Mit Sportvereinen Azubis gewinnen

Mit Sportvereinen Azubis gewinnen
© IHK Mittlerer Niederrhein

Stand: 19.11.2019

Wie können Jugendliche wieder mehr für die duale Berufsausbildung begeistert werden? Und welche Wege und Möglichkeiten gibt es, junge Menschen fürs eigene Unternehmen zu gewinnen? Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein setzt dabei auf Kooperationen zwischen Sportvereinen und Unternehmen, die von der IHK begleitet werden: Jugendliche und junge Erwachsene sollen gezielt angesprochen und für eine betriebliche Ausbildung gewonnen werden. Dazu hat die IHK in Zusammenarbeit mit den Stadt- und Kreissportbünden das Projekt „Wirtschaft.Sport.Ausbildung“ ins Leben gerufen. Der TSV Meerbusch möchte mit gutem Beispiel vorangehen und gemeinsam mit der IHK – genauer: mit Dimitri van der Wal, der das Projekt für die IHK Ausbildungs-GmbH betreut, – und dem Sportbund Rhein-Kreis Neuss auf diesem Wege seinen jungen Vereinsmitgliedern auf die Sprünge helfen.

„In unserem IHK-Bezirk gibt es rund 1.500 Sportvereine – dieses Potenzial und die professionellen Strukturen der Vereine wollen wir nutzen. Insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels ist das eine große Chance“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. Das hat auch Johannes Peters erkannt. „Wir haben gerade alle 16- bis 21-jährigen Mitglieder beziehungsweise ihre Erziehungsberechtigten angeschrieben und auf unsere Zusammenarbeit mit der IHK hingewiesen“, sagt der Ehrenvorsitzende des TSV Meerbusch. Das Thema Ausbildung sei für diese Altersgruppe ein virulentes Thema. „Allein aus der 1. Mannschaft konnten wir auf diesem Weg schon drei Spieler in eine Ausbildung vermitteln“, so Peters.

Sportvereine seien eben eine gute Plattform für Unternehmen, um Jugendliche früh auf sich aufmerksam zu machen, ergänzt Dimitri van der Wal von der IHK. „Wer sich in einem Sportverein engagiert, erzeugt Bindung durch Emotion – und die ist besonders stark.“ Er rät Unternehmen, vor Ort Flagge zu zeigen, zum Beispiel durch Aktionen bei Turnieren oder Vereinsfesten. Allerdings sei jeder Verein anders aufgestellt, habe andere Schwerpunkte und Bedürfnisse. „Wie so eine Kooperation aussehen kann, müssen Verein und Unternehmen individuell – auch gerne mit unserer Unterstützung – klären. Da gibt es keine Lösung von der Stange“, so van der Wal. „Allerdings sollte man es nicht zu kompliziert machen.“ Gemeinsam mit den Vereinsverantwortlichen werden Beratungsgespräche für alle Interessierten organisiert und die beruflichen Neigungen der potenziellen Azubis festgestellt. „Die IHK kann bei Interesse gezielt in Unternehmen vermitteln“, sagt der Experte.

Unternehmen, die auf der Suche nach einem Sportverein als Kooperationspartner sind, sollten sich zuerst in der eigenen Belegschaft umschauen. „Vielleicht gibt es ja einen Mitarbeiter, der sich bereits für einen Verein engagiert“, sagt van der Wal. „Das ist die Ideallösung. Ansonsten hilft die IHK mit ihrem Netzwerk gerne weiter.“ Wichtig sei, sich Gedanken über die Zielgruppe zu machen. „Wer sich authentisch und mit Herzblut im Sportverein engagiert, wird von den jungen Menschen auch positiv wahrgenommen.“

Barbara Albrecht-Müller kann das nur bestätigen. Als 2. Vorsitzende des Sportbund Rhein-Kreis Neuss e.V. und Unternehmerin kann sie gleich aus zwei Perspektiven hinaus das Projekt beurteilen. Sie selbst habe auf diesem Weg schon Auszubildende für ihr Bauunternehmen finden können. „Das ist eine Win-win-Situation für alle Beteiligten“, lautet ihr Fazit. „Die Unternehmen können Nachwuchs rekrutieren, Vereine können Sponsoren finden, und Jugendliche können so an Ausbildungsplätze kommen.“

Unternehmen, die Fragen zum Projekt „Wirtschaft.Sport.Ausbildung“ haben oder Kontakte zu Sportvereinen knüpfen wollen, können sich an Dimitri van der Wal (Tel. 02131 9268-555, E-Mail: wal@mittlerer-niederrhein.ihk.de) wenden.

BILDUNTERSCHRIFT:
Gehen in Sachen Berufsorientierung gemeinsame Wege (v.l.): IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz, Johannes Peters (Ehrenvorsitzender TSV Meerbusch), Barbara Albrecht-Müller (2. Vorsitzende Sportbund Rhein-Kreis Neuss e.V.) und Dimitri van der Wal, der das Projekt für die IHK betreut.     Foto: IHK