicht, unser Engagement hat sich gelohnt.“ Mit diesen Worten kommentiert Jürgen Steinmetz den heutigen Beschluss des Regionalrats Düsseldorf, einen überarbeiteten Entwurf des Regionalplans offenzulegen. Bei der Anbindung und den Entwicklungsmöglichkeiten des Krefelder Hafens sieht der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein allerdings noch Handlungsbedarf.

Die IHK begrüßt die Ausweisung einer Vielzahl von Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereichen (GIB) mit Zweckbestimmung, zum Beispiel für Häfen, für interkommunale Gewerbegebiete sowie für Logistik, Industrie und flächenintensive Ansiedlungen. Hierzu zählen auch vier der fünf Premiumstandorte, die die IHK Mittlerer Niederrheim gemeinsam mit dem Rhein-Kreis Neuss identifiziert und für die Regionalplanung vorgeschlagen hatte. Dabei handelt es sich um das ehemalige Militärgelände in Niederkrüchten-Elmpt, das Silbersee-Areal zwischen Neuss und Dormagen sowie die beiden potenziellen interkommunalen Gewerbegebiete von Mönchengladbach/Viersen (Mackenstein) und Jüchen/Grevenbroich.

„Außerdem sieht der Regionalplan eine Vielzahl weiterer Entwicklungsflächen für Gewerbe- und Industrie vor, zum Teil in interkommunaler Zusammenarbeit“, sagt Steinmetz.

In dem zweiten Entwurf des Regionalplans sei erfreulicherweise auch die Dimensionierung des interkommunalen Gewerbegebiets A 44 (Krefeld/Meerbusch) den Bedürfnissen der Wirtschaft angepasst worden. Der Entwurf sieht nunmehr brutto 150 ha Gewerbe- und Industrieflächen vor.

Die IHK bewertet es ebenfalls als positiv, dass der Schutz emittierender Betriebe vor sogenannter heranrückender Wohnbebauung stärker berücksichtigt wurde. So sieht der neue Entwurf vor, dass Abstandsflächen künftig in den Allgemeinen Siedlungsbereichen und nicht in den Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereichen (GIB) geplant werden sollen.

Eine besondere Neuerung stellen die Allgemeinen Siedlungsbereiche mit Zweckbestimmung Gewerbe dar (ASB-GE). „Auf diesen Flächen dürfen nur Bauflächen für Gewerbebetriebe geplant werden“, erläutert Steinmetz. „Diese neue Kategorie im Regionalplan Düsseldorf ermöglicht eine bessere Zonierung der Gewerbe- und Industriegebiete im Verhältnis zu den Wohngebieten und verhindert, dass Wohnbebauungen an emittierende Betriebe heranrücken.“ Somit werden künftige Konflikte zwischen Anwohnern und Unternehmen vermieden.

Auch die Entwicklung kleiner und mittlerer Unternehmen in den Ortsteilen wird im neuen Regionalplan berücksichtigt. Der aktuelle Entwurf lässt eine angemessene Ausweisung von Gewerbeflächen zur Erweiterung und Verlagerung ortsansässiger Betriebe in den Ortsteilen zu. „Bislang konnten die Gemeinden für diese Unternehmen so gut wie keine neuen Gewerbeflächen ausweisen, wenn eine Erweiterung oder Verlagerung notwendig war“, erklärt Steinmetz. „Die Betriebe waren gezwungen, in größere Ortsteile oder Städte umzusiedeln.“

Neben allem Positiven sieht die IHK aber auch in dem zweiten Entwurf noch Verbesserungspotenzial Dies betrifft insbesondere die Erweiterung und die Südanbindung des Krefelder Hafens. „Die erforderlichen Flächen werden nicht im Regionalplan dargestellt“, sagt Steinmetz. „Wir sollten uns mögliche Optionen für die Zukunft aber nicht verbauen und die infrage kommenden Bereiche zumindest vor Nutzungen schützen, durch die Gewerbeansiedlungen blockiert werden könnten.“

Der überarbeitete Entwurf des Regionalplans wird nun in wenigen Wochen erneut offengelegt. Alle Beteiligten haben dann noch einmal die Gelegenheit, sich dazu zu äußern. Die IHK Mittlerer Niederrhein wird ebenfalls erneut eine Stellungnahme abgeben. 2017 soll der Regionalplan dann in Kraft treten.