IHK kritisiert Streichung von Gewerbeflächen

IHK kritisiert Streichung von Gewerbeflächen
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Stand: 08.04.2019

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein kritisiert die von der Neusser CDU und der Stadt angekündigten Streichungen von Gewerbeflächenpotenzialen im neuen Flächennutzungsplan. „Damit geben CDU und Stadt ihre in der Vergangenheit erfolgreiche Wirtschaftsstrategie auf“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz in einem Schreiben an die CDU-Fraktion im Rat und an den Parteivorsitzenden. Letztlich blieben nur noch zwei Flächen, die für Neuansiedlungen zur Verfügung gestellt werden können: das Areal in Derikum und die Fläche zwischen der A57 und Alunorf. Die Fläche bei Alunorf (15 ha) eignet sich zwar für eine Erweiterung der Aluminiumproduktion, Neuansiedlungen sind allerdings nur im nördlichen Bereich möglich. Die Realisierung der Fläche in Derikum (25 ha) macht die CDU von der Zustimmung der dortigen Bevölkerung abhängig.

„Unabhängig von der bislang geführten Diskussion, ob in Neuss für die Zukunft 100 Hektar oder 150 Hektar Gewerbeflächen zur Verfügung gestellt werden müssen, reduziert die CDU die Flächenneuausweisung de facto auf null“, heißt es in dem Schreiben. „Aus wirtschaftlicher Sicht ist nicht nachvollziehbar, warum Flächen, die noch im vergangenen Jahr von einem Gutachter als ideal für Gewerbe bewertet wurden, nun für die CDU keine Rolle mehr spielen“, sagt Steinmetz. Dazu gehören unter anderem die Erweiterung Holzheim/Kreitzweg (40 ha), Grimlinghausen Südost (50 ha), Morgensternsheide (18 ha) und Hoisten Süd (61 ha).

Das von der CDU angekündigte Gewerbeflächenmanagement wird von der IHK unterstützt. „Dafür bedarf es jedoch konsequenter Entscheidungen für vorhandene und ehemalige Gewerbe- und Industrieflächen“, so Steinmetz, der diese Entscheidungen in den von der CDU beschlossenen Positionspapier vermisst. „Wenn sich eine Gewerbeflächenentwicklung auf bereits genutzten, gewerblichen Grundstücken vollziehen soll, dann müssen diese zwingend planungsrechtlich gesichert und der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden.“

Die Industrie- und Handelskammer fordert daher, jegliche Umnutzungspläne auf ehemals gewerblichen und industriell genutzten Grundstücken, die noch nicht planungsrechtlich vollzogen wurden, aufzugeben. Dies betrifft beispielsweise das ehemalige Pierburg-Gelände an der Bockholtstraße, das Areal der Schraubenfabrik Bauer & Schauerte, die Fläche der ehemaligen Sportanlage südlich der Hammer Landstraße und das Eternit-Gelände.

Die IHK appelliert an die CDU Neuss und die Stadt, die Zukunft der Stadt mit einer quantitativ und qualitativ ausgewogenen Gewerbe- und Industrieflächenpolitik zu stützen. „Gerne entwickeln wir gemeinsam mit der CDU Neuss und der Stadt Nutzungsszenarien und Sicherungsinstrumente für die Gewerbe- und Industrieflächen der Stadt“, bot Steinmetz an.