Ausbildungsjahr 2020: Auch ein späterer Start ist noch möglich

Ausbildungsjahr 2020: Auch ein späterer Start ist noch möglich
© Rene / Adobe Stock

Stand: 03.08.2020

Der 1. August gilt traditionell als Start des Ausbildungsjahres. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie verzeichnet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein zum Monatsbeginn 2.794 neue Ausbildungsverhältnisse. Und doch ist im Jahr 2020 vieles anders. Covid-19 hat dazu geführt, dass Ausbildungsmessen ausgefallen sind und Vorstellungsgespräche verschoben wurden. Die Folge: Der Ausbildungsmarkt ist in seiner Entwicklung mehrere Wochen hinterher. Für dieses Jahr geht der IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz davon aus, dass deutlich mehr Ausbildungsverhältnisse erst später beginnen werden: „Der Ausbildungsstart 1. August ist nicht in Stein gemeißelt. Unternehmen werden auch bis in den Winter hinein noch Azubis einstellen.“

In der Region der IHK Mittlerer Niederrhein (Krefeld, Mönchengladbach sowie die Kreise Neuss und Viersen) ist der Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum 1. August im Vergleich zum Vorjahr um 18,9 Prozent zurückgegangen, von 3.444 auf 2.794. Im NRW-Durchschnitt sank die vergleichbare Zahl um 19,6 Prozent, von 54.432 auf 43.783. „Wir hoffen noch auf einen gewissen Aufholeffekt zumindest in den Branchen, wo es konjunkturell wieder anzieht“, so Steinmetz. So seien zum Beispiel in der IHK-Lehrstellenbörse aktuell 530 freie Ausbildungsstellen für die Region aufgeführt. Der IHK-Hauptgeschäftsführer rät den Jugendlichen, sich auch jetzt und in den nächsten Wochen noch auf Ausbildungsstellen zu bewerben und appelliert an die Unternehmen, weiterhin Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. „Unabhängig von Krisenzeiten wie diesen ist die duale Ausbildung immer ein wichtiger Hebel gegen Fachkräfteknappheit“, ergänzt Daniela Perner, Geschäftsführerin des IHK-Bereichs Innovation, Bildung, Fachkräfte. „Und für die Schulabgänger bietet die duale Ausbildung nach wie vor gute Beschäftigungschancen und Karriereaussichten.“

Die Bundesregierung hat pünktlich zum Ausbildungsstart ein Ausbildungsprogramm beschlossen, das kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), die in erheblichem Maße von der Covid-19-Pandemie betroffen sind, finanzielle Unterstützung ermöglicht. Anträge für die „Ausbildungsprämie“ können ab sofort bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt werden. „Das betroffene Unternehmen muss sich dazu zunächst die Anzahl der Ausbildungsverträge der letzten drei Jahre sowie die eingetragene Ausbildungsvergütung mit Stempel und Unterschrift von der IHK bestätigen lassen, um dann seinen Antrag bei der örtlichen Arbeitsagentur zu stellen, die über die Gewährung der Prämie entscheidet“, erklärt Mona Kowalczyk, Leiterin Ausbildung der IHK Mittlerer Niederrhein. Weitere Informationen zur „Ausbildungsprämie“ gibt es unter:
www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/23320

Mehr Informationen zur IHK Lehrstellenbörse gibt es unter:
www.ihk-lehrstellenboerse.de